Rathäuser gestürmt

„Jetzt ist hier Halligalli“ - Narren regieren

Wetzlar/Frankfurt - Nicht nur in Karnevalshochburgen, auch in vielen anderen Städten haben in diesen Tagen die Narren das Sagen. In Hessen und Thüringen werden Rathäuser gestürmt.

In vielen deutschen Städten haben die Narren am Samstag die Rathäuser gestürmt. Der Frankfurter Römer fiel am Samstagnachmittag unter Schunkeln und begleitet von Konfettiregen in die Hände der Narren. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) übergab den Frankfurter Narren den Rathausschlüssel.

„Der Oberbürgermeister ist verhaftet worden und hat sich dann freigekauft. Jetzt ist hier Halligalli“, sagte ein Sprecher. Rund 3000 Menschen nahmen an der Erstürmung teil. Auch in anderen hessischen Städten wie in Kassel übernahmen die Narren mit lautem Geschrei das Zepter.

Narren im ganzen Land in Partylaune

Narren im ganzen Land in Partylaune

In Thüringen übernahmen die Jecken ebenfalls die Herrschaft. In Erfurt kaperten die Narren am Samstag mit Trommelwirbel, Schunkelgesängen und „Erfordia Helau“-Rufen das Rathaus. In der Karnevalshochburg Wasungen nahmen die Narren beim Straßenkarneval unter anderem die NSA-Abhöraffäre, den Berliner Pannenflughafen und die Steuerflüchtlinge aufs Korn. Bei Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen zogen knapp 2000 Teilnehmer zwei Stunden durch die Stadt.

Auch in anderen Thüringer Orten waren die Innenstädte fest in Narrenhand. Auf rekordverdächtige Besucherzahlen brachte es der Umzug in Apolda, die Polizei sprach von bis zu 25 000 Zuschauern.

In Mainz hatte der Narrennachwuchs hat die Straßen fest im Griff. Beim laut Veranstalter größten Jugendmaskenzug Europas zogen rund 3500 Mädchen und Jungen durch die Landeshauptstadt. Zehntausende Zuschauer verfolgten den stundenlangen Vorbeimarsch der bunten Motivgruppen. Viele Kinder hatten sich als Fußballspieler oder Fans verkleidet, war das Zugmotto doch in diesem Jahr die WM in Brasilien.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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