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Die Explosion zerstörte mehrere Häuser.

Vier Menschen starben

Itzehoe: Ursache der Explosion eingegrenzt

Itzehoe - Auf der Suche nach möglichen Ursachen der verheerenden Haus-Explosion in Itzehoe haben Experten die Gasleitung geprüft. Daraus ziehen die Ermittler erste Schlüsse.

Auf der Suche nach der Explosionsursache in Itzehoe sind die Ermittler ein Stück vorangekommen. „Wenn es zu einer Gasexplosion gekommen sein sollte, müsste sie im Haus ausgelöst worden sein“, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Die Gasleitung in der Straße einschließlich aller Hausanschlüsse - auch des völlig zerstörten Mehrfamilienhauses Nummer drei - sei nämlich ohne Defekt, erklärte Manfred Tenfelde von der Geschäftsführung der Stadtwerke Itzehoe. Das habe eine Druckprobe am Mittwoch ergeben.

Die verheerende Explosion hatte am Montag vier Menschen getötet und 15 verletzt. Sechs Häuser in der Umgebung sind unbewohnbar. Die Backsteinbauten sind etwa 100 Jahre alt.

Experten des Landeskriminalamtes suchten auf dem Trümmerfeld weiter nach Spuren. Die Anschlüsse im Keller des Hauses seien inzwischen freigelegt, sagte der Polizeisprecher. Tenfelde betonte, die Stadtwerke hätten keine Kenntnis vom Zustand der Gasgeräte oder des Kessels in dem Haus. „Wir wissen von keinen Schäden oder Problemen.“ Dies sei Angelegenheit des Hauseigentümers. „Der Gaszähler wurde 2011 gewechselt, aber das ist Routine“, sagte Tenfelde.

Kanalisationsarbeiten als Auslöser ausgeschlossen

Vor dem Haus hatte es vor der Explosion Kanalisationsarbeiten gegeben. Deshalb stand die Frage im Raum, ob dabei möglicherweise die zum Haus führende Gasleitung beschädigt worden sein könnte. Die Druckprobe hat dies nun ausgeschlossen. Bei dem tragischen Unglück wurden ein Bauarbeiter und drei Hausbewohner getötet.

Anwohner hatten vor der Tragödie Gasgeruch wahrgenommen. In den Straßen rund um die Unglücksstelle war das Gas nach der Explosion sicherheitshalber abgestellt worden. Seit Mittwoch strömt es wieder durch die Leitung. Im Keller hofften die Experten auf Spuren, die technische Rückschlüsse erlaubten, sagte der Polizeisprecher.

Von ursprünglich etwa 100 betroffenen Anwohnern müsse noch etwa die Hälfte bis auf weiteres in Hotels oder bei Verwandten und Freunden schlafen, sagte Bürgermeister Andreas Koeppen (SPD). „Sechs Häuser sind bis auf weiteres unbewohnbar“, sagte der Prüfingenieur für Baustatik, Rafikh Ben-Hassen. Einige von der Explosionsstelle weiter entfernte Häuser sind inzwischen nicht mehr gesperrt.

Explosion in Itzehoer Mehrfamilienhaus

Explosion in Itzehoer Mehrfamilienhaus

Auch wenn die akute Standsicherheit gegeben sei, könnten Menschen in den beschädigten Häusern nicht wohnen. „Scheiben sind zersplittert, Dachziegel können runterkommen, ein Kühlschrank ist durch die Druckwelle aus der Küche rausgeflogen - da können Sie keinen Menschen reinlassen“, sagte Rafikh Ben-Hassen. Die mehrgeschossigen Backsteinhäuser stammen seinen Angaben zufolge aus den 1920er Jahren.

dpa

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