Italien: Bombenanschlag an Schule - Eine Tote

Brindisi - Ein Sprengkörper hat mehrere Auszubildende einer Modeschule in der italienischen Hafenstadt Brindisi verletzt und wohl auch ein Leben gefordert.

Kurz vor Unterrichtsbeginn an einer Berufsschule in der süditalienischen Hafenstadt Brindisi hat dort die Explosion eines Sprengsatzes eine Schülerin das Leben gekostet. Mindestens sieben ihrer Mitschüler wurden nach Behördenangaben am Samstag verletzt. Ein verletztes Mädchen, das zum Zeitpunkt der Explosion neben der Getöteten lief, befand sich Berichten zufolge in kritischem Zustand. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

Der Sprengsatz explodierte den Angaben zufolge am Samstagmorgen, als die Schüler an der Schule in Brindisi zum Unterricht eintrafen. Wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete, wurde der Sprengsatz auf einer niedrigen Mauer nahe der Schule platziert. Zuvor hatten die Behörden erklärt, der Sprengsatz sei in einer Mülltonne vor der Schule versteckt gewesen. ANSA meldete, der Sprengsatz habe aus drei Gasbehältern, einem Zünder und womöglich einer Zeitschaltuhr bestanden.

Auf einer nahe dem Ort der Explosion gelegenen Straße lagen Schulbücher und ein Rucksack verstreut. Als die Explosion zu hören war, rannten Schüler aus dem Schulgebäude nach draußen, um zu sehen, was passiert war.

Die Berufsschule ist nach einem getöteten Staatsanwalt und dessen Frau benannt. Giovanni Falcone, der sich gegen die Mafia einsetzte, und seine Frau kamen vor genau 20 Jahren bei einem Bombenanschlag der Cosa Nostra in Sizilien ums Leben. Ob der Anschlag am Samstag mit organisierter Kriminalität zusammenhing, war unklar. Die italienische Innenministerin Anna Maria Cancellieri sagte dem Fernsehsender Sky TG24, es gebe derzeit keine Anhaltspunkte, die auf eine Tat des organisierten Verbrechens deuteten. Die Tat entspreche nicht den üblichen Methoden der Mafia. Die in Sizilien ansässige Cosa Nostra zielt in der Regel auf Einzelpersonen wie Richter oder Staatsanwälte ab.

Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen angekündigt

Erst vor wenigen Tagen hatte die italienische Regierung angekündigt, die Sicherheitsmaßnahmen landesweit zu verstärken. Hintergrund war ein Anschlag auf den Manager einer Atomfirma sowie eine Reihe an die Finanzbehörden adressierte Briefbomben. Zu den Anschlägen hatten sich Anarchisten bekannt.

Bei dem am Samstag getöteten Opfer soll es sich nach einem Bericht des Fernsehsenders Sky TG24 um ein 16-jähriges Mädchen handeln. Die Schülerin sei im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen, sagte ein Beamter des örtlichen Zivilschutzes, Fabiano Amati.

dapd

Rubriklistenbild: © AP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wie eine große Firma: Europaweite Einbrecherclans aufgespürt
Mädchen auf Einbruchstour: Die Münchner Polizei hat Mitglieder einer Bande dingfest gemacht - und spricht von internationalen Strukturen mit womöglich 500 Tätern.
Wie eine große Firma: Europaweite Einbrecherclans aufgespürt
Unglaubliches Video: Seelöwe reißt Mädchen ins Wasser
Damit hätte wohl niemand gerechnet: Ein kleines Mädchen möchte mit ihrer Familie die Seelöwen an einem Pier in Vancouver füttern. Plötzlich taucht eines der Tiere auf …
Unglaubliches Video: Seelöwe reißt Mädchen ins Wasser
Verkaterter Brite lässt sich Pizza direkt ans Bett liefern
Wenn die Partys ausschweifender werden als gedacht, hilft am nächsten Tag nur eines: Im Bett bleiben - und dazu am besten noch ein richtig fettiges Essen. Das dachte …
Verkaterter Brite lässt sich Pizza direkt ans Bett liefern
Unfallzeugin will schlichten und wird krankenhausreif geprügelt
Eine mutige Frau geht dazwischen, als eine Autofahrerin nach einem Unfall von Männern angegangen wird. Dafür wird die 49-Jährige verprügelt und liegt nun schwer verletzt …
Unfallzeugin will schlichten und wird krankenhausreif geprügelt

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion