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„Es ist eine Katastrophe hier“: Unwetter in Italien verwüstet Orte in Lombardei

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Von: Martina Lippl

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Unwetter in Italien: Eine Schlammlawine verwüstete zwei Ortschaften in der Provinz Brescia.
Unwetter in Italien: Eine Schlammlawine verwüstete zwei Ortschaften in der Provinz Brescia. © Screenshot Facebook/Questura di Brescia

Überall ist Schlamm und Geröll, Straßen sind unpassierbar. 50 Personen mussten evakuiert werden. Unwetter sorgten in Italien sorgten zwei Gemeinden in der Provinz Brescia für enorme Schäden.

Barone – Der Zivilschutz in Italien hatte für die Nacht auf Donnerstag eine Unwetterwarnung für die Lombardei, das Piemont, Venetien, das Trentino und Südtirol herausgegeben. Heftige Regenfälle gingen im Valcamonica-Tal in der Provinz Brescia runter.

„Von einer Wasserbombe“, berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Der Wildbäche traten über die Ufer und überschwemmte das Gebiet zwischen den Orten Niardo und Braone. Eine echte Schlammlawine traf die beiden Gemeinden, teilt der Verwaltungsbezirk Brescia am Donnerstag mit. Die Staatsstraße SS42 und die Eisenbahnstrecke mussten in der Nacht abgesperrt werden.

Bäume, Felsbrocken und Schlamm auf einer Straße in Italien
Bäume, Felsbrocken und Schlamm – Unwetter in Italien sorgt für katastrophale Überschwemmungen. © Screenshot Facebook/Questura di Brescia

Unwetter in Italien: „Es ist eine Katastrophe hier“

„Um Mitternacht, nach einer Stunde intensiven Regens, hörten wir ein großes Geräusch, es klang wie ein Erdbeben: Es war der überflutete Bach. Jetzt ist es hier eine Katastrophe“, berichtet Carlo Sacristani, Bürgermeister von Niardo. 50 Personen mussten nach Angaben der Behörden aus Sicherheitsgründen evakuiert werden. Es roch nach Gas. Drei Menschen wurden verletzt in Krankenhäuser gebracht. Ihr Zustand sei jedoch nicht ernst.

Überall Schlamm und Geröll nach Unwetter in Italien:  Dutzende Autos, wie hier der Fiat, wurden einfach weggeschwemmt.
Überall Schlamm und Geröll nach Unwetter in Italien: Dutzende Autos, wie hier der Fiat, wurden einfach weggeschwemmt. © Screenshot Facebook/Questura di Brescia

Wassermassen und Geröll wälzten sich durch die beiden Ortschaften. Dutzende Autos liegen in den Trümmern. Der Schlamm reicht in einigen Häusern bis in den ersten Stock und höher. Türen wurden ausgerissen und als Laufstege über den Schlamm benutzt, um ältere Menschen und Kinder in Sicherheit zu bringen, berichtet www.giornaledibrescia.it. Die Aufräumarbeiten laufen. Einsatzkräfte der Feuerwehr überprüfen und sichern die beiden Orte. Die Staatsstraße ist inzwischen wieder befahrbar.

Wetterchaos in Italien – Enorme Hagelkörner

Auch in anderen Teilen Norditaliens kam es in den vergangenen Tagen zu heftigen Unwettern. Die Mailänder Tageszeitung Corriere della Sera zeigte Fotos von dicken Hagelkörnern aus der Provinz Cuneo im Piemont. Die italienische Feuerwehr war aufgrund eines heftigen Hagelsturms in der Lombardei im Dauereinsatz. Wegen umgestürzten Bäumen, Überschwemmungen und Dachschäden rückten die Feuerwehren nach eigenen Angaben aus. Der Hagel war zum Teil enorm, wie auf Fotos auf Twitter zu sehen ist.

Grund für die heftigen Unwetter in Italien ist laut Website il.meteo.it der Zustrom kälterer Luft, die sich mit der heißen Luft vor Ort mischt. Das Wetterportal warnt auch am Donnerstag vor großem Hagel und sogar Tornado-Gefahr. Besonders betroffen wären diesmal erneut die Lombardei sowie das Piemont und Venetien. Auch der italienische Zivilschutz hat eine Wetterwarnung herausgeben: Alarmstufe Gelb, die niedrigste der drei Alarmstufen (gelb, orange und rot). Das kann sich im Lauf des Tages allerdings noch ändern.

Der Norden Italiens leidet unter einer Dürre. Der Po – Italiens größter Fluss – führt Niedrigwasser. Doch die kurzen, heftigen Unwetter können den Regenmangel nicht wettmachen. „Wenn die Regenfälle nicht in Raum und Zeit gut verteilt sind, helfen sie wenig bis nichts“, zitierte der Corriere den Koordinator der Italienischen Gesellschaft für Umweltgeologie, Massimiliano Fazzini.

Unwetter und Waldbrände in Italien

Wald- und Buschbrände machen Italien zu schaffen. In der Nacht auf Donnerstag mussten 200 Menschen evakuiert werden. In San Michele del Carso nördlich von Triest ist ein Feuer wieder ausgebrochen. Die Flammen näherten sich laut der italienischen Feuerwehr 500 Meter den Häusern. Zudem gab es eine weitere Feuerfront. 36 Feuerwehrleute waren mit zehn Fahrzeugen im Einsatz. Zwei Canadair Löschflugzeuge der National Corps Air Fleet unterstützten die Einsatzkräfte im Morgengrauen aus der Luft. Waldbrände wüten auch in Deutschland. In Brandenburg und im Nationalpark Sächsische Schweiz ist die Lage weiter kritisch. (ml)

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