Israelis und Palästinenser beenden Sicherheitsgespräche

- Tel Aviv/Gaza - Israelis und Palästinenser haben ihre Sicherheitsgespräche zur Eindämmung der Gewalt im Gazastreifen beendet. Wie israelische Medien in der Nacht zum Donnerstag berichteten, stellte die palästinensische Seite dabei einen Plan zur Verhinderung von Raketenangriffen auf israelische Ziele aus dem Gazastreifen durch den Einsatz von Hunderten von Polizisten vor.

Die Palästinenser hätten bereits in der Nacht mit deren Stationierung begonnen, berichtete die Zeitung «Jerusalem Post» (Onlineausgabe). Der palästinensische Polizeigeneral Abdel Rasek el Madscheida sagte nach Angaben der israelischen Zeitung «Haaretz», die Polizisten sollen in den kommenden beiden Tagen ihre Stellungen einnehmen. Bis spätestens Sonntag soll die 500 bis 700 Mann starke Polizeitruppe mit ihrem Einsatz beginnen, berichtete «Haaretz» weiter unter Berufung auf palästinensische Sicherheitsbeamte. Israel drohte laut «Jerusalem Post» die betreffenden Gebiete im Gazastreifen zu besetzen, falls israelische Ziel von dort aus weiter mit Kassam- Raketen oder Granaten beschossen würden.

Israel plane im Gegenzug, am Freitag den Grenzübergang Rafah zwischen Ägypten und dem Gazastreifen wieder zu öffnen, schrieb «Haaretz» in der Onlineausgabe. Der Übergang war Mitte Dezember nach einem Selbstmordanschlag auf einen israelischen Wachposten geschlossen worden. An dem Treffen am Eres-Kontrollpunkt zwischen Israel und dem Gazastreifen nahmen mehrere palästinensische Polizeichefs und hochrangige israelische Militärs teil.

Die israelische Regierung hatte zuvor eine Wiederaufnahme der Sicherheitszusammenarbeit mit den Palästinensern beschlossen. Die Kontakte waren vor einer Woche abgebrochen worden, nachdem drei palästinensische Selbstmordattentäter sechs Israelis getötet hatten.

Israelische Medien berichteten, das Sicherheitskabinett von Ministerpräsident Ariel Scharon habe entschieden, der neuen Palästinenserführung eine «letzte Chance» zum Stopp des Raketenbeschusses israelischer Ziele zu geben.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte die Polizeikräfte im Gazastreifen zuvor angewiesen, in den kommenden Tagen die Kontrolle über das Grenzgebiet zu Israel zu übernehmen, um weitere Angriffe zu unterbinden. Der Polizeigeneral Abdel Rasek el Madscheida sagte, das Vorgehen sei Teil eines neuen Sicherheitsplanes von Abbas, der sich für eine Waffenruhe zwischen Israel und den palästinensischen Extremistengruppen einsetzt.

Die radikal-islamische Hamas-Organisation setzte am Mittwoch ihre ihre Angriffe auf israelische Ziele ungeachtet der inner- palästinensischen Verhandlungen über eine Waffenruhe fort. Auch nach einem Treffen mit Abbas verübten Extremisten mehrere Anschläge mit Kassam-Raketen und Panzerfäusten. Bei einem Feuergefecht mit israelischen Soldaten wurden im Gazastreifen zwei Palästinenser getötet.

Abbas hält sich seit Dienstag im Gazastreifen auf, um mit Polizeichefs und den Anführern militanter Organisationen einen Stopp der Anschläge auszuhandeln. Danach will er neue Gespräche mit Israel beginnen. Das Treffen mit Abbas in der Nacht zum Mittwoch wurde nach Angaben der Hamas zunächst ohne konkretes Ergebnis beendet.

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