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Israel startet Bodenoffensive

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- New York - Obwohl sich die USA und Frankreich im UN-Sicherheitsrat auf einen neuen Entwurf für eine Libanon-Resolution geeinigt haben, lässt Israels Ministerpräsident Ehud Olmert Truppen für eine verschärfte Bodenoffensive aktivieren. Im eigenen Land gerät Olmert für sein Vorgehen immer stärker unter Beschuss: "Man kann nicht eine ganze Nation mit einem Siegesversprechen in den Krieg führen, eine beschämende Niederlage produzieren und an der Macht bleiben", schreiben israelische Medien.

Olmert hat grünes Licht für die vom Sicherheitskabinett beschlossene Ausweitung der Bodenoffensive im Libanon gegeben. Das Sicherheitskabinett hatte eine Militäroffensive gebilligt, bei der mehrere zehntausend Soldaten bis zum südlibanesischen Fluss Litani vorstoßen sollen, um Raketenangriffe der Hisbollah-Miliz aus dem Gebiet zu unterbinden. Ein Zeitpunkt für den Beginn der Offensive stand zunächst noch nicht fest.

Der Entwurf für die UN-Resolution ging der israelischen und der libanesischen Regierung zu. Die Abstimmung soll jedoch ungeachtet deren Reaktion erfolgen, hieß es aus Diplomatenkreisen. Aus israelischen Regierungskreisen hieß es, die Chancen stünden gut, dass Israel dem Vorschlag zustimme.

Der angestrebte UN-Kompromiss sieht so aus, dass die israelischen Soldaten nicht sofort vollständig aus dem Libanon abziehen, sondern schrittweise. Libanesische Einheiten sollen in das Gebiet einrücken und die UN-Blauhelm-Soldaten dort verstärkt werden.

Unterdessen wurden am Freitag erneut israelische Luftangriffe aus den südlichen Vororten von Beirut gemeldet. Aus den Stadtteilen Schiah, Al-Selem und Burdsch al-Barajen waren am Vortag tausende von Menschen geflohen, nachdem die israelische Armee auf Flugblättern mit Angriffen auf diese Viertel gedroht hatte. Der neue UN-Menschenrechtsrat verurteilte Israel wegen seines Vorgehens im Libanon.

Die libanesische Hisbollah-Miliz feuerte am Freitag mehr als 50 Raketen auf den Norden Israels ab. Nach Angaben der Fernsehsender Al Manar und Al Dschasira soll die Miliz vor der Küste von Tyrus ein israelisches Kanonenboot zerstört haben. Die zwölf Besatzungsmitglieder seien verletzt oder tot, hieß es weiter.

Papst Benedikt XVI. will einen Kardinal als Sondergesandten in den Libanon entsenden. Kardinal Etchegaray werde am Dienstag mit dem Patriarchen der maronitischen Christen im Libanon, Kardinal Nasrallah Sfeir, eine Messe feiern, hieß es im Vatikan. Entscheidend für die Reise sei aber die Sicherheitslage.

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