+
Vor Misstrauensvotum: Japans Ministerpräsident Naoto Kan.

Japans Regierungschef muss sich Misstrauensvotum stellen

Tokio - Japans Ministerpräsident Naoto Kan muss sich mitten in der Natur- und Atomkatastrophe einem Misstrauensvotum stellen. Kritisiert wird der Regierungschef dabei auch aus den eigenen Reihen.

Der Chef der größten Oppositionspartei LDP, Sadakazu Tanigaki, wollte das Misstrauensvotum am Mittwoch einreichen. Zur Abstimmung im Parlament dürfte es dann an diesem Donnerstag kommen, wie japanische Medien berichteten.

Neben der früher regierenden Liberaldemokratischen LDP und der kleineren Komeito wollen Medienberichten zufolge auch mehrere Abgeordnete aus Kans eigener Demokratischer Partei DPJ für den Oppositionsantrag stimmen. Sollte das Misstrauensvotum Erfolg haben, müsste Kan entweder das Parlament auflösen und Neuwahlen anberaumen oder mit seinem Kabinett zurücktreten, was er bisher abgelehnt hat.

Fukushima: Schock-Bilder aus der Todeszone

Fukushima: Schock-Bilder aus der Todeszone

Kan sieht sich auch im eigenen Lager wachsender Kritik an seinem Umgang mit der Natur- und Atomkatastrophe ausgesetzt. Zwar hat die von ihm geführte DPJ die Mehrheit der insgesamt 480 Sitze im maßgeblichen Unterhaus des Parlaments. Doch sollten genügend Rebellen aus den eigenen Reihen mit der Opposition stimmen, könnte Kan seinen erst vor rund einem Jahr angetretenen Premierposten verlieren.

Laut Medienberichten sind rund 40 Anhänger von Kans größtem innerparteilichen Widersacher Ichiro Ozawa bereit, das Misstrauensvotum der Oppositionsparteien zu unterstützen. Das würde zwar nicht ausreichen, könnte jedoch zum Bruch in der DPJ führen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Auswärtiges Amt warnt vor Waldbränden in Chile
Berlin/Santiago - Über 50 Brände sind am lodern, die Hauptstadt Santiago mit Rauch bedeckt: Die Waldbrände in Chile verschlimmern sich. In verschiedenen Regionen hat die …
Auswärtiges Amt warnt vor Waldbränden in Chile
Mehrere Tote bei Bootsunglück vor der Küste Malysias
Kuala Lumpur - Bei einem Bootsunglück vor der Küste Malaysias sind möglicherweise bis zu 40 Menschen umgekommen. Aufdem gekenterten Boot befanden sich illegale …
Mehrere Tote bei Bootsunglück vor der Küste Malysias
Terrorverdächtiger aus Neuss plante keinen unmittelbaren Anschlag
Neuss - Der festgenommene Terrorverdächtige aus Neuss plante wohl aktuell keinen Anschlag. Sein 17-jähriger Komplize in Wien jedoch wird weiter von der Polizei verhört. …
Terrorverdächtiger aus Neuss plante keinen unmittelbaren Anschlag
Paar stürzt während der Fahrt aus Sessellift - Frau landet auf Auto
Mürzzuschlag - Weil sie den Bügel während der Fahrt öffneten ist ein Paar in Österreich aus dem Skilift gefallen. Die Frau stürzte dabei auf ein fahrendes Auto.
Paar stürzt während der Fahrt aus Sessellift - Frau landet auf Auto

Kommentare