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René E. starb im Wrack seines Ford Fiesta. Der junge Mann war Skisportler und Kletterer.

Jetzt droht ihm Gefängnis

Kammerlander war bei Unfall schwer betrunken

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Dramatische Wende im Unfall von Hans Kammerlander. Die Bergsteiger-Legende war bei dem Unfall offenbar betrunken. Jetzt droht ihm Gefängnis.

Der Autounfall von Ex­trembergsteiger Hans Kammerlander erfährt erneut eine dramatische Wendung. Mehrere Südtiroler Zeitungen berichten, dass der 57-Jährige bei dem Drama von vergangener Woche betrunken gewesen ist. Es wurden im Labor 1,48 Promille Alkohol im Blut festgestellt. Der Unfall hatte sich am 26. November auf der Uttenheimer Länge zwischen Uttenheim und Mühlen in Taufers im Südtiroler Pustertal ereignet. Fünf Autos waren darin verwickelt. Bei dem Crash wurde der 21-jährige René E. getötet, Kammerlander schwer am Knie verletzt. Er wurde inzwischen aus dem Krankenhaus in Bruneck entlassen. Zunächst hieß es, der getötete René habe den Unfall verursacht, doch das Ermittlungsverfahren, das in Bozen anhängig ist, wurde auf alle Unfallbeteiligten ausgeweitet. Der Leitende Staatsanwalt Guido Rispoli erklärte dazu Anfang der Woche, dass es Hinweise gebe, „wonach Kammerlander eine Mitverantwortung an dem Unfall haben könnte“.

Wie könnte sich die Alkoholisierung von Kammerlander auswirken? Italien hat mit die strengsten Bestrafungen für Alkohol am Steuer: Hier gilt die 0,5-Promille-Grenze, bei 1,5 Promille wird das Auto eines Alkoholfahrers versteigert. Kammerlander liegt knapp darunter. Sollte er aber den Unfall mit Todesfolge verursacht haben, könnten ihm bis zu sieben Jahre Haft drohen, schreibt die Südtiroler Tageszeitung. Es geht darüber hinaus um Hunderstel: Ab 1,5 Promille kann das Strafmaß bei einem durch Alkohol verursachten Unfall mit Todesfolge auf bis zu 15 Jahre Gefängnis ausgeweitet werden.

In seiner Heimat tobt derweil ein Kampf zwischen Pro- und Anti-Kammerlander-Lagern. Es werden Behauptungen aufgestellt, Gerüchte als Wahrheiten verkauft. Samstag vor einer Woche wurde René in Rein in Taufers (Ahrntal) zu Grabe getragen, einen Tag später richteten Spezl eine Facebook-Seite ein mit dem Titel Gerechtigkeit für René. Kammerlander meldete sich daraufhin ebenfalls über Facebook zu Wort: „René ist allzu früh von seiner Familie und seinen Freunden gegangen, und ihnen gelten momentan alle meine Gedanken, denn nichts und niemand kann den Verlust eines geliebten Menschen wiedergutmachen. Angesichts dieser Tragik bin ich zutiefst erschüttert …“

13 der 14 Achttausender hat Kammerlander ohne Sauerstoff besiegt. Nun steht er vor einer Wand, dessen Schwierigkeitsgrad noch gar nicht abzuschätzen ist.

mc

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