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Die ISS hat ein ernstes Problem.

"Wir sind glücklich!"

ISS-Astronauten dichten Ammoniak-Leck ab

Washington/Moskau - Was die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS sah, machte sie stutzig: weiße Flocken im All. Ammoniak gelangte aus einem Leck. In einem kurzfristig anberaumten Einsatz behoben sie das Problem.

In einem stundenlangen Außeneinsatz im All haben zwei US-Astronauten ein Ammoniak-Leck im Kühlsystem der Internationalen Raumstation ISS abgedichtet. Chris Cassidy und Tom Marshburn ersetzten eine Kontrollbox an einer Pumpe, wie die US-Weltraumbehörde Nasa mitteilte. Selten haben Astronauten bislang einen derart kurzfristig anberaumten Weltraumspaziergang gemacht.

„Wir sind glücklich, wir sind glücklich“, jubelte der stellvertretende ISS-Programm-Manager Joel Montalbano. „Wir haben das Leck tatsächlich gestoppt.“ Der Zuständige für den russischen Teil der ISS, Wladimir Solowjow, hatte von einem „sehr ernsten Problem“ gesprochen.

Die Astronauten bauten eine neue Pumpe für das Kühlsystem des Solarmoduls ein. Danach war nicht mehr feststellbar, dass Ammoniak entweicht. Die Reparatur begann mit Schwierigkeiten, weil in völliger Dunkelheit der Blitz des Fotoapparates nicht funktionierte, mit dem die Raumfahrer das Leck dokumentieren wollten. Sie warteten daher eine halbe Stunde, bis die ISS wieder von der Sonne beschienen wurde.

Vor der Rückkehr in die Schleuse kontrollierten die US-Amerikaner lange ihre Raumanzüge, damit sie nicht giftiges Ammoniak ungewollt in die Station tragen. Alle acht Solarmodule der ISS verfügen über ein eigenes Kühlsystem. Die Reparatur musste innerhalb von 48 Stunden erfolgen, da die Sonnenbatterie sonst abgeschaltet worden wäre.

„Das war ein unglaublicher Tag“, schrieb der kanadische ISS-Kommandeur Chris Hadfield bei Twitter. „Großartige Crew, phänomenale Unterstützung vom Boden. Was will man mehr?“

In der Nacht auf Freitag hatte die Nasa bekanntgegeben, dass Ammoniak aus der ISS entweicht. Das giftige Gas dient zur Kühlung eines Stromkreislaufs auf dem Außenposten der Menschheit in rund 410 Kilometern Höhe. Die Crew hatte zuvor kleine weiße Flocken ins All schweben sehen.

Etwa fünfeinhalb Stunden dauerte der riskante Außeneinsatz. „Die behandschuhten Finger gekreuzt“, appellierte Hadfield. Und eine halbe Stunde später meldete er begeistert: „Kein Leck!“ Für Cassidy und Marshburn war es jeweils der dritte „Weltraumspaziergang“ - auch die ersten beiden hatten sie gemeinsam durchgeführt. Auf der ISS überwachten Hadfield sowie die russischen Kosmonauten Roman Romanenko, Pawel Winogradow und Alexander Missurkin das Manöver.

Bereits im Vorjahr hatte es ein Leck im Kühlsystem gegeben. Daraufhin installierten zwei ISS-Crewmitglieder bei einem Außeneinsatz eine Umgehungsleitung. Fraglich war zunächst, ob das Loch an derselben Stelle aufgetreten war oder ob es von einem Splitter Weltraummüll stammte.

dpa

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