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Italien zweigeteilt: Starkregen im Norden, Buschbrände im Süden - Videos zeigen Unwetter-Gewalt

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Von: Naima Wolfsperger

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Heftige Unwetter haben im Norden Italiens Verwüstung hinterlassen. Derweil brennen im Süden Wälder und Büsche. Immerhin: In Spanien und Portugal hat sich die Waldbrandgefahr entspannt.

Rom - Das Wetter scheint dieser Tage unberechenbar - und das in ganz Europa. In der langen und anhaltenden Dürre brennen weiterhin vielerorts auf dem Kontinent gefährliche Feuer. Zugleich führen Starkregen und Unwetter, die auf die ausgedörrten Böden einschlagen, zu Hochwasser und anderen Schäden. Nach den heftigen Gewittern mit Verwüstungen, Verletzten und zwei Toten müssen sich etwa die Menschen in Italien weiter auf Unwetter einstellen. „Leider ist es noch nicht vorbei“, sagte Luigi D‘Angelo vom italienischen Zivilschutz der Zeitung „La Stampa“ (Freitag).

Von den Unwettern betroffen seien der Nordosten und die Mitte. Kalte Luft aus Nordeuropa, die auf warme Luft im Mittelmeerraum treffe, seien der Grund für die heftigen Wolkenbrüche, erklärte der Physiker und Klimaexperte Antonio Navarra der Zeitung „Corriere della Sera“ (Freitag). Am Donnerstag fegten Stürme mit Geschwindigkeiten von teils weit über 100 Kilometern pro Stunde über den Norden und die Mitte Italiens. Zwei Menschen verloren in der beliebten Urlaubsregion Toskana ihr Leben durch umstürzende Bäume. Die Winde verwüsteten Strände; Gebäude und Autos wurden beschädigt. Hunderte Male rückten die Feuerwehren in den Regionen aus.

Ein Facebook-Nutzer filmte die Wetter-Gewalt in Sestri Levante in Ligurien. Die Bilder zeigen, wie das Unwetter innerhalb weniger Minuten über die Region hinwegfegt. Dicke Tropfen fallen erst ins Meer, bevor der Sturm mit voller Wucht hereinbricht.

Italien zweigeteilt: Ein Land zwischen Stürmen und Waldbränden

In der Lagunen-Stadt Venedig wirbelte ein heftiges Unwetter Tische, Schirme und Stühle über den berühmten Markusplatz. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass ein Sturm mit dieser Wucht los toben könnte“, sagte der Chef des Grancaffé Quadri dem Corriere della Sera. Zwischen 15 und 20 Minuten habe das Unwetter gedauert. Italien scheint mittlerweile zweigeteilt: Während der Norden und Teile der Mitte des Stiefels von Stürmen und Starkregen betroffen sind, lodern im Süden und auf den Inseln weiter zahlreiche Wald- und Buschbrände.

Ein umgefallener Sonnenschirm einer Bar auf der Piazza San Marco in Venedig nach dem Unwetter am Donnerstag, 18. August.
Die Piazza San Marco in Venedig nach dem Unwetter am Donnerstag, 18. August. © Andrea PATTARO / AFP

In der Nacht zu Freitag kämpften die Feuerwehren um die sizilianische Hauptstadt Palermo gegen mehrere Flächenbrände. Winde und der dürrebedingt trockene Boden geben den Flammen Vortrieb. Hinter vielen Bränden stecken Brandstiftung oder fahrlässiges Verhalten von Menschen. Wegen der Wetterextreme vermuten viele, dass der Klimawandel dahinter stecken könnte. Experte Navarra ist da vorsichtig: „Das Thema ist heikel, weil das Klima statistisch durch die Gesamtheit des Verhaltens der Atmosphäre definiert ist. Das heißt, mit welcher Häufigkeit und Intensität Phänomene dieser Art auftreten“, erklärte er. Ein einzelnes Ereignis erkläre zwar nicht das Klima, aber seine Untersuchungen deuteten darauf hin, dass der Anstieg von Treibhausgasen diese Phänomene wahrscheinlicher mache. 

Unwetter: Regen bringt Erleichterung für Urlaubsregion in Spanien und Portugal

Zumindest die Lage bei den verheerenden Waldbränden in der spanischen Urlaubsregion Valencia hat sich am Donnerstag dank des langersehnten Regens vorerst stabilisiert. Die Ausbreitung der Brände habe gestoppt werden können und vielerorts seien die Flammen sogar erloschen, teilte der Zivilschutz auf Twitter mit. Zwei große Brände in der Region Bejís im Norden und Vall d‘Ebo im Süden der autonomen Gemeinschaft Valencia haben den Angaben zufolge seit Samstag rund 21.000 Hektar Wald- und Buschland vernichtet. Angesichts der abflauenden Waldbrände konnten die ersten von etwa 2000 Evakuierten wieder nach Hause zurückkehren, wie die Zeitung „La Vanguardia“ und der staatliche TV-Sender RTVE berichteten.

Auch in Portugal gab es bei einem Waldbrand in Caldas da Rainha rund 80 Kilometer nördlich von Lissabon Entwarnung. Das Feuer habe am frühen Morgen unter Kontrolle gebracht werden können, meldete die staatliche portugiesische Nachrichtenagentur Lusa unter Berufung auf den Zivilschutz. 

Unwetter in Europa: Hochwassergefahr in Bayern

Auch in Deutschland hinterlässt die aktuelle Wetterlage Spuren. Im Südosten Deutschlands gilt Unwetter- und Hochwassergefahr.

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