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Rauch steht am Mittwoch über Reaktor 3 des AKW Fukushima in Japan.

Greenpeace: Atom-Wolke wie nach Tschernobyl nicht möglich

Brüssel - Selbst bei einem Super-GAU in Fukushima wird es nach Einschätzung von Greenpeace nicht zu weiträumigen atomaren Verseuchungen wie nach Tschernobyl kommen.

In dem ukrainischen Meiler sei durch die Graphit-Brennstäbe und durch die Bauweise ein Kamineffekt entstanden, der die Radioaktivität hoch in die Atmosphäre geschleudert habe, sagte Greenpeace-Atomexperte Jan Haverkamp am Mittwoch in Brüssel. Dies sei in Japan ausgeschlossen.

Live-Ticker: Die Atom-Katastrophe in Japan

Aber weil bei einem Super-GAU in Fukushima I keine Wolke hoch aufsteigen werde, “würde die Radioaktivität in der näheren Umgebung höher sein als in Tschernobyl. Und die Region ist viel dichter bevölkert“. Tokio mit seinen 32 Millionen Einwohnern liegt 120 Kilometer von den Unglücksreaktoren entfernt. Am frühen Morgen habe der Wind kurze Zeit Richtung Tokios geblasen, sagte Haverkamp. Die dort gemessene Radioaktivität habe sich aber nicht erheblich erhöht.

Aufbau von neuem Pumpsystem “extrem schwierig“

Nach seinen Angaben geht die größte Gefahr von den Brennstab-Kühlbecken aus, die sich auf den vier Reaktoren befänden. Nach Explosionen lägen die Becken in Block 2 und Block 4 unter freiem Himmel. Und wegen ihrer Lage sei es extrem schwierig, die Kühlung sicherzustellen. “Helikopter können wegen des Wetters derzeit nicht eingesetzt werden, um die Becken mit Wasser zu bombardieren“, sagte der Fachmann der Umweltschutzorganisation auf einer Pressekonferenz der Grünen im Europaparlament.

Japan im Chaos: Die Bilder vom Mittwoch

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Beben und Tsunami hätten die Straße zum Kraftwerk beschädigt, deswegen könne man dort bislang nur zu Fuß hin gelangen. Es werde nun eine neue Straße gebaut, um Gerät für eine neue Pump-Infrastruktur zur Kühlung herbeizuschaffen. Das sei extrem schwierig, weil es alle zehn Minuten Nachbeben gebe. “Die Arbeiter vor Ort sind Helden“, sagte Haverkamp.

“Es muss noch Wochen gekühlt werden“

Fukushima ist nach seiner Einschätzung in einem kritischen Stadium. “Der schlimmste Fall ist noch nicht eingetreten, aber er kann noch kommen“, sagte er. Selbst eine sichergestellte Kühlung werde die Hitzeproduktion nicht stoppen, sondern die Hitze nur ableiten, um Kernschmelzen zu verhindern. Die Energieproduktion hänge alleine an der Radioaktivität in den Brennstäben. Sie gehe zunächst sehr schnell runter, und dann immer langsamer. “Deswegen muss noch wochenlang gekühlt werden.“

dapd

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