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Verursachten tödlichen Gardasee-Bootscrash: Münchner schreiben Brief an Angehörige - die reagieren ablehnend

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Von: Martina Lippl

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Italienische Forensiker begutachten den Schaden an einem Boot. Im Fall zweier Toter auf dem Gardasee nach einer mutmaßlichen Bootskollision ermittelt die italienische Polizei gegen zwei Deutsche aus München.
Italienische Forensiker begutachten den Schaden an einem Boot. Im Fall zweier Toter auf dem Gardasee nach einer mutmaßlichen Bootskollision ermittelt die italienische Polizei gegen zwei Deutsche aus München. © Gabriele Strada/dpa

Nach dem Boots-Unfall mit zwei Todesopfern am Gardasee ermittelt die Polizei weiter. Nun gibt es eine Wende.

Rom/Brescia - Italienische Behörden sollen nach Informationen der Bild (hinter Bezahlschranke) einen europäischen Haftbefehl gegen einen Münchner beantragt haben. Er soll am Steuer des Luxus-Motorbootes gestanden haben (mit einem weiteren Begleiter an Bord), das auf dem Gardasee ein Holzboot gerammt hatte. Ein junges Paar starb im Zuge der Kollision.

Der tödliche Bootsunfall ereignete sich in der Nacht von Samstag (19. Juni) auf Sonntag (20. Juni) und sorgt seitdem für Empörung in den italienischen Medien. Gegen die beiden Münchner wird ermittelt, doch wurden sie kurz nach dem Unfall auf freiem Fuß gesetzt und reisten wieder in ihre Heimat.

Tödlicher Boots-Unfall am Gardasee: Münchner droht Auslieferung nach Italien

Der Tourist aus München ist Bild zufolge von der italienischen Justiz zur Fahndung ausgeschrieben. Für Auslieferungen in einen anderen EU-Staat sind die Hürden jedoch hoch. Die Generalstaatsanwaltschaft München würde prüfen, ob der Mann tatsächlich ausgeliefert wird. Falls das Ersuchen aus Italien gerechtfertigt sei, könnte ein Richter am Oberlandesgericht in München einen Haftbefehl erlassen. Auf Anfrage von Merkur.de und tz.de* wollte sich der stellvertretende Pressesprecher der Generalstaatsanwaltschaft München dazu nicht äußern.

Der Betroffene müsste dann beim Vorliegen eines Haftbefehls befragt werden und zustimmen. Gegen seinen Willen könnte er nur ausgeliefert werden, wenn OLG-Richter dem stattgeben. Allerdings müssen die italienischen Behörden zuvor alle Ermittlungsunterlagen ans OLG schicken. In den allermeisten Fällen geben die Gerichte solchen EU-Haftbefehlen statt.

Den beiden Münchnern wird vorgeworfen, in der Nacht auf den 20. Juni mit ihrem Riva Acquarama Motorboot auf dem Gardasee ein kleineres Holzboot gerammt und einfach überfahren zu haben. Die beiden Insassen in dem Holzboot kamen dabei ums Leben. Ein 37-jähriger Italiener wurde tot in dem Boot entdeckt. Die Leiche seiner Freundin (25) bargen Taucher Stunden später. Laut Rechtsmedizin ertrank sie. Die beiden Männer sollen laut Angaben eines Anwalts von dem Crash nichts bemerkt haben.

Wie das italienische Portal ilgiono.it berichtet, sollen die beiden deutschen Touristen einen Brief an die Familien der Opfer geschrieben haben. Das bestätigte ein Anwalt der Angehörigen. Der Brief sei bei den Empfängern nicht positiv aufgenommen worden. Den verspäteten Text hätten die Angehörigen für nicht aufrichtig empfunden. Es sei nicht einmal von den „beiden Herren“ unterschrieben worden. (ml)*tz.de und Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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