Eine Wäscheleine hängt vor einem Stapel Reifen im Migrantenlager nahe Sanaa
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Ein Bild aus dem Flüchtlingslager im Februar vor dem Brand.

Zunächst keine Informationen aus dem Lager

Brand in Migrantenlager im Jemen: Mehr als 80 Tote - viele weitere schweben in Lebensgefahr

  • Christina Denk
    vonChristina Denk
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Im Jemen herrscht seit Jahren ein Bürgerkrieg. Nun ist ein Migrantenlager in der Hauptstadt in Brand geraten. Die Huthi-Miliz schweigt zu den Vorkommnissen.

Sanaa - In einem Migrantenlager in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa hat es am Sonntag (7.3) gebrannt. Dabei sind medizinischen Kreisen zufolge mehr als 80 Menschen ums Leben gekommen. 150 weitere Menschen wurden bei dem Brand verletzt. Die meisten von ihnen schweben in Lebensgefahr. Laut Internationale Organisation für Migration (IOM) waren fast 900 Migranten vorwiegend aus Äthiopien in dem Lager untergebracht.

Im Jemen herrscht seit sechs Jahren ein Vielfrontenkrieg. Dort kämpfen ein von Saudi-Arabien geführtes Militärbündnis an der Seite der Regierung gegen die schiitische Huthi-Miliz, die auch die Hauptstadt Sanaa kontrolliert. Immer wieder kommt es zu Angriffen. Trotz des Krieges ziehen jährlich zehntausende Afrikaner in den Jemen. Sie wollen auf der Suche nach Arbeit in die reicheren Golfstaaten reisen.

Brand im Migrantenlager in Sanaa: Rebellen schweigen zu Vorkommnissen - Organisationen berichten über Brandursache

Aus dem Lager selbst gab es zunächst keine Informationen zu dem Brand. Die Huthi-Rebellen, die Sanaa kontrollieren, hätten strenge Regeln in den Krankenhäusern erlassen, hieß es aus medizinischen Kreisen. Vertreter und Augenzeugen dürften nicht öffentlich über den Brand oder die Zahl der Opfer sprechen. Die Huthi-Rebellen kommentierten den Brand zunächst nicht.

Die Menschenrechtsorganisation Mwatana for Human Rights teilte jedoch mit, dass einige der Verletzten festgenommen wurden. Ihnen wird humanitäre Hilfe und der Kontakt zu ihren Angehörigen verwehrt. Unter Berufung auf Augenzeugen, berichtet die Organisation zudem, dass Streit zwischen Migranten und Huthi-Aufsehern ausgebrochen sei. Als dieser eskalierte, hätten die Aufseher „rauchende Projektile“ durch das Fenster geworfen. Die Geschosse hätten den Brand verursacht, als sie explodierten. Im Internet kursierte ein Video, das Szenen nach dem Brand zeigen soll. (chd mit dpa)

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