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Die Atomruine Fukushima

Japan leistet Abbitte wegen verseuchten Wassers

Tokio - Die Einleitung radioaktiv verseuchten Wassers in den Pazifik verärgert weiter Japans Nachbarn - auch weil sie sich schlecht informiert fühlen. Der japanische Außenminister hat sich nun in aller Form entschuldigt.

Der Strom radioaktiv verseuchten Wassers in den Pazifik belastet Japans Beziehungen zu seinen Nachbarn. Außenminister Takeaki Matsumoto gab am Mittwoch zu, dass Japan erst nach Beginn der Einleitung die Botschaften der Pazifik-Anrainerstaaten informiert habe, wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete.

China, Russland und Südkorea hatten diese Entsorgung von schwach verstrahltem Wasser aus den Unglücksreaktoren wiederholt massiv kritisiert und umfassende Schutzmaßnahmen gefordert.

“Es ist wahr, dass unsere Benachrichtigung erst versendet wurde nachdem der Wasserabfluss begonnen hat“, sagte Matsumoto im Parlament. Inzwischen seien die Kommunikationskanäle jedoch verbessert worden. “Wir bedauern, dass wir bei der Weitergabe der Informationen zwei Minuten zu spät waren.“

Unterdessen gehen die Aufräumarbeiten in der Unglücksregion trotz erneuter Erdstöße weiter. Mitarbeiter des Energiekonzerns Tepco pumpen seit Dienstagabend (Ortszeit) erneut radioaktiv verstrahltes Wasser ab, welches sich in einem Tunnelschacht des Reaktors 2 angesammelt hat. Mit Hilfe von Behelfspumpen leiten sie hochgradig verseuchtes Wasser, in einen Auffangbehälter des Turbinengebäudes, wie die Nachrichtenagentur Jiji Press meldete.

Die Brühe behindert die Bemühungen zur Kühlung der Reaktoren. Tepco plant, insgesamt rund 60 Millionen Liter Wasser aus den Kellern der Reaktoren 1 bis 3 zu entfernen, berichtete Kyodo. Dies entspricht etwa dem Inhalt von 24 Olympia-Schwimmbecken mit zwei Metern Tiefe.

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Ungeachtet des Nachbebens hat der Flughafen Sendai am Mittwoch wieder seinen Betrieb aufgenommen. Kurz nach acht Uhr (Ortszeit) morgens landete laut Kyodo die erste Maschine aus Tokio. Der rund 100 Kilometer von der Atomruine Fukushima entfernte Flughafen war vor gut einem Monat von dem Jahrhundert-Tsunami überschwemmt worden.

Bis zum 20. April sind zunächst täglich sechs Inlandsflüge aus Tokio und Osaka vorgesehen. Vor der Naturkatastrophe nutzten jährlich rund drei Millionen Passagiere den Flughafen. Seine Wiedereröffnung macht es für Helfer aus dem Großraum Tokio und dem Westen einfacher, in die Unglücksregion zu gelangen.

Am Mittwoch hatten wieder Erdstöße der Stärke 5,8 das Land erschüttert. Berichte über Schäden oder Verletzte lagen nicht vor. Auch eine neue Tsunami-Warnung gab es nicht.

Japan hatte am Dienstag die Strahlengefahr von Stufe 5 auf die höchste Stufe 7 - und damit auf das selbe Niveau wie Tschernobyl im Jahr 1985 - heraufgesetzt. Die Regierung korrigierte zudem ihre Einschätzung der allgemeinen Wirtschaftslage im Land wegen der Katastrophe erstmals seit sechs Monaten nach unten.

Das Erdbeben und der Tsunami vom 11. März hätten erhebliche Auswirkungen auf die wichtigen Exporte, die Produktion und den Privatverbrauch, hieß es dazu am Mittwoch. Zudem untersagte die Regierung wegen erhöhter Strahlenwerte den Handel von Pilzen, die in einigen Gegenden rund um Fukushima gewachsen sind.

dpa

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