Angreifer mit psychischen Problemen

Er ruft "Allahu Akbar" und sticht Juden in den Bauch

Straßburg - Bei einer Messerattacke im elsässischen Straßburg ist ein Jude auf offener Straße verletzt worden. Der Angreifer hatte schon einmal einen Juden attackiert.

Der 62-jährige Jude, der zum Tatzeitpunkt eine Kippa trug, wurde vor seinem Haus im jüdischen Viertel der ostfranzösischen Stadt angegriffen. Der Angreifer schrie nach Angaben von Augenzeugen am Freitag "Allahu Akbar" (Gott ist groß) und stach dem Opfer in den Bauch. Der Angreifer konnte kurz nach der Tat festgenommen werden.

Ein Rabbiner sagte der Nachrichtenagentur AFP vor Ort, das Opfer habe sich in eine Bar retten können. "Er ist sehr schockiert und fühlt, dass er wie durch ein Wunder überlebt hat." 

Der Großrabbiner von Straßburg, René Gutman, sagte, der rund 40-Jährige habe bereits 2010 im Stadtzentrum von Straßburg unter ähnlichen Umständen einen Juden attackiert. Ermittlerkreise bestätigten dies. Der Mann hatte damals einen Juden mit einer Eisenstange verprügelt und mit einem Messer verletzt. Die Straßburger Staatsanwaltschaft erklärte damals, der unter psychischen Problem leidende Mann sehe sich als "Ziel einer jüdischen Verschwörung".

"Wenn diese Person in die Stadt gehen und jemanden mit einem Messer angreifen kann, sobald er eine Kippa sieht, dann ist das ein Problem", sagte Gutman dazu am Freitag. Es müssten "Maßnahmen" ergriffen werden.

Seit den islamistischen Anschlägen von Paris und Nizza lebt Frankreich in Angst vor neuen Attacken. In der Vergangenheit sind auch immer wieder Juden Ziel von Anschlägen geworden.

2012 tötete der Islamist Mohamed Merah im südfranzösischen Toulouse unter anderem drei Schüler und einen Lehrer einer jüdischen Schule. Zwei Tage nach dem Anschlag auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" im Januar 2015 erschoss ein Islamist dann bei einer Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt in Paris vier Menschen.

AFP

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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