793 Tote an einem Tag

Coronavirus: Schreckens-Szenario in Italien - Nur Kranke mit guten Chancen dürfen noch auf Intensivstation

Alle Autoren
    schließen
  • Martina Lippl
    Martina Lippl
  • Marcus Giebel
    Marcus Giebel
  • Katharina Haase
    Katharina Haase
  • Patrick Mayer
    Patrick Mayer

In Italien sind die Folgen der Corona-Pandemie weiterhin am stärksten spürbar. Das Land übertrifft bei den Todesfällen mittlerweile China. Ärzte müssen im Schnellverfahren Patienten sortieren.

Dieser Ticker ist beendet. Alle aktuellen Nachrichten zur Corona-Krise in Italien finden Sie in unserem neuen News-Ticker.

Update vom 22. März 2020, 12.35 Uhr: Die Schreckensmeldungen, die uns aus dem besonders schwer von der Coronakrise betroffenen Italien erreichen, haben ein unvorstellbares Ausmaß des Schreckens erreicht. Nur noch Viruserkrankte, mit guten Überlebenschancen können inzwischen noch auf ein Bett auf der Intensivstation hoffen, wie Focus berichtet. 

Corona-Krise in Italien: Patienten mit höherer Lebenserwartung werden bevorzugt

Weil es nicht genug Betten auf den Intensivstationen im Vergleich zum Bedarf an Patienten gibt, hatte die italienische „Vereinigung der Anästhesie, Schmerzlinderung, Reanimation und Intensivtherapie“ (Siaarti) bereits am 7. März festgelegt, dass künftig bei der Verteilung der Plätze auf den Intensivstationen jene Patienten zu bevorzugen seien, „die eine höhere Lebenserwartung haben“. 

Ärzte müssen inzwischen im Schnellverfahren entscheiden, wessen Überlebenschancen höher sind, als die eines anderen. Dieses System wird „Triage“ genannt und stammt aus dem Militär. Es bedeutet so viel wie „sortieren“. Und zu dieser grausamen Maßnahme sind die Ärzte in Italien durch die Corona-Krise mehr und mehr gezwungen.

Kubanische Ärzte und Fachleute aus dem medizinischen Bereich lassen sich mit einem Foto von Fidel Castro, sowie kubanischen und italienischen Landesflaggen vor ihrer Reise nach Italien fotografieren.

Besonders in der Lombardei im Norden Italiens ist die Lage dramatisch. Auf den Intensivstationen der Poliklinik San Donato in Mailand sterben dem Bericht zufolge unter normalen Bedingungen zwischen 12 und 16 Prozent. Von den Corona-Patienten, die auf die Intensivstation kommen, überlebe inzwischen nur noch jeder Zweite, sagte Marco Rest, Vize-Direktor der Intensivstation, der Nachrichtenagentur Reuters laut Focus. Die Zeitung „Il Fatto Quotidiano“ berichtet, dass in der Lombardei sogar neun von 10 Corona-Patienten sterben, ohne je in eine Intensivstation aufgenommen worden zu sein.

Die überdurchschnittlich alte Bevölkerung in Italien trage zudem zu der kritischen Lage in Italien bei. 

Update vom 22. März, 12.22 Uhr: Italien ist das am schwerten von der Corona-Krise getroffene Land derzeit. Der deutsche Fußball-Profi Robin Gosens berichtete nun aus Italien und schildert die teils katastrophalen Zustände, wie tz.de* berichtet. 

Update vom 22. März, 6.27 Uhr: Die italienische Regierung hat im Kampf gegen das verheerende Coronavirus die Schließung aller "nicht lebensnotwendigen" Unternehmen und Fabriken beschlossen. Ministerpräsident Giuseppe Conte sagte am Samstagabend in einer Fernsehansprache, die Regierung habe entschieden, landesweit jegliche Produktion einzustellen, "die nicht ausdrücklich notwendig, entscheidend, unverzichtbar ist, um unsere grundlegenden Waren und Dienstleistungen sicherzustellen". Es handele sich um einen "zusätzlichen Schritt" im Bemühen um eine Eindämmung der durch das Coronavirus ausgelösten Pandemie. Bislang waren noch viele Italiener unterwegs gewesen, um in die Arbeit zu gehen. Das soll sich nun ändern.

Coronavirus in Italien: Kuba schickt Ärzte

Kuba hat am Sonntag ein Ärzteteam nach Italien geschickt, dass die italienischen Kollegen bei ihrem Kampf gegen das Coronavirus unterstützen soll. Die 52 Ärzte und Krankenpfleger sollten in der Lombardei, dem aktuellen Brennpunkt der Corona-Krise, eingesetzt werden, teilte das Gesundheitsministerium in Havanna mit. In Kuba selbst sind nach offiziellen Angaben aktuell 20 Menschen mit dem Virus infiziert, eine Person starb daran.

Corona in Italien: Auch Russland sendet Hilfe

Auch Russland plant, angesichts der Corona-Krise in Italien, die Entsendung von Spezialisten und medizinischer Ausrüstung in das EU-Land. Wie der Kreml am Samstag mitteilte, sicherte Staatschef Wladimir Putin in einem Telefonat mit dem italienischen Regierungschef Giuseppe Conte zu, Italien Schutzausrüstung, mobile Desinfektionssysteme und medizinische Ausrüstung zur Verfügung zu stellen. Außerdem schicke Russland "Spezialisten als praktische Hilfe in die am stärksten betroffenen Gebiete" Italiens.

Coronavirus in Italien: 800 Tote an einem Tag - Regierung greift noch härter durch

Die Zahl der Todesopfer war in Italien binnen 24 Stunden um fast 800 in die Höhe geschnellt. Nach Angaben des Zivilschutzes stieg die Zahl der Menschen, die nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus starben, um 793 auf 4825. Damit wurden 38,3 Prozent der weltweiten Corona-Toten insgesamt aus Italien gemeldet.

Dramatische Bilder: Militärkonvois bringen Leichen von Corona-Opfern aus der Lombardei auf Friedhöfe in Ferrara, das in der östlicheren Emilia-Romagna liegt.

Update vom 21. März, 21.30 Uhr: Auch immer mehr Profi-Fußballer in Italien stecken sich mit Sars-CoV-2 an - oder haben dies längst ungewusst getan.

Nun wurde das Coronavirus beim argentinischen Nationalspieler Paulo Dybala von Juventus Turin nachgewiesen. Das bestätigte der 26-jährige Angreifer vom italienischen Serienmeister auf Instagram. 

Auch seine Freundin Oriana Sabatini wurde demnach positiv auf das Virus getestet. „Glücklicherweise geht es uns bestens“, schrieb Dybala, der sich zudem für die zahlreichen Nachrichten bei seinen Fans bedankte.

Angreifer von Juventus Turin: Paulo Dybala.

Dybala ist damit der dritte Juve-Profi nach Abwehrspieler Daniele Rugani und Weltmeister Blaise Matuidi, bei dem das Coronavirus festgestellt wurde. In der Serie A erwischte es besonders Sampdoria Genua hart - mehrere Spieler und Mitarbeiter mussten wegen Corona in Quarantäne

Update vom 21. März, 21 Uhr: In Italien herrscht zur Eindämmung der Corona-Pandemie im ganzen Land eine Ausgangssperre. Viele Selbständige und Gastronomen können ihrer Arbeit nicht nachgehen - fatale wirtschaftliche Konsequenzen sind zu erwarten. Für einzelne und die gesamte Volkswirtschaft.

Auch in Bayern gibt es mittlerweile Ausgangsbeschränkungen - haben Selbständige hierzulande einen Entschädigungsanspruch? Eine Spurensuche.

Corona-Krise in Italien: Wieder Hunderte Tote in der Lombardei

Update vom 21. März, 19 Uhr: Immer wieder Lombardei: Berichten zufolge gab es innerhalb von 24 Stunden 546 neue Todesfälle durch das heimtückische Coronavirus zu beklagen.

Demnach stieg die Zahl der Corona-Toten in der norditalienischen Region auf 3095 (Stand früher Samstagabend).

Update vom 21. März, 18.35 Uhr: Die Sterberate in Italien wegen Corona ist unvermindert hoch - und die Zahl der Todesopfer durch die neuartige Lungenkrankheit steigt unaufhörlich.

Im Zuge der Coronavirus-Pandemie hat Italien an nur einem Tag fast 800 Tote vermeldet. Wie der Zivilschutz in Rom mitteilte, starben bis Samstag 4825 Menschen - das sind 793 Opfer mehr als am Vortag und so viele wie bisher an keinem anderen Tag.

Italien ist das Land mit den meisten offiziell gemeldeten Toten wegen des Coronavirus auf der Welt.

Corona-Krise in Italien: Priester opfern sich für Erkrankte

Update vom 21. März, 18.05 Uhr: „Mögen Sie den Mut haben, hinauszugehen zu den Erkrankten, um ihnen die Kraft des Wortes Gottes und die Eucharistie zu bringen“, hatte Papst Franziskus Italiens Priestern in Kampf gegen das Coronavirus mit auf den Weg gegeben.

Rom: Ein Priester segnet den Eingang zum "Columbus Covid 2 Hospital", einem neuen Krankenhaus, das für die Behandlung von Covid-19-Patienten eröffnet wurde.

Offenbar viele Geistliche hielten sich daran, und bezahlten ihre Loyalität, Treue und Hilfsbereitschaft mit dem Leben. Mehr als 30 Seelsorger sind in Italien bereits an Folgen des Coronavirus gestorben. Viele von ihnen waren dem Appell von Franziskus gefolgt und wollten den Gläubigen in schwerer Zeit beistehen.

Auch in dieser Statistik hat das lombardische Bergamo die traurige Spitzenposition: Demnach sind in der norditalienischen Provinz bereits 16 Geistliche einer Corona-Infektion erlegen, insgesamt sind mehr als 5.000 Infektionsfälle in Bergamo registriert.

Corona-Krise in Italien: In Großbrirannien werden noch mehr Tote befürchtet

Update vom 21. März, 17.50 Uhr: Noch mehr Tote als in Italien? Großbritannien ist wegen der Corona-Krise höchst alarmiert. Nach und nach werden auch im Vereinigten Königreich mehr und mehr Fälle identifiziert und registriert.

Mehr noch: Das Coronavirus könnte im Vereinigten Königreich besonders viele Menschenleben fordern - vielleicht sogar mehr als in Italien, fürchten Experten laut Medienberichten.

Der staatliche Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) in Großbritannien, der vor allem aus Steuermitteln finanziert wird, ist seit vielen Jahren chronisch unterfinanziert, überlastet und marode. Kritiker sprechen davon, dass das Gesundheitswesen schlicht kaputtgespart worden ist.

Update vom 21. März, 16.20 Uhr: Roms Oberbürgermeisterin Virginia Raggi hat sich wegen eines Aufrufs im Kampf gegen das Coronavirus reichlich Kritik eingehandelt. Nicht, dass dieser Aufurf verkehrt wäre, keineswegs.

Es geht viel mehr um die Art und Weise: Sie appelliert an ihre Mitbürger, im Zuge der Corona-Pandemie auf jeden Fall in den eigenen vier Wänden zu bleiben und nicht ins Grüne zu gehen. Jedoch steht sie auf dem Video selbst in einem grün blühenden Park. „Es gibt Leute, die noch rausgehen, als sei nichts gewesen. So geht es nicht“, erklärt sie mit ernster Miene.

Oberbürgermeisterin von Rom: Virginia Raggi.

Bei den Einwohnern kam das weniger gut an. „Genial. Man stellt sich in den Park und sagt den Menschen, dass sie zu Hause bleiben sollen“, hieß es in den Kommentaren auf Raggis Twitter-Account. Oder: „Können wir jetzt alle in den Park gehen und Videos machen, um den Leuten zu sagen, sie sollen daheim bleiben.“

Corona-Krise in Italien: In Bergamo sterben weiterhin viele Menschen

Update vom 21. März, 15.50 Uhr: Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet, sind am Freitag allein in der lombardischen Stadt Bergamo 90 Menschen dem Coronavirus erlegen.

Wegen Corona leider im Dauereinsatz: Sargträger im lombardischen Bergamo.

Die 120.000-Einwohner-Stadt, die wegen ihrer malerischen Altstadt zum UNESCO Welterbe gehört, ist durch die Corona-Pandemie besonders stark betroffen. Die Ärzte und Krankenschwestern kämpfen auch aktuell um viele Menschenleben.

Update vom 21. März, 12.18 Uhr: In der besonders schwer getroffenen Stadt Bergamo müssen erneut Militärwagen die Särge mit den Convid-19-Toten in andere Städte transportieren. Laut der Nachrichtenagentur seien in der Nacht zu Samstag rund 70 Särge weggebracht worden. 

„Wir hoffen, dass wir bald Licht am Ende des Tunnels sehen, bisher sehen wir es noch nicht“, sagte Bürgermeister Giorgio Gori. Strikte Ausgangssperren und andere Maßnahmen zeigten leider noch nicht ihren Effekt. In der Gegend soll jetzt ein Feldkrankenhaus die Not der vollkommen überlasteten Kliniken lindern.

Corona-Krise in Italien: Wissenschaftler hat Vorschlag, der schwer umzusetzen ist - Ort komplett geheilt

Update vom 21. März, 10.56 Uhr: Ein Dörfchen in der Nähe von Venedig hat nach Ausbruch des Coronavirus alle 3300 Einwohner unter Quarantäne gestellt und damit die Zahl der Infektionen in der kleinen Gemeinde zumindest vorübergehend auf Null gesenkt, wie der Stern unter Bezugnahme auf die englische Zeitung Guardian berichtet. Es handelt sich um das lombardische Vo, das zudem landesweit den ersten Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 zu beklagen hatte.

In der Folge wurden alle Einwohner getestet - zweimal mit einem Abstand von neun Tagen. Den Wissenschaftlern der Universität Padua zufolge habe es beim ersten Durchgang 89 positive Fälle gegeben, beim zweiten nur noch sechs. Da die erkrankten Menschen schon unter Quarantäne gestellt wurden bevor sie Symptome zeigten, sei es gelungen, die Ausbreitung des Coronavirus binnen 14 Tagen zu stoppen.

Kämpfen um viele Menschenleben: die Mediziner in Norditalien.

Die Forscher sprechen von einer „100-prozentigen Heilungsrate bei den zuvor infizierten Personen“, zudem seien keine neuen Erkrankungsfälle aufgetreten. Was ihnen ebenfalls auffiel: Als der erste Erkrankte Symptome zeigte, seien bereits drei Prozent der Ortseinwohner infiziert gewesen - bis auf die eine Ausnahme verlief das Krankheitsbild jedoch asymptomatisch.

Demnach steht für die Wissenschaftler fest: Um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen, müsste jede(r) getestet werden - unabhängig von Symptomen. Nur so sei auch eine verlässliche Sterblichkeitsrate zu berechnen. Der Vorschlag wird wohl landesweit schwer umzusetzen sein.

Leider hat das Happy End in Vo noch einen Epilog mit negativem Einschlag. Mittlerweile gibt es in dem Ort laut der italienischen Agentur Ansa wieder einen Corona-Fall. Offenbar ist dies auf einen Ortswechsel der Person oder eine Ansteckung durch eine asymptomatische Person zurückzuführen.

Update vom 20. März, 22.30 Uhr: Der rasante Anstieg der Todeszahlen durch das Coronavirus in Italien sorgt auch in der deutschen Politik für tiefe Betroffenheit.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) zeigte sich auf Twitter bestürzt über die neuesten Zahlen aus dem EU-Mitgliedsland.

„627 #Covid_19-Tote in Italien nur in den letzten 24 Stunden. Fürchterlich. Meine Gedanken sind bei den Angehörigen der Verstorbenen“, schrieb der Saarländer auf dem Kurznachrichtendienst: „Meine Bitte richtet sich an alle, diese Krise ernst zu nehmen: Bleiben Sie zu Hause, wenn es irgendwie geht.“

Corona in Italien: Krankenschwester aus Mailand schildert von dramatischen Szenen

Update vom 20. März, 21.30 Uhr: Dramatischer Kampf gegen Corona: Italienische Krankenschwestern und Ärzte schildern in Handyvideos von den dramatischen Zuständen aus den Krankenhäusern - vor allem in der Lombardei.

„Wir arbeiten unter sehr großem Stress und Druck. Die psychische Anspannung ist durch die Decke gegangen. Leider können wir die Problematik in der Lombardei nicht mehr eindämmen“, erklärt die Mailänder Krankenschwester Daniela Confalionieri in einem Video, das t-online.de veröffentlichte: „Das Ansteckungslevel ist so hoch, dass wir die Toten nicht mehr zählen können. Es ist unvorstellbar. Ich wünsche allen nur das Beste. Lasst uns weiter lächeln und stark bleiben.“

Alleine in der Lombardei sollen an diesem Freitag (mindestens) 380 Menschen an der Lungenkrankheit COVID-19 gestorben sein.

Update vom 20. März, 20.55 Uhr: „ITALIEN IST NICHT ALLEIN!“ Mit diesen emotionalen Worten hat sich EU-Ratschef Charles Michel in der dramatischen Coronavirus-Krise an das durch die Corona-Pandemie schwer getroffene Mittelmeer-Land gewandt.

Corona in Italien: EU-Ratschef versichert europäische Solidarität

Er schrieb einen Brief stellvertretend an in den italienischen Präsidenten Sergio Mattarella. Der Belgier sicherte den Italienern die Solidarität Europas zu und brachte seine Bewunderung für das italienische Krisenmanagement zum Ausdruck.

An diesem Freitag stieg die Zahl der Todesopfer durch die neuartige Lungenkrankheit auf zwischenzeitlich 4032 an. Kein Land auf der Welt hat mehr Todesopfer durch die Pandemie zu beklagen. 

Ein Künstler dankt mit einem überdimensionalen Bild an der Fassade eines Krankenhauses den Ärzten und Krankenpflegern im schwer getroffenen Bergamo für Ihren Einsatz.

„Wir beobachten mit Emotion und Respekt die Vorreiterrolle der italienischen Behörden bei der Bewältigung der Krise, mit zeitnahen, umfassenden und sozial bedeutenden Maßnahmen, um die Ausbreitung der Infektion zu begrenzen“, heißt es in dem Brief von Charles Michel, Italien habe einen unerschrockenen Sinn für Weitsicht, Einheit und Widerstandsfähigkeit gezeigt.

Am Ende des Briefes schreibt der Belgier, Italien und Europa würden stärker als zuvor aus der Krise hervorgehen. „Wie man es aus allen Ecken Ihres wundervollen Landes widerhallen hört: ALLES WIRD GUT.“

Update vom 20. März, 18.55 Uhr: Dramatische Ausmaße wegen Corona: Nicht nur in der Lombardei, sondern in ganz Italien nimmt die Zahl der Todesopfer durch das Coronavirus ungemindert zu.

Corona Italien: Bisher höchste Coronavirus-Opferzahl an einem Tag

Konkret: Innerhalb von 24 Stunden sind nach Behördenangaben 627 weitere Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben. Das ist bisher die höchste Opferzahl binnen eines Tages, wie der Zivilschutz an diesem Freitag mitteilte.

Corona-Krise in Italien: Ärzte und Krankenpfleger kämpfen in Brescia um das Leben der Patienten.

Stand Freitagabend sind mehr als 4.000 Menschen in Italien bisher an den Folgen des Coronavirus erlegen - so viele wie in keinem anderen Land der Welt. Die Zahl der bestätigten Infizierten liegt mittlerweile bei über 47.000, einzig an einem Tag kamen demnach weitere 6.000 gemeldete Fälle hinzu. 36 Prozent der Corona-Todesopfer weltweit sind nun in Italien zu beklagen, alleine in den vergangenen drei Tagen starben 1.500 - meist alte - Personen an der heimtückischen Lungenkrankheit.

Trotz drastischer Maßnahmen gelang es der Regierung in Rom bisher nicht, die Lage in den Griff zu bekommen. Nun erwägt sie weitere Einschränkungen wie etwa das Verbot von allen Aktivitäten im Freien.

Corona Italien: Hunderte weitere Tote nur in der Region Lombardei

Update vom 20. März, 18.20 Uhr: Die Zahl der Todesopfer, die das Coronavirus in Italien fordert, steigt dramatisch.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, sind alleine in der besonders schwer von der Pandemie betroffenen Lombardei binnen 24 Stunden weitere 380 Menschen der heimtückischen Lungenkrankheit COVID-19 erlegen.

Coronavirus: Soldaten errichten im italienischen Cremona ein Feldkrankenhaus.

Wie die Bild schreibt, sind - Stand Freitagnachmittag - in der norditalienischen Region damit bislang etwa 2550 Menschen an Corona gestorben. 

Der Kampf gegen das Virus geht indes unvermindert weiter. In der 70.000-Einwohner-Stadt Cremona haben Soldaten der italienischen Armee ein Feldkrankenhaus für die Behandlung schwerer Fälle errichtet.

Italien in der Corona-Krise: 300 Kinder positiv auf Coronavirus getestet

Update vom 20. März, 10.06 Uhr: Im Zuge der Coronavirus-Pandemie sind in Italien bisher rund 300 Kinder positiv auf den Erreger getestet worden. „Es gibt aber bisher keine Todesfälle und keine schweren Verläufe bei Kindern“, sagte Alberto Villani, Präsident des italienischen Kinderarztverbandes, bei einer Pressekonferenz des Zivilschutzes in Rom. „Das dürfte viele Eltern und Großeltern beruhigen. Das Coronavirus an sich scheint derzeit kein Problem von Kindern zu sein.“ Insgesamt gibt es in Italien Zehntausende Infizierte und Tausende Tote.

Update vom 19. März, 18.33 Uhr: Die Lage in Italien wird immer schlimmer. Das Land hat im Zuge der Coronavirus-Pandemie mehr Todesfälle als China gemeldet und ist damit das Land auf der Welt mit den meisten offiziell gemeldeten Toten. Bisher seien 3.405 Menschen gestorben, teilte der italienische Zivilschutz am Donnerstag in Rom mit.

China beklagt täglich noch immer neue Todesfälle. Am Donnerstag kamen nach offiziellen Daten acht Tote hinzu, womit die Gesamtzahl der Opfer auf 3.245 Fälle stieg. Insgesamt wurden auf dem chinesischen Festland 80.928 Infizierte registriert, von denen sich mehr als 66.000 wieder erholt haben. In Italien liegt die Zahl der gemeldeten Infizierten mittlerweile bei mehr als 41.000. Am Vortag waren es noch rund 35.700.

Italien hat in der Vergangenheit drastische Maßnahmen verhängt. Diese sollen nun wohl auch verlängert werden. Ursprünglich waren Schulschließungen und Ausgangssperren bis 3. April angesetzt - es wird allerdings erwartet, dass die Regierung diese bald ausweitet.

Corona-Krise in Italien: Militär transportiert Leichen aus Bergamo ab 

Rom - Es sind Fotos, die einem unter die Haut gehen. Militärlaster stehen vor einem Friedhof im Zentrum von Bergamo (Lombardei), um Särge mit Corona-Todesopfern abzuholen. Die Krematorien sind überlastet. Das Militär soll die Särge zu anderen Krematorien in anderen italienischen Regionen transportieren, berichtet die italienische Nachrichtenagentur ansa.it

Die Leichenhallen in Bergamo ist überfüllt, schreibt die italienische Zeitung La Repubblica. Särge von Opfern des Coronavirus können nicht mehr aufgenommen werden. Der Ofen des Krematoriums sei schon 24 Stunden in Betrieb und jetzt an den Rand seiner Kapazität gekommen. Auf den Friedhöfen in Bergamo gibt es keinen Platz.

Um die Leichenhalle des Friedhofs zu entlasten, seien die Särge der Verstorbenen in der Kirche von Ognissanti aufbewahrt worden. Am Mittwoch dann gab es eine Lösung für diesen Notfall: der Einsatz von Militärfahrzeugen. Letzte Nacht musste das Militär die Leichen zum Einäschern in andere Regionen bringen. 

Corona-Tote in Italien - Bilder, die unfassbar weh tun 

Die Aufnahmen von dem Militärkonvoi, die aus Bergamo verstorbene Coronavirus-Patienten in andere Provinzen bringen, sind erschütternd. 

In den sozialen Netzwerken reagieren Menschen bestürzt auf die Bilder. Auf Twitter hat ein Nutzer ein Video geteilt, um Italiener aufzurütteln.

„Sie mussten die Armee rufen, um Lastwagen und Lastwagen mit Särgen zu beladen, um sie in Krematorien außerhalb der Region zu bringen“, schreibt der User.  Und weiter: „Bevor du dich über die Lockdown-Verlängerung beschwerst, schau dir das Video an.“

„Ein Bild, das unfassbar weh tut. In Bergamo werden die Särge von 70 Toten per Militärkonvoi aus der Stadt gefahren, weil die Krematorien überfüllt sind. Hinterbliebene können sich nicht verabschieden. Dieses Foto ist ein Einschnitt, die Situation ist ernst“, twittert ein anderer Nutzer und setzt dazu die Hashtags #COVID19 und #StayAtHome.

Corona-Krise Video: Italiens Krankenhäuser sind am Limit

Corona-Krise in Italien:

Das Coronavirus hat das öffentliche Leben in Italien* weitgehend stillgelegt: Läden, Bars und Schulen sind geschlossen, die Grenzen abgeriegelt. Die Zahl der Infizierten steigt. Ärzte kämpfen an allen Fronten.

Das Robert Koch-Institut (RKI) warnt seit Wochen vor einer extremen Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland. Schulen und Kitas sind geschlossen, die Grenzen dicht. Die Bundesregierung versucht die Ausbreitung des Virus zu bremsen. 

Europa gilt inzwischen als das Epizentrum der Covid-19-Pandemie*. Spanien, Frankreich und Deutschland befinden sich im Ausnahmezustand. Droht dieser bald auch in Afrika? Die WHO gibt eine dramatische Warnung ab.

Im Internet gibt es interaktiver Coronavirus-Karten*, die die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 in Echtzeit zeigen. 

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

ml/pm mit Material der dpa und von AFP

Rubriklistenbild: © dpa / Ismael Francisco

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Höchststand: 731 neue Tote in New York
New York auf dem vorläufigen Höhepunkt der Corona-Pandemie: Während die Zahlen der Opfer kräftig steigen, wird nun sogar eine Kirche als Krankenhaus umfunktioniert. Doch …
Höchststand: 731 neue Tote in New York
Corona in BaWü: Regierungspartner CDU attackiert Kretschmann - „Es bedarf keines Auftrags des Herrn Ministerpräsidenten“
In Baden-Württemberg steigt die Zahl der Infizierten und der Todesfälle wegen Corona. Alle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im News-Ticker.
Corona in BaWü: Regierungspartner CDU attackiert Kretschmann - „Es bedarf keines Auftrags des Herrn Ministerpräsidenten“
Wetter in Deutschland: Erst Traum-Temperaturen zum Wochenstart - dann bittere Wende an Ostern
Jetzt startet der Frühling richtig durch: Die Temperaturen erreichen unerwartete Höchstwerte in ganz Deutschland. Doch es gibt auch schlechte Nachrichten.
Wetter in Deutschland: Erst Traum-Temperaturen zum Wochenstart - dann bittere Wende an Ostern
Corona: Führt Schwedens Sonderweg in „Katastrophe“? Finnland hat gigantische Vorratszentren „unter Geheimhaltung“
Die Corona-Krise hat in Europa verheerende Folgen. Tausende Menschen sind bereits an Covid-19 gestorben. Alle Neuigkeiten im News-Ticker.
Corona: Führt Schwedens Sonderweg in „Katastrophe“? Finnland hat gigantische Vorratszentren „unter Geheimhaltung“

Kommentare