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Israel tötet "Dschihad"-Mann

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- Tel Aviv/Kairo - Einen Monat nach dem Nahost-Gipfel von Scharm el Scheich wird die Waffenruhe zwischen Israel und den Palästinensern immer brüchiger. Ungeachtet der Verpflichtung zum Stopp aller Militäraktionen tötete ein israelisches Spezialkommando am Donnerstag in der Nähe von Tulkarem im Westjordanland ein Mitglied der radikalen Gruppe Islamischer Dschihad.

Der Mann sei wegen seiner Verwicklung in den Selbstmordanschlag vom 25. Februar in Tel Aviv gesucht worden, hieß es aus israelischen Militärkreisen. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas kritisierte den Einsatz scharf und forderte Israel auf, "solche Aktionen umgehend einzustellen".

Angesichts der Verstöße beider Seiten sowie der Verzögerungen bei der Übergabe von fünf Städten im Westjordanland an die Palästinenser mehren sich die internationalen Bemühungen um Vermittlung. Der US-Sicherheitskoordinator William Ward wurde am Donnerstag zu Gesprächen in der Region erwartet.

Der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas traf unterdessen in Scharm el Scheich erstmals den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak. Mubarak habe dabei eine rasche Umsetzung der Vereinbarungen des Nahost-Gipfels vom 8. Februar sowie einen kompletten Rückzug Israels aus dem Gazastreifen einschließlich des Grenzbereichs zu Ägypten gefordert, meldeten israelische Korrespondenten. Ägypten wolle im Gegenzug unterirdischen Waffenschmuggel in den Gazastreifen unterbinden. Bislang hatte Israel betont, es wolle die Grenzlinie auch nach dem Abzug im Sommer weiter kontrollieren.

In Ramallah im Westjordanland eröffneten bewaffnete Mitglieder der radikalen Palästinensergruppe Al-Aska-Brigaden bei einer Versammlung von Abgeordneter das Feuer. Nach palästinensischen Angaben schossen die Männer mehrere Salven in die Luft und lösten so das Treffen auf. Verletzt worden sei jedoch niemand. Den Angaben zufolge warfen die bewaffneten Männer den Repräsentanten bei dem Treffen vor, die regierende Fatah-Bewegung spalten zu wollen. Unter den Anwesenden waren mehrere Abgeordnete, die wegen Forderungen nach einer Verjüngung der Bewegung aus der Partei ausgetreten sind. 

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