Rettungskräfte bei den Bergungsarbeiten der verunglückten Seilbahn am Sonntag. Im Hintergrund der Lago Maggiore.
+
Rettungskräfte bei den Bergungsarbeiten der verunglückten Seilbahn. Im Hintergrund der Lago Maggiore.

Greift nun das Gesetz ein?

Seilbahn-Unglück in Italien: Nach „Entführung“ von Eitan - jetzt bahnt sich ein neues Drama an

  • Jennifer Lanzinger
    VonJennifer Lanzinger
    schließen

Nach dem Seilbahn-Unglück in Italien geht das Drama für den einzig Überlebenden weiter. Der kleine Eitan wurde nach Israel „entführt“, nun wird gegen den wohl bereits vorbestraften Großvater ermittelt.

Pavia - Das Seilbahn-Unglück in Italien dürfte sich vielen Menschen ins Gedächtnis gebrannt haben, 14 Menschen waren bei dem Absturz der Gondel ums Leben gekommen. Einzig der kleine Eitan überlebte das Unglück, vermutlich, weil seine Mutter ihre Arme schützend um ihr Kind gelegt hatte. Doch für den heute Sechsjährigen scheint sich das nächste Drama anzubahnen, das Kind wurde offenbar vom eigenen Großvater entführt. Nun kommen weitere Details ans Licht.

Seilbahn-Unglück Italien: Nach „Entführung“ von Eitan - Ermittlungen gegen wohl bereits vorbestraften Großvater

Der Junge, der bei dem Unglück nicht nur seine Eltern, seinen kleinen Bruder und seine Urgroßeltern verloren hatte, hatte seit dem Unglück bei seiner ebenfalls in Italien lebenden Tante väterlichseits gelebt. Seine Tante war auch diejenige, die dem einzig Überlebenden des Unglücks vom Tod seiner Familie berichtet hatte. Nachdem Eitan mit seinen Eltern bereits jahrelang in Italien gelebt hatte, sollte der Sechsjährige dort auch zur Schule gehen. Die Tante väterlichseits wurde deshalb zum gesetzlichen Vormund des Kindes ernannt.

Gegen den Großvater mütterlicherseits bestehen nun jedoch schwerwiegende Anschuldigungen, er soll bei einem Besuch am vergangenen Wochenende (11. September) den Sechsjährigen nach Israel „entführt“ haben. Nachdem der Verdacht der Entführung bereits durch eine Anzeige erhoben worden war, wurde der besagte Großvater in Israel nun laut Medienberichten von der Polizei befragt. Bei dem Mann soll es sich demnach um einen 58-Jährigen handeln, er sei auf freien Fuß gesetzt worden. Die Untersuchung gegen ihn gehe jedoch weiter.

Seilbahn-Unglück in Italien: Großvater brachte Jungen offenbar zunächst in die Schweiz

Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet, habe die Staatsanwaltschaft Pavia Ermittlungen wegen Freiheitsberaubung eingeleitet. Er sei mit dem Kind, so berichten es italienische Medien übereinstimmend, zunächst in die Schweiz gefahren. Von dort habe der Großvater mit einem Privatflieger den kleinen Eitan nach Israel gebracht. Wie RTL nun berichtet, soll der 58-Jährige bereits mehrfach vorbestraft sein. Unter anderem wegen Misshandlung seiner Ex-Frau.

Die Tante, die nach dem Unglück von einem Gericht als Vormund ernannt worden war, setzt für die Rückkehr Eitans auf eine internationale Vereinbarung, nämlich das Haager Kindesentführungsübereinkommen, dem sich sowohl Israel als auch Italien angeschlossen haben. Dieses soll Kinder vor Entführungen oder Verschleppungen in andere Länder schützen. Zudem sieht es vor, Kinder so schnell wie möglich in den Staat des bisherigen, gewohnten Aufenthalts zurückzubringen. Die italienische Regierung prüft ein Eingreifen in den mutmaßlichen Entführungsfall.

Auch interessant

Kommentare