+
In immer mehr Länder kämpfen Menschen mit Übergewicht und Mangelernährung. Foto: Nathan G.

Jeder dritte Mensch isst zuviel - oder ist mangelernährt

Übergewicht ist auf dem Vormarsch - Hunger aber zugleich noch immer weit verbreitet. Das ist die "neue Normalität", wie Experten sagen. Folge seien enorme Kosten für Gesundheit und Gesellschaft.

Peking (dpa) - Immer mehr Länder weltweit kämpfen einem aktuellen Bericht zufolge mit Übergewicht und Mangelernährung zugleich: "Wir leben in einer Welt, in der es die neue Normalität ist, fehlerhaft ernährt zu sein".

Das erklärte Lawrence Haddad vom Internationalen Forschungsinstitut für Ernährungspolitik (IFPRI) zur Vorlage des aktuellen "Global Nutrition Report" am Dienstag. "Einer von drei Menschen leidet unter irgendeiner Form von Fehlernährung."

Der in Peking vorgestellte Bericht sieht mangelnde Fortschritte im Kampf gegen falsche oder unzureichende Ernährung. Die Kosten seien "niederschmetternd". Es werde nicht genug in Vorbeugung investiert. Der derzeitige Zustand sei "völlig unakzeptabel", sagte Haddad, Co-Vorsitzender der unabhängigen Expertengruppe, die den Bericht herausgibt.

44 Prozent der Länder mit verfügbaren Daten zeigen demnach ein "sehr ernstes Maß" sowohl an Unterernährung als auch an Übergewicht und Fettsucht unter Erwachsenen - das sind 57 von 129 untersuchten Ländern. "Die Welt ist vom Kurs abgekommen, diesen Trend zu verlangsamen und umzukehren", heißt es in dem Bericht.

Fast zwei Milliarden Menschen sind demnach übergewichtig oder sogar fettleibig. Einer von zwölf leidet unter Diabetes. Fehlernährung sei verantwortlich für fast die Hälfte der Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren, heißt es weiter. Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen falscher oder unzureichender Ernährung seien enorm. Elf Prozent der Wirtschaftsleistung gingen dadurch in Asien und Afrika verloren.

Allein durch Über- oder Unterernährung gehe jedes Jahr weltweit mehr Wirtschaftsleistung verloren als durch die globale Finanzkrise zwischen 2008 und 2010, hieß es weiter. Wenn ein Familienmitglied in den USA fettleibig sei, erhöhten sich die Gesundheitsausgaben um acht Prozent des jährlichen Einkommens. In China verliere ein Mensch mit Diabetes gut 16 Prozent seines Gehalts.

IFPRI

Bericht

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Tödlicher Unfall: Dresdner soll 22-Jährige überfahren und ausgelacht haben
Cottbus - Verhöhnt und ausgelacht sollen der Täter und seine Beifahrer die 24-jährige Austausch-Studentin aus Ägypten haben. Zuvor überfuhren sie die junge Frau. Nun …
Tödlicher Unfall: Dresdner soll 22-Jährige überfahren und ausgelacht haben
Ikea warnt: Clevere Designer verkaufen blauen Beutel für 2000 Euro
Stockholm - Einer dieser blauen Ikea-Beutel, aber für 2000 statt 0,99 Euro... Das ist der neueste Coup der Designer von Balenciaga. Die Lacher auf seiner Seite hat aber …
Ikea warnt: Clevere Designer verkaufen blauen Beutel für 2000 Euro
Bär reißt Jungen im Zoo Unterarm komplett ab und frisst ihn auf
Qalqilya - Grausiges Unglück! Ein neunjähriger Schüler verlor am Wandertag im Zoo seinen Unterarm. 
Bär reißt Jungen im Zoo Unterarm komplett ab und frisst ihn auf
Keine Frühlingsgefühle in Sachen Wetter
Wer am Wochenende in den Mai tanzen will, braucht ein geheiztes Lokal oder einen dicken Mantel. Denn der Frühling zeigt vielerorts die kalte Schulter. Das wird wohl auch …
Keine Frühlingsgefühle in Sachen Wetter

Kommentare