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Jugendliche bewegten sich zu wenig, weil sie mit Sport negative Erfahrungen aus dem Schulunterricht verbinden - so eine Studie.

Hänselei und Strafe im Unterricht

Jugendliche Sportmuffel aus Angst?

Leuven - Auf die Frage, warum sie keinen Sport treiben, fanden Jugendliche in einer Studie der Uni Leuven viele Gründe: Sie seien beim Sport ausgelacht worden oder hätten "strafexerzieren" müssen.

Viele Jugendliche treiben keinen Sport, weil sie im Schulunterricht oder im Verein gehänselt wurden. Sie verknüpfen körperliche Aktivität mit negativen Erfahrungen und verzichten infolgedessen darauf. Zu diesem Ergebnis kommt eine qualitative Studie der Universität Leuven in Belgien in Zusammenarbeit mit den Universitäten Paderborn und Augsburg. Knapp 300 Jugendliche aus sechs europäischen Ländern wurden befragt. Dabei wurden Mädchen und Jungen ausgewählt, die statistisch gesehen ein höheres Risiko für eine inaktive Lebensweise haben: Dazu zählen ein niedriger Bildungs- und sozioökonomischer Status sowie ein Migrationshintergrund.

Zu wenig Bewegung hat viele Gründe

Aus den Antworten schlossen die Wissenschaftler, dass die Jugendlichen zum einen schlicht nicht wissen, wo und wie sie Sport treiben können. Zum Beispiel gibt es an ihrem Wohnort in der Nähe keinen Verein oder Sportplatz. Häufig erzählten die Mädchen und Jungen aber auch von negativen Erfahrungen in der Vergangenheit: Sie seien von Lehrer oder Trainer beleidigt worden oder mussten Übungen zur Strafe machen. Außerdem beklagten sie, dass sie nie mitbestimmen durften, sondern die Erwachsenen festlegten, welche Übungen gemacht werden. Als dritter Grund für ihre mangelnde Motivation wurde der Aspekt genannt, dass die Jugendlichen keine Eltern oder Freunde hätten, die sich mit ihnen zusammen bewegen würden.

Jugendliche sollen selbst die Initiative ergreifen

Viele Interventionsprogramme, die Jugendliche zum Sport treiben animieren sollen, laufen damit ins Leere. „Es hilft nichts, solchen Kindern zu sagen: "Ihr müsst 60 Minuten am Tag Sport machen und alles ist gut"“, erklärt Prof. Hans Peter Brandl-Bredenbeck, Projektleiter der Studie. Vielmehr müsse man versuchen, Verständnis für die negativen Erfahrungen der Jugendlichen zu zeigen und diese nicht kleinzureden. Gut sei auch, Mädchen und Jungen über Jugendzentren oder Religionsgemeinschaften anzusprechen und sie selbst ein Sportangebot entwickeln zu lassen.

dpa

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