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Johnny Depp und Amber Heard vor Gericht: Leidet sie an Borderline-Syndrom und einer histrionischen Störung?

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Von: Magdalena von Zumbusch

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Eine Psychologin berichtet vor Gericht von psychischen Störungen Amber Heards und wirft ihr vor, andere Symptome wiederum nur zu spielen - engagiert wurde sie von Johnny Depps Anwälten.

Richmond - Am Bezirksgericht von Fairfax County im US-Staat Virginia verklagt Johnny Depp seine Ex-Frau Amber Heard auf 50 Millionen Dollar Schadensersatz wegen Verleumdung. Nun sagte eine Psychologin aus, die Amber Heard schwere Störungen diagnostizierte.

Psychologin Diagnose Amber Heards vor Gericht: Borderline und histrionische Persönlichkeit

Der laufende Gerichtsprozess hat bereits viele neue unschöne Details der schwierigen Beziehung des Promi-Paars aufgerollt. Von dem Youtube-Channel Law & Crime Network wird der gesamte Prozess aufgezeichnet und von Millionen Zuschauern verfolgt - die Öffentlichkeitswirkung war wohl mit ein Grund für Johnny Depp, die Klage einzureichen.

Am Dienstag (26. April) sagte die Psychologin Dr. Curry vor Gericht aus: Johnny Depps Ex-Frau Amber Heard leide unter verschiedenen Persönlichkeitsstörungen. Zunächst weise sie eine Borderline-Störung auf, daneben eine sogenannte histrionische Störung, beide äußerten sich in insbesondere in egozentrischem, theatralischem und manipulativen Verhalten. Wegen (angeblicher) hysterischer Störungen wurden im 19. Jahrhundert, teils auch noch später, viele Frauen behandelt oder sogar in Anstalten verbracht.

Die Borderline-Störung sei speziell für inkonsistentes Verhalten verantwortlich. Für die sogenannte histrionische (oder hysterische) sei besonders typisch, die eigene Sexualität betont nach außen zu tragen, um Aufmerksamkeit zu erhalten. Laut Curry seien Menschen mit Heards Persönlichkeitsstörungen zu Beginn einer Beziehung meist sehr charmant und investiert in die neue Beziehung. Nach einer Weile zeigten sie andere Seiten auf. Die für diese Syndrome typische Manipulationskraft passe außerdem dazu, dass Heard ihrer Meinung nach eine weitere psychische Diagnose vorspiele.

Im Prozess gegen Johnny Depp: Täuscht Amber Heard eine posttraumatische Belastungsstörung vor?

Die Beschreibung der vermeintlichen posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), die Heard laut Klage durch die Beziehung mit Depp erlitten habe, nannte Curry „stark übertrieben“. Sie habe in langen persönlichen Gesprächen mit Heard, sowie in den Unterlagen anderer Ärzte, die angelegt worden seien zu Heards Psyche, keine Symptome einer posttraumatischen Belastung erkennen können. Vielmehr ließen aber einige Angaben darauf schließen, dass sie bewusst den Eindruck einer PTBS erwecken wollte. Nach Aussagen Depps sei auch alleine von Heard physische Gewalt (gegen ihn) ausgegangen.

Doch die Aussagen Dr. Currys sollten angesichts eines Umstands von zweiter Stelle bestätigt werden: Angeheuert wurde die Psychologin Curry von Depps Anwaltsteam. Es überrascht doch, dass das amerikanische Prozessrecht offensichtlich keine Bestellung eines unabhängigen Psychologen durch das Gericht selbst vorsieht.

Schwächen des (US-)Prozessrechts: Kein vom Gericht bestellter Psychologe?

Heards Verteidiger gingen darauf im Kreuzverhör, in dem Johnny Depp in den letzten Prozesstagen durch Heards Anwälte befragt wurde, ein: Sie unterstellten der Psychologin eine mögliche Befangenheit. Curry habe mit Depp und dessen Anwälten im Haus des Hollywoodstars zu Abend gegessen, ehe sie verpflichtet worden sei. Currys Angabe, dass es sich nur einen (länger angelegten) Interviewtermin gehandelt habe, mag richtig sein. Jedoch zeigt sich in der - Heard stark belastenden, für Depp äußerst günstigen Aussage - dass die Bestellung von (psychologischen) Sachverständigen durch eine Partei wohl doch die Gefahr birgt, dass Sachverständige nicht neutral aussagen.

Eine Bestellung der Sachverständigen ausschließlich durch das Gericht würde diese Gefahr vermeiden. Allerdings ist es im amerikanischen (wie übrigens auch im deutschen) Prozessrecht rechtens und üblich, dass die Parteien Sachverständige (darunter fällt auch der psychologische Sachverständige) als Zeugen vorbringen. Die Sachverständigen werden in dem Fall durch die jeweilige Partei ausgewählt.

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