Coronavirus in Deutschland

Corona: ARD-Bericht wirft Spahn und Bundeswehr schweres Versagen vor - „Das musste schiefgehen“

  • Florian Schimak
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In der Coronavirus-Pandemie benötigt Deutschland Millionen Schutzmasken. Deren Beschaffung war Aufgabe von Jens Spahn und der Bundeswehr - doch dies scheiterte fast kläglich.

München - Die Bundesregierung hat am Mittwoch eine ganz seichte Lockerung der Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus in Deutschland verkündet. Zwar wurde das Kontaktverbot und die Ausgangsbeschränkung bis zum 4. Mai verlängert, ab kommenden Montag (20. April) aber dürfen einige Geschäfte wieder öffnen

Allerdings auch nur mit erheblichen Sicherheitsvorkehrungen. Sprich, der Mindestabstand von 1,5 Metern muss eingehalten werden. Zudem wird von der Bundesregierung empfohlen, eine Schutzmaske beim Einkaufen oder bei der Benutzung des Öffentlichen Nahverkehrs zu tragen. 

Das Problem an der Sache mit den sogenannten Community-Masken dabei ist, dass es in Deutschland aktuell gar nicht genügend davon gibt, um die entstehende Nachfrage zu stemmen. Die verfügbaren Spezialmasken, die auch den Träger selbst schützen, sind einzig für das Gesundheitswesen vorgesehen - und selbst hier droht ein Engpass. 

Coronavirus in Deutschland: Spahn beauftragt Bundeswehr mit Einkauf von Schutzmasken

Dabei hatte die Bundesregierung um Gesundheitsminister Jens Spahn bereits vor Wochen beauftragt, die Anzahl der vorrätigen Masken sowohl für die Bevölkerung als auch für die Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger zu erhöhen. Allerdings lief dabei einiges schief. 

So hat Spahn das Beschaffungsamt der Bundeswehr beauftragt, den Maskenkauf zu koordinieren. Laut einem Beitrag bei ARD Extra ist diese Behörde allerdings schon zu ruhigen Zeiten überfordert und zudem unterbesetzt. 

„Die Bundesregierung hat ein Amt beauftragt, deren Aufgabe es ist, Rüstungsgüter zu beschaffen“, moniert Thomas Lindner (Grüne), Obmann im Verteidigungsausschuss: „Sie sind gewohnt, risikoarm vorzugehen, Projekte zu steuern, die lange dauern. Von denen hat man erwartet, dass sie sich im Medizinbereich auskennen und kurzfristig Sachen einkaufen können - das musste schiefgehen.“

So soll laut des Beitrags der ARD eine Großbestellung an Schutzmasken für die Bundesrepublik irgendwo in Kenia verloren gegangen sein. 

Coronavirus in Deutschland: Bestell-Panne bei Masken - „Mindestens drei Wochen verloren“

Durch die Fehleinschätzung von Spahn habe man „mindestens drei Wochen verloren“, wie Maria Klein-Schmeik, die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen bilanziert. Inzwischen sind die Bestände aber etwas aufgestockt, aber nur dank der Hilfe der großen Konzerne, wie BMW und VW, die auf dem internationalen Markt die Käufe tätigten. 

Immerhin gestand der Gesundheitsminister die Fehler ein. „Man hätte es früher so anregen sollen, auch in Kooperation mit den Unternehmen“, so Spahn: „Das ist eine Lernkurve.“

Bis allerdings in Deutschland die Produktionsketten für die Masken anlaufen, wird es vermutlich noch Monate dauern. 

Massive Kritik am Gesundheitsministerium von Jens Spahn auch im Juni 2020. Hat sich die Bundesbehörde verzockt und Händler geprellt? Die betroffenen Lieferanten von Schutzausrüstung wollen offenbar klagen.

smk

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Rubriklistenbild: © dpa / Frank Rumpenhorst

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