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Dieses Bild von der schreienden Phan Thi Kim Phuc ging 1972 um die Welt.

40 Jahre danach

So geht es dem Napalm-Mädchen heute

Ho-Chi-Minh-Stadt - Es ist eines der berühmtesten Presse-Fotos überhaupt: Ein vietnamesisches Kind rennt am 8. Juni 1972 nackt und schreiend vor Soldaten eine Straße entlang. Doch was ist aus Mädchen geworden?

Ihr Gesichtsausdruck ist voller Angst und Schmerz. Der Junge im Vordergrund schreit sein Leid heraus, während hinter den Kindern Soldaten marschieren. Es war der 8. Juni 1972 als das Foto entstand, mit dem die damals neunjährige Phan Thi Kim Phuc weltberühmt wurde. Auch Fotograf Huynh Cong Ut wurde über Nacht unter dem Namen Nick Ut zum global bekannten Mann. Sein Bild wurde zum Pressefoto des Jahres 1972 gewählt, ein Jahr später bekam der damals 21-Jährige für sein Foto den Pulitzer-Preis.

Das Schwarz-Weiß-Bild dokumentiert das Grauen jenes 8. Juni, an dem südvietnamesische Flugzeuge das kleine Dorf Trang Bang mit Napalmbomben in eine Feuerhölle verwandelten. Phan Thi Kim Phuc entkam dieser Hölle nackt, weil sie sich ihre brennende Kleidung vom Leib gerissen hatte. Nick Ut schoss das Bild seines Lebens, zeigte aber gleichzeitig auch Barmherzigkeit mit jenen, deren grausames Schicksal er soeben hautnah mit ansehen musste. "Ich habe geweint, als ich sie laufen sah", sagte der Fotograf in Erinnerung an den Moment bei einem Interview mit seinem Arbeitgeber, der Associated press (AP).

Der AP-Fotograf brachte die schwer verbrannte Neunjährige mit seinem Auto ins nächste Krankenhaus. Tagelang rang das Mädchen mit dem Tod, weil es in der Klinik nicht richtig versorgt werden konnte. Erst ein Krankenhaus im damaligen Saigon schaffte es, Kim Phuc zu retten. Unzählige Male musste der heute 49-Jährigen Haut von den Beinen transplaniert werden, da ihre Haut zu 30 Prozent verbrannt war. Jahrelang wurde Kim Phuc in ihrem Heimatland zu Propagandazwecken als "Vorzeigeopfer" des Vietnamkriegs vorgeführt. Erst 1982 konnte sich die Frau wieder richtig bewegen, nachdem sie in der Unfallklinik Ludwigshafen operiert wurde.

Im selben Jahr begann Kim Phuc in Kuba ein Medizin-Studium und lernte ihren Landsmann Bui Huy Toan kennen. Trotz ihrer schweren Brandnarben hatte sie endlich einen Mann gefunden. Auf dem Rückflug von seinen Flitterwochen in Moksau nach Kuba nutzte das Paar einen Tankstopp in Neufundland, um politisches Asyl in Kanada zu beantragen. Dort lebt das Ehepaar mit seinen zwei Söhnen noch heute.

Der Kontakt zu Fotograf Nick Ut ist nie abgerissen. Gegenüber der AP sagte Ut zum 40-jährigen Jahrestag des Fotos, Kim sei für ihn "wie eine Tochter". Und das schreiende, nackte Mädchen von damals ist mittlerweile glückliche Mutter und Unesco-Botschafterin für Kriegsopfer. Zu dem Foto sagt sie heute: "Ich kann es als mächtiges Geschenk akzeptieren, mit dem ich mich für den Frieden einsetzen kann."

jodl

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