Hoffnungsträger: der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson. (Symbolbild)
+
Hoffnungsträger: der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson. (Symbolbild)

EMA prüft den Impfstoff

Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson: EMA gibt grünes Licht - trotz seltener Fälle von Blutgerinnseln

  • Fabian Müller
    vonFabian Müller
    schließen
  • Patrick Mayer
    Patrick Mayer
    schließen

Bei der Herstellung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson gibt es Schwierigkeiten. Amerikanische Behörden und die EMA gehen der Sache nach. Alle News im Ticker.

  • Coronavirus-Pandemie: Bei der Herstellung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson kommt es in den USA zu einer Panne.
  • Die US-Arzneimittelbehörde FDA und auch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) in Amsterdam prüfen den Impfstoff.
  • News-Ticker zu Impfungen mit Johnson & Johnson ist beendet.

Update vom 20. April, 19.29 Uhr: Nachdem die EU-Arzneimittelbehörde EMA den Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson uneingeschränkt zulässt, will der Hersteller die Markteinführung des Vakzins in Europa fortsetzen. Der Pharmakonzern hatte vor einer Woche erklärt, den Marktstart in Europa zunächst zu verzögern, weil es Berichte über Sinusvenenthrombosen in den USA gebe. Die EMA bekräftigte jedoch am Dienstag, dass die Vorzüge des Impfstoffs, Covid-19 zu verhindern, höher zu bewerten seien als die Risiken von Nebenwirkungen.

Die Lieferungen in die EU sowie nach Norwegen und Island würden nun wieder gestartet, erklärte Johnson & Johnson. Der Beipackzettel des Impfstoffs werde aktualisiert, zudem sollten auch die Mitarbeiter der medizinischen Einrichtungen, in denen der Wirkstoff verwendet werde, speziell informiert werden.

In Nordrhein-Westfalen sollen Obdachlose den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson erhalten, wie ruhr24.de* berichtet.

Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson: Lieferung in EU läuft an

Die EMA erklärte, der Wirkstoff könne tatsächlich in sehr seltenen Fällen Blutgerinnsel auslösen. Doch die Möglichkeit von Blutgerinnseln bei einer zugleich sehr niedrigen Zahl von Blutplättchen werde nun als seltene Nebenwirkung registriert. Vor einer Woche hatten die USA die Nutzung des Präparats vorübergehend ausgesetzt - über das weitere Vorgehen will ein Beratergremium der US-Gesundheitsbehörde CDC am Freitag sprechen. Acht Fälle von Thrombosen waren aufgetreten nach etwa sieben Millionen Impfungen mit dem Johnson & Johnson-Präparat in den USA.

In der EU war die Lieferung des Impfstoffs erst in der vergangenen Woche angelaufen. Zahlreiche EU-Staaten folgten der Empfehlung des Herstellers, vor der Nutzung zunächst das Gutachten der Experten abzuwarten.

Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson: EMA gibt grünes Licht

Update vom 20. April, 16.28 Uhr: Der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson kann in der EU nach Prüfung der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) uneingeschränkt verwendet werden. Der Wirkstoff könne in sehr seltenen Fällen Blutgerinnsel auslösen, teilte die EMA am Dienstag in Amsterdam mit. Der Nutzen des Impfstoffes des US-Unternehmens überwiege allerdings die Risiken.

Erstmeldung vom 20. April: München/Amsterdam/Baltimore - Die weltweite Impfkampagne gegen Corona und die heimtückische Lungenkrankheit Covid-19 muss trotz stellenweise deutlichen Fortschritten weiter Rückschläge einstecken.

Konkret: Nach einer Panne bei der Herstellung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson hat die US-Arzneimittelbehörde FDA einen Produktionsstopp in dem betroffenen Werk in den USA gefordert. Ereignet hat sich die Panne laut US-Börsenaufsicht SEC in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland, wo die Firma Emergent BioSolutions an der Produktion beteiligt sei.

Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson: Panne bei Produktion in den USA

Die FDA untersuche den Vorfall nun, die Produktion sei bis auf Weiteres gestoppt. Noch Ende März hatte der US-amerikanische Pharmakonzern Johnson & Johnson erklärt, dass eine Charge seines Impfstoffs in der Produktionsstätte in Baltimore „nicht den Qualitätsanforderungen“ entsprochen habe. Laut „New York Times“ ging es um rund 15 Millionen Impfstoffdosen.

Ursprünglich wollte Johnson & Johnson laut Nachrichtenagentur „AFP“ im April weitere 24 Millionen Impfstoffdosen gegen das Coronavirus ausliefern. Seit Mitte März ist der Impfstoff auch in der Europäischen Union (EU) zugelassen - und in dieser ein echter Hoffnungsträger. Erst am 12. April hatte der Pharmakonzern aus den Vereinigten Staaten seine Lieferungen nach Europa begonnen.

Aber: Zum selben Zeitpunkt wurde die Impfungen in den USA vorübergehend gestoppt, weil ganz seltene Fälle von Sinusvenenthrombose nach Impfungen aufgetreten waren. Die Gerinnsel in blutableitenden Gefäßen im Gehirn, die auch bei ganz vereinzelten AstraZeneca-Impfungen für Komplikationen gesorgt hatten.

Laut „FOCUS Online“ wurden sechs Fälle von Hirnvenenthrombosen bei Frauen zwischen 18 und 48 Jahren in den USA dokumentiert - auf sieben Millionen Impfungen mit dem Corona-Vakzin von Johnson & Johnson.

Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson: EMA legt ein Gutachten vor

Bis Ende Juni sollten trotzdem unter anderem zehn Millionen Dosen des Vakzins in der Corona-Krise nach Deutschland importiert werden. So lautete laut „Ärzte Zeitung“ zumindest der ursprüngliche Plan.

Der Vorteil des Impfstoffs: Er muss nur einmal pro Person verabreicht werden, um seine volle Wirkung zu entfalten. Kommt die Kampagne jetzt wieder ins Stocken? An diesem Dienstag will die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) aus Amsterdam ein Gutachten dazu abgeben. (pm) *Merkur.de und *ruhr24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare