+
In diesem Jahr wurden in Mexiko bereits sechs Reporter getötet. Foto: El Universal

"Sie töten uns"

Journalisten in Mexiko protestieren gegen Gewalt

Das lateinamerikanische Land ist einer der gefährlichsten Orte für Medienvertreter weltweit. In diesem Jahr wurden bereits sechs Reporter getötet. Auch die EU fordert, die Verantwortlichen für die Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen.

Mexiko-Stadt (dpa) - Nach dem Mord an zwei Journalisten in Mexiko haben zahlreiche Kollegen ein Ende der Gewalt gegen Medienvertreter gefordert. Am Unabhängigkeitsdenkmal schrieben sie am Dienstag "Sie töten uns" und "Nein zum Schweigen" auf den Asphalt.

Die Journalisten zogen später weiter zum Sitz der Generalstaatsanwaltschaft. Auf Transparenten war zu lesen: "Das schlimmste Verbrechen ist das Schweigen" und: "Stoppt die Aggressionen gegen Journalisten".

Am Montag waren innerhalb weniger Stunden zwei Journalisten in Mexiko getötet worden. In der Drogenhochburg Sinaloa erschossen Unbekannte den Korrespondenten der Zeitung "La Jornada", Javier Valdez. Er hatte vor allem über das organisierte Verbrechen in der Heimat des vor kurzem an die USA ausgelieferten Drogenbosses Joaquín "El Chapo" Guzmán berichtet.

Kurz darauf eröffneten Angreifer im Bundesstaat Jalisco das Feuer auf das Auto von Jonathan Rodríguez Córdova und töteten den jungen Reporter. Seine Mutter, die stellvertretende Geschäftsführerin der Wochenzeitung "El Costeño de Autlán", wurde schwer verletzt.

"Die Regierung verurteilt die Gewalttaten gegen Journalisten", sagte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong. Er kündigte Maßnahmen zum Schutz von Medienvertretern an. "Wir werden uns dieser Situation annehmen, die der Berufsgruppe und der ganzen Gesellschaft schadet."

Angesichts der jüngsten Welle der Gewalt gegen Journalisten forderte auch die Europäische Union (EU) rasche und transparente Ermittlungen. "Die Täter müssen zur Rechenschaft gezogen werden", sagte ein Sprecher von EU-Außenbeauftragter Federica Mogherini am Dienstag in Brüssel.

"Die Welle von gezielten Tötungen und Angriffen auf Journalisten in Mexiko gibt Anlass zur Sorge", sagte der EU-Sprecher. "Die mexikanischen Behörden sollten Journalisten effektiv schützen und die Straflosigkeit bei Verbrechen gegen Journalisten und Aktivisten beenden."

In diesem Jahr wurden in Mexiko bereits sechs Reporter getötet. Hinter den Gewalttaten dürften meist Verbrechersyndikate und korrupte Politiker stecken. Die Verbrechen werden allerdings fast nie aufgeklärt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Jaguar bricht aus Zoo aus und richtet Blutbad an
Für rund eine Stunde ist ein ausgewachsener Jaguar in New Orleans aus seinem Gehege ausgebrochen. Genug Zeit für das Raubtier, um ein regelrechtes Massaker anzurichten.
Jaguar bricht aus Zoo aus und richtet Blutbad an
Polizei stoppt Ford Mustang: Ein Detail war selbst erfahrenen Beamten zu heftig
Die Polizei Frankfurt stoppt einen Ford Mustang: Ein Tuning-Detail war selbst erfahrenen Beamten zu heftig.
Polizei stoppt Ford Mustang: Ein Detail war selbst erfahrenen Beamten zu heftig
Polizei wird zu Einsatz mit riesigem Greifvogel gerufen - So sieht das wilde Tier aus
Die Polizei wird zu einem Einsatz mit einem riesigen Greifvogel gerufen - Jetzt haben die Beamten die Fotos des ungewöhnlichen Notrufs veröffentlicht.
Polizei wird zu Einsatz mit riesigem Greifvogel gerufen - So sieht das wilde Tier aus
Indonesien: Dorfbewohner schlachten 292 Krokodile ab
Ein Mann wird von einem Krokodil getötet. Aus Rache schlachten die Dorfbewohner Hunderte Krokodile ab. Nun ermittelt die Polizei, wer Schuld an dem Massaker hat.
Indonesien: Dorfbewohner schlachten 292 Krokodile ab

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.