Weder „Babycaust“, „Fake News“ noch „Atmender Deckel“

Das ist das Unwort des Jahres

Im Rennen waren „Babycaust, „Atmender Deckel“ oder „Fake News“. Am Ende wurde aber ein ganz anderer Begriff zum „Unwort des Jahres“ gewählt.

"Alternative Fakten" lautet das Unwort des Jahres 2017. Die Bezeichnung sei "der verschleiernde und irreführende Ausdruck für den Versuch, Falschbehauptungen als legitimes Mittel der öffentlichen Auseinandersetzung salonfähig zu machen", erklärte die Jury am Dienstag in Darmstadt. 

Chancen hatten diesmal auch Begriffe wie „Fake News“ für vorgetäuschte oder falsche Nachrichten sowie „Atmender Deckel“ aus der Diskussion über die Begrenzung der Flüchtlingszahlen. Von den 684 eingereichten unterschiedlichen Vorschläge hätten etwa 80 bis 90 den Kriterien der sprachkritischen Aktion entsprochen, sagte die Sprecherin der Jury, Nina Janich, aus Darmstadt.

Aus diesen Vorschlägen habe die sechsköpfige Fach-Jury knapp 20 Wörter ausgewählt und diskutiert. „Softewareupdate“, „Bio-Deutsche“ und „Babycaust“ waren auch unter den Vorschlägen.

„Babycaust“ - der am häufigsten vorgeschlagene Begriff 

„Babycaust“ war der am häufigsten vorgeschlagene Begriff. Die Häufigkeit trägt aber nicht zur Entscheidung bei. Eingereicht hatte ihn die Gießener Ärztin Kristina Hänel, die vor kurzem wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche zu einer Geldstrafe verurteilt wurde. Sie werde auf einer Website desselben Namens „diffamiert, verleumdet und angeprangert“, teilte sie über ihr Unterstützungskomitee mit. Der Begriff „Babycaust“ sei wegen seiner Ähnlichkeit zum Begriff „Holocaust“, der für den Massenmord der Nazis an den Juden steht, „verschleiernd und irreführend“.

„Unwort des Jahres“ seit 1991

Zum „Unwort des Jahres“ wird seit 1991 jedes Jahr ein Begriff gekürt, der gegen das „Prinzip der Menschenwürde“ oder gegen „Prinzipien der Demokratie“ verstößt, weil er gesellschaftliche Gruppen diskriminiere oder „euphemistisch, verschleiernd oder gar irreführend“ sei.

dpa/AFP

Rubriklistenbild: © picture alliance / Georg Hilgema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

ArianeGroup und Esa prüfen mögliche Mondmission
Paris (dpa) - Der Raketenbauer ArianeGroup und die europäische Weltraumagentur Esa wollen eine Landung auf dem Mond vor 2025 prüfen.
ArianeGroup und Esa prüfen mögliche Mondmission
Mindestens zehn Tote bei Schiffsbrand
Das Schwarze Meer vor Kertsch ist als Seegebiet schwierig. Politisch streiten sich dort Russland und die Ukraine, seemännisch ist die Passage kompliziert. Nun sind zwei …
Mindestens zehn Tote bei Schiffsbrand
Polizei hört am Flughafen Männer etwas schreien - sofort Festnahme
Zwei Betrunkene haben Nazi-Parolen am Flughafen gebrüllt. Die Polizei schritt ein.
Polizei hört am Flughafen Männer etwas schreien - sofort Festnahme
Teenager war auf Schulweg verschwunden: Mädchen (13) nach vier Tagen wieder da
Die 13-jährige Luciana B. verschwand auf dem Schulweg. Nun wurde der Teenager von der Polizei im Stadtgebiet von Bremen entdeckt. Sie wurde vier Tage vermisst.
Teenager war auf Schulweg verschwunden: Mädchen (13) nach vier Tagen wieder da

Kommentare