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Erdrutsch auf Ischia: Kleiner Hund fast drei Tage im Auto eingesperrt – Neue Unwetter befürchtet

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Von: Martina Lippl

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Die Zeit nach dem Erdrutsch auf der Insel Ischia drängt. Rettungsteams suchen unermüdlich Meter für Meter weiter nach den Vermissten. Neue Unwetter sind für Italien angesagt.

Neapel/Casamicciola - Im Schlamm graben die Einsatzkräfte der Feuerwehr weiter. Unermüdlich sind sie auf der Suche nach den Vermissten auf der Insel Ischia (Italien). Bei dem Unwetter verloren mindestens acht Menschen, darunter drei Kinder und ein Baby, ihr Leben. Noch werden Menschen vermisst. Zwei weitere Leichen wurden am Dienstagmorgen lokalisiert, berichtet der italienische Nachrichtensender Rai. Es soll sich um die Eltern der Kinder handeln, die in den vergangenen Tagen gefunden wurden. Die Zahl der Todesopfer steigt damit auf zehn.

Erdrutsch auf Ischia: Feuerwehrleute entdeckten kleinen Hund im Autowrack

Auf dem Berg Epomeo löste sich in der Nacht auf Samstag eine gewaltige Schlammlawine. Auf ihrem Weg riss sie alles mit. Im Küstenort Casamicciola existiert die Straße Via Celario seitdem nicht mehr. Das Gebiet ist durch den Erdrutsch komplett verwüstet. Schlammmassen zerstörten Autos und Busse und Häuser.

160 Feuerwehrleute sind seit über 48 Stunden auf Ischia im Einsatz. Feuerwehrleute haben einen kleinen Hund rund 72 Stunden nach dem Erdrutsch in einem Auto entdeckt. Auf Fotos ist zu sehen, wie der Hund durch die Windschutzscheibe eines Autos schaut. Der silberne Wagen liegt auf der Seite, ist schwer beschädigt. Über zehn Meter soll das Fahrzeug mit der Schlammlawine mitgerissen worden sein, berichten italienische Medien. Besonders tragisch: Der Hund gehört einem der ersten Opfer des Erdrutsches am 26. November.

Nach Erdrutsch in Ischia saß ein kleiner Hund fast drei Tage lang im Auto fest. Sein Besitzer kam in der Schlammlawine ums Leben.
Nach Erdrutsch in Ischia saß ein kleiner Hund fast drei Tage lang im Auto fest. Sein Besitzer kam in der Schlammlawine ums Leben. © Ciro Fusco/imago

Erdrutsch auf Ischia: Retter unter Zeitdruck – neue Unwetter im Anmarsch

Während Rettungsteams weiter in bestimmten Zonen mit Schaufeln graben, suchen Taucher den Meeresboden am Hafen weiter mit Sonargeräten ab. Doch die Vorhersagen für das Wetter bereiten Sorgen. In den nächsten Stunden und Tagen sind erneut Unwetter in Italien angesagt. Auf der Mittelmeerinsel im Golf von Neapel werden ergiebige Regenfälle erwartet. Die Suche nach den letzten Vermissten hat nach Angaben der Retter oberste Priorität. Auch die Frage, wann die Bewohner wieder in ihre Häuser zurückkehren können. Doch die Lage vor Ort ist kompliziert. Teilweise seien die vorhandenen Strukturen unsicher, es müssten besondere Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden, erklärte Adriano De Acutis, Provinzkommandant der Feuerwehr von Neapel, laut Rai.

Inzwischen ermittelt die italienische Staatsanwaltschaft. Baugenehmigungen und die Instandhaltung des Flussbettes sollen untersucht werden. Überall auf der Insel Ischia gäbe es Häuser mit Meerblick – illegal gebaut, so lautet ein Vorwurf kurz nach dem tödlichen Erdrutsch. Dazu seien die betroffenen Orte als Risikogebiete für Erdrutsche bekannt. Der Schutz sei vernachlässigt worden.

Nach Erdrutsch auf Ischia: Rund um die Uhr suchen Einsatzkräfte weiter nach Vermissten.
Nach Erdrutsch auf Ischia: Rund um die Uhr suchen Einsatzkräfte weiter nach Vermissten. © Twitter Vigili del Fuoco

Altkanzlerin Merkel trauert um Opfer des Unwetters auf Ischia

Die italienische Insel Ischia ist ein beliebtes Urlaubsziel. Altkanzlerin Angela Merkel hat immer wieder Urlaub auf der Insel gemacht. Nach dem schweren Unwetter vom Wochenende zeigte sich die CDU-Politikerin betroffen und drückte den Menschen ihre Anteilnahme aus. „Ich trauere mit Ihnen um die Opfer und bin in Gedanken bei Ihren Angehörigen, bei allen von der Katastrophe Betroffenen und bei den Rettungskräften“, hieß es am Montag in einer Mitteilung auf der offiziellen Seite der 68-Jährigen. Merkel kenne die bei Touristen beliebte Ferieninsel am Golf von Neapel gut. Die Menschen seien ihr ans Herz gewachsen. (ml)

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