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Harry Wörz war zu Unrecht verurteilt worden.

Unschuldig im Knast

Justizopfer Wörz erhält weitere Entschädigung

Karlsruhe - 13 Jahre lang kämpfte Harry Wörz, bis er beweisen konnte, dass er unschuldig im Gefängnis gesessen hatte. Jetzt bekommt das Justizopfer eine weitere Entschädigung.

Nach Bewertung eines Gutachtens sprach die Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe dem Justizopfer Harry Wörz am Donnerstag „wegen strafverfolgungsbedingter Erwerbsunfähigkeit“ eine zeitlich befristete monatliche Zahlung zu. Über die Höhe wollte die Behörde keine Auskunft geben, um die Interessen von Wörz zu schützen.

Auch sein Anwalt Hubert Gorka nannte den Betrag nicht, sagte aber der Nachrichtenagentur dpa: „Ich bin von der Entscheidung sehr enttäuscht, da viele Teile seiner Ansprüche nicht berücksichtigt wurden.“ Wörz müsse die 23-seitige Entscheidung nun erst einmal durchlesen. Zugleich kündigte Gorka an: „Ich werde Herrn Wörz höchstwahrscheinlich zur Klage raten.“ Es gehe um eine angemessene Entschädigung, die er beim Landgericht Karlsruhe durchsetzen wolle.

Der gelernte Installateur Wörz war wegen versuchten Totschlags an seiner von ihm getrennt lebenden Frau verurteilt worden. Sie war 1997 mit einem Schal gewürgt worden und ist seitdem schwerbehindert. Wörz verbüßte eine Haftstrafe von viereinhalb Jahren. Rund 13 Jahre kämpfte er vor verschiedenen Gerichten, bis er seine Unschuld beweisen konnte. Der Täter ist bis heute nicht ermittelt worden.

Im Haftentschädigungsverfahren hatte er nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft bereits zwei Vorschüsse erhalten: 41 900 Euro für den erlittenen immateriellen Schaden mit einem Satz von 25 Euro pro Hafttag sowie einen nicht bezifferten Vorschuss für den materiellen Schaden.

dpa

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