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Richard Eggers vor dem Wachsalon, in dem er vor 50 Jahren mit einer selbstgefälschten 10-Cent-Münze erwischt worden war. Dieser Vorfall kostete ihn jetzt den Job.

Nach knapp 50 Jahren

Jugendsünde kostet 68-Jährigen den Job

Des Moines - Es ist eine Lappalie, und sie ist längst verjährt: Als er 19 Jahre alt war, fälschte Richard Eggers (68) eine 10-Cent-Münze. Doch jetzt hat er deswegen seine Arbeit verloren.

Ein Stück Karton machte den Mitarbeiter in der Kundenbetreuung eines Finanzdienstleisters in Des Moines (US-Staat Iowa) arbeitslos. Er hatte es 1963 in der exakten Größe einer Zehn-Cent-Münze ausgeschnitten, passgenau für den Münzschlund einer Waschmaschine. Gerichtsunterlagen belegen Eggers kleinen Betrug im Waschsalon. Zwei Tage musste er damals ins Gefängnis - für zehn Cent bereits eine krachende Strafe. Wells Fargo, sein Arbeitgeber, nutzte jetzt aber eine seit Mai 2011 gültige neue Beschäftigungs-Richtlinie und setzte Eggers kurzerhand wegen seines Vergehens auf die Straße.

Es sei ein „dummer Trick“ gewesen, sagt Eggers heute. Seine Entlassung will er nicht einfach so hinnehmen. Möglicherweise kann er mithilfe eines speziellen Programms des US-Einlagensicherungfonds FDIC seine Glaubwürdigkeit wieder herstellen, um seine Arbeit wieder aufzunehmen. Die FDIC machte jedoch keine Angaben, wie viele solcher Anträge sie im Jahr bearbeitet.

Landesweit erging es seit Inkrafttreten der Richtlinie laut Informationen von Fachanwälten Tausenden Arbeitnehmern so wie Richard Eggers. Die Regelung ermöglicht es, Mitarbeiter aufgrund von gerichtlich nachgewiesenen Vergehen wie Datendiebstahl, Geldwäsche und Betrug zu entlassen. Die Richtlinie sei allerdings für Mitarbeiter auf Führungsebene gedacht, deren betrügerisches Handeln weitreichende Folgen haben könne, gibt Leonard Bates, ein mit solchen Fällen vertrauter Anwalt aus Des Moines, zu bedenken.

dapd

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