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Dürre-Alarm in Italien: Mailand will erste Brunnen abdrehen

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Von: Martina Lippl

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Mailand: Bei Hitze kühlen sich Menschen an Brunnen ab. Das soll bald Geschichte sein (Archivfoto).
Mailand: Bei Hitze kühlen sich Menschen an Brunnen ab. Das soll bald Geschichte sein (Archivfoto). © imago

Italien leidet unter einer historischen Dürre. Dazu ist es extrem heiß. Das Trinkwasser ist knapp. Die Millionenmetropole Mailand rationiert das Wasser.

Mailand – Temperaturen über 30 Grad und kein Tropfen Regen in Sicht. Italien, insbesondere Norditalien, leidet unter einer historischen Dürre. Der Fluss Po – die Lebensader – ist stellenweise ausgetrocknet.

Mailand reagiert jetzt mit Maßnahmen auf den Wassermangel. Ersten Brunnen in der Stadt soll das Wasser abgedreht werden. Das teilte Mailands Bürgermeister Beppe Sala auf Facebook mit.

Italien leidet unter Hitzewelle und Wassermangel

Es gibt aber Ausnahmen: Brunnen, in denen sich Pflanzen und Tiere befinden, sollen weiter Wasser erhalten. Die Stadtbrunnen, aus denen Trinkwasser fließt, bleiben angesichts der neuen Hitzewelle mit Temperaturen über 30 Grad offen, so der Bürgermeister. Rasen und Grünflächen der Stadt werden nicht mehr bewässert. Nur die Tropfbewässerung bei neu gepflanzten Bäumen solle aufrechterhalten werden.

Wassermangel in Italien: Mailänder sollen Trinkwasser sparen

Die Stadt Mailand fordert zudem die Bevölkerung zum Wassersparen auf. Mit der Verordnung für die Verwendung von Trinkwasser soll der Verbrauch auf ein Minimum im häuslichen Gebrauch reduziert werden, das gelte auch für die Bewässerung von Rasenflächen und die Reinigung von Terrassen und Höfen.

Stadt Mailand ordnet Temperatur von 26 Grad in Geschäften und Büros an

Um das Risiko von Stromausfällen zu verhindern, ruft Mailands Bürgermeister, die Klimaanlagen in Büros, Geschäften und Wohnungen nicht kälter als auf 26 Grad einzustellen. Die Türen sollten möglichst geschlossen bleiben.

Fluss Po trocknet aus – Ausnahmezustand in Norditalien

Angesichts der Dürre hat die Region Lombardei bereits den Ausnahmezustand bis zum 30. September ausgerufen. Mailand trage nun seinen Teil dazu bei, schreibt Sala auf Facebook. Das Niedrigwasser am Fluss Po gefährdet in den italienischen Regionen PiemontLombardei und Emilia-Romagna etliche Ernten. Die Lage ist ernst.

„Die Auswirkungen des Klimawandels sind nicht mehr nur in Dokumentationen zu sehen, sondern auch in unserem Leben. Und es gibt immer noch die, die denken, wir können es ruhig angehen lassen!“, so Mailands Bürgermeister Sala in einem weiteren Facebook-Post. Einige Regionen im Norden fordern von der Regierung in Rom die Ausrufung des Notstandes.

Dürre in Italien: Gardasee-Wasser soll abgepumpt werden

Dazu soll Wasser aus dem Gardasee abgepumpt werden, um die Po-Ebene zu retten. Der Vorschlag stößt auf Widerstand. Die Gardasee-Gemeinden wehren sich. Im Vergleich zu anderen Seen ist die Lage zwar weniger brenzlig, doch auch der Wasserstand am Lago di Garda liegt über einen halben Meter tiefer als letztes Jahr. Die Tourismus-Branche am Gardasee fürchtet einen Image-Schaden wegen der kontroversen Wasserdebatte.

Italien: Rekordhitze für weitere 10 Tage angesagt

Italien wird in den nächsten Tagen von einer weiteren Hitzewelle mit erfasst. Meteorologen rechnen mit Maximalwerten bis zu 40 Grad in Taranto (Apulien), mit 37 Grad in Ravena und über 30 Grad in Mailand. Im Süden und auf Sardinien werden bereits im Schatten Temperaturen über 42 Grad erreicht. Eine Abkühlung scheint kaum in Sicht. Kein nennenswerter Regen ist in den nächsten zehn Tagen zu erwarten, wie aus den Prognosen von www.iLMeteo.it hervorgeht.

Am Dienstag drohen einigen Regionen im Norden schwere Unwetter. Wenn kalte Luft aus dem Norden auf die extreme Hitze trifft, sei lokal mit schweren Gewittern und großem Hagel zu rechnen. (ml)

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