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Der Juli 2015 lag 0,81 Grad über dem Mittel des 20. Jahrhunderts. Foto: Fredrik von Erichsen

Juli war weltweit heißester Monat seit 1880

Noch nie war es weltweit seit Beginn der Wetteraufzeichnungen so heiß wie im vergangenen Juli. Auch für Deutschland prognostiziert eine neue Studie erhebliche Auswirkungen des Klimawandels.

New York (dpa) - Der Juli war weltweit der heißeste Monat seit Beginn der globalen Wetteraufzeichnungen vor 135 Jahren. Und auch die ersten sieben Monate zusammen seien wärmer als alle Vergleichszeiträume seit 1880 gewesen.

Das teilte die US-Wetterbehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) in Washington mit. Die Messungen bestätigten, dass die Welt wärmer werde, sagte NOAA-Klimaforscher Jake Crouch.

Die globale Durchschnittstemperatur im Juli betrug laut NOAA 16,61 Grad Celsius. Das waren 0,08 Grad mehr als der bisherige Rekordmonat - der Juli 1998. Der Juli 2015 habe 0,81 Grad über dem Mittel des 20. Jahrhunderts gelegen, berichtete die Behörde weiter.

In Deutschland war der vergangene Juli - trotz extremer Hitze an vielen Tagen - kein Rekordmonat. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) kam er auf den 6. Platz in der Reihe der wärmsten Julimonate in Deutschland. Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990 fiel er 2,5 Grad zu warm aus, hatten die Meteorologen bereits vor einigen Wochen berichtet. Der wärmste Juli in der DWD-Statistik war 2006. Im bayerischen Kitzingen war am 5. Juli mit 40,3 Grad ein bundesweiter Hitzerekord aufgestellt worden.

Weltweit betrachtet waren die ersten sieben Monate des Jahres laut NOAA 0,85 Grad Celsius wärmer als der Durchschnitt des Vergleichsraums des vergangenen Jahrhunderts. Bei den Temperaturen an Land war der Juli zwar nur der sechstwärmste Juli mit 0,96 Grad über dem Durchschnitt des 20. Jahrhunderts. Dafür waren die Ozeane wärmer als jemals während der vergangenen 135 Jahre, wie die NOAA weiter mitteilte. Gerade der Pazifische und der Indische Ozean hätten sich mehr als sonst aufgeheizt.

Wenn der weltweite Kohlendioxid-Ausstoß weiter steigt, hat das auch in Deutschland große Folgen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Freitag veröffentliche Studie im Auftrag der Bundestagsfraktion der Grünen. Demnach müssen sich die Menschen am Rhein langfristig auf mehr Regen und Hochwasser einstellen. Den Berechnungen zufolge werden durch den zu erwartenden Temperaturanstieg bis Mitte des Jahrhunderts nur noch wenige deutsche Skigebiete in höheren Lagen übrigbleiben.

In Baden-Württemberg müssen demnach besonders Menschen in der Rheinebene und den Städten entlang des Neckars mit deutlich höheren Temperaturen rechnen. Dort sind der Studie zufolge punktuell Probleme für die Energieversorgung zu erwarten, da sich erwärmtes Flusswasser schlecht als Kühlwasser für Kraftwerke eignet.

In Großstädten mit dichter Bebauung und viel Verkehr entstehen nach Angaben der Autoren im Sommer zunehmend sogenannte Wärmeinseln. Der Temperaturunterschied zwischen Innenstadt und Umland könne dabei bis zu zehn Grad Celsius betragen. Dies könne vor allem ältere Menschen gesundheitlich belasten.

Mitteilung der NOAA

Juli-Report des NOAA

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