„Menschliches Versagen“

Corona-Fiasko bei Impfstoff von Johnson & Johnson: Millionen Dosen nach Panne unbrauchbar

Um das Impftempo anzuziehen, braucht es Impfstoff. Doch bei der Produktion des Mittels von Johnson & Johnson kam es nun zu einer Panne.

Washington - Impfstoffe entwickeln und produzieren ist kein leichtes Unterfangen. Doch um das Coronavirus zu besiegen, ist die Impfung ein entscheidendes Mittel. EU-weit sind mittlerweile vier Vakzine zugelassen: von Biontech/Pfizer, Astrazeneca - neuer offizieller Name ist Vaxzevria - Moderna und Johnson & Johnson. Beim letzten Hersteller ist nun ein Problem bei der Produktion einer Charge aufgetreten.

In einer Produktionsstätte eines Partnerunternehmens von Johnson & Johnson habe ein Inhaltsstoff die Qualitätskontrolle nicht bestanden und sei daher nicht verwendet worden, teilte der Hersteller am Mittwoch (Ortszeit) mit. Das Unternehmen machte keine Angaben dazu, wie viele Impfdosen von dem Problem bei dem Auftragsproduzenten Emergent Biosolutions betroffen waren. Einem Bericht der New York Times zufolge soll es um bis zu 15 Millionen Dosen des Impfstoffs gehen, die unbrauchbar sind. Arbeiter in einem Werk in Baltimore (US-Bundesstaat Maryland) sollen aus Versehen die Inhaltsstoffe verwechselt haben. Bundesbeamte würden den Fehler auf „menschliches Versagen“ zurückführen, heißt es in dem Bericht weiter.

Fläschchen des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson stehen in der Apotheke des National Jewish Hospital zur Verteilung im Osten von Denver.

Problem bei der Produktion des Impfstoffs von Johnson & Johnson - zusätzliche Expertise soll kommen

Johnson & Johnson betonte, man plane weiterhin, der US-Regierung wie zuvor zugesagt bis Ende Mai 100 Millionen Dosen zu liefern. Das Unternehmen werde dem Vertragshersteller Emergent Biosolutions nun mit zusätzlicher Expertise zur Seite stehen und die Produktion im US-Staat Maryland vor Ort überwachen, hieß es. „Qualität und Sicherheit sind weiterhin unsere oberste Priorität“, erklärte das Unternehmen. Die Produktionsstätte von Emergent Biosolutions sei bislang noch nicht von der US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel (FDA) für den Impfstoff zugelassen worden. Das Unternehmen bereitet aber bereits die Produktion vor, um Lieferziele erfüllen zu können. Der Zeitung zufolge sei mit einer Untersuchung durch die FDA zu rechnen, was die Produktion weiter einschränken könnte. Bis zum Ende des Jahres sollen trotz des Zwischenfalls mehr als eine Milliarde Impfdosen produziert werden.

Der große Vorteil bei dem Impfstoff von Johnson & Johnson: Die Impfung entfaltet bereits nach nur einer Spritze ihre volle Wirkung. Zur Einordnung: Astrazeneca will Deutschland von April bis Juni bis zu 15 Millionen Dosen liefern, Biontech/Pfizer 40, Moderna 6,4 und Johnson & Johnson 10 Millionen. (dpa/AFP/cibo)

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