Mindestens 23 Tote

Blutbad in Kanada: Zahl der Todesopfer nach oben korrigiert - Premierminister fordert striktere Waffengesetze

In einer beschaulichen Ortschaft in Kanadas Osten kommt es am Sonntagabend zu einem Blutbad. Ein 51-Jähriger soll mindestens  23 Menschen getötet haben.

  • In Kanada hat ein 51-Jähriger in der Ortschaft Nova Scotia ein Blutbad angerichtet. 
  • Mindestens 23  Menschen sind bei dem mutmaßlichen Amoklauf am Sonntagmittag ums Leben gekommen - darunter auch der mutmaßliche Täter. 
  • Die Polizei spricht von chaotischen Szenen, Bundeskanzlerin Angela Merkel von einem „sinnlosen und grausamen Akt der Gewalt.“ 

Update vom 29. April, 10.17 Uhr: Nach dem Blutbad in Kanada ist es in Deutschland zu zwei Gewaltverbrechen gekommen. In Hanau kam es zu Messer-Attacken, in Gelsenkirchen starb ein Polizist bei einem SEK-Einsatz.

Update vom 22. April, 8.06 Uhr: Die Bluttat von Nova Scotia in Kanada hat weitere Menschenleben gefordert. Die Polizei geht mittlerweile von 23 Todesopfern aus. Ein 17-Jähriger soll sich unter den Todesopfern befinden.

Es ist eine Gewalttat, die schockiert. Laut Radio Canada zog sich die Verfolgungsjagd über mehr als 100 Kilometer hin. Die Polizei bestätigte, dass der 51-Jährige eine Polizeiuniform getragen habe und mit einem Fahrzeug unterwegs gewesen sei, das einem Streifenwagen gleiche. Das Motiv des Schützen scheint weiter unklar. 

Blutbad in Kanada: Premierminister fordert striktere Waffengesetze

Update vom 21. April, 15.24 Uhr: Nach der schockierenden Bluttat in der kanadischen Provinz Nova Scotia ist die Zahl der Todesopfer erneut nach oben korrigiert worden. Am Dienstag war von 19 Toten infolge des Amoklaufs die Rede. Kanadas Premierminister Justin Trudeau will nun rasch striktere Waffengesetze umsetzen. „Wir haben da im Wahlkampf ernsthafte Verpflichtungen gemacht und sind das auch schon angegangen - und setzen das um, um sicherzugehen, dass wir die Reglementierung von Waffenbesitz in diesem Land stärken“, verkündete Trudeau laut kanadischen Medienberichten in der Nacht zum Dienstag.

Amoklauf in Kanada: Spurensuche geht weiter - Zahl der Todesopfer könnte noch steigen

In der ländlichen Provinz Nova Scotia ging unterdessen am Dienstag die Spurensuche weiter. Dabei könne sich die offizielle Opferzahl des mutmaßlichen Amoklaufs des 51-jährigen Tatverdächtigen noch erhöhen, teilte die Polizei mit. Ermittler Chris Leather sagte, dass 16 Tatorte auf der Halbinsel untersucht würden, zudem seien fünf Feuer gelegt worden. Es könne sein, dass in niedergebrannten Häusern noch weitere Tote gefunden werden.

Update vom 20. April, 20.49 Uhr: Die Zahl der Toten der schrecklichen Bluttat im kanadischen Nova Scotia ist Behördenangaben zufolge mittlerweile auf 18 Menschen gestiegen. Opfer gab es nach Polizeiangaben zudem an mehreren Orten der Provinz. Während der Verfolgungsjagd habe der Schütze sich außerdem einen Schusswechsel mit der Polizei geliefert.

Update um 18.48 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich bestürzt über den Amoklauf in Kanada mit 17 Toten geäußert. „Dieser sinnlose und grausame Akt der Gewalt erschüttert uns alle zutiefst. Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien und Freunden“, heißt es in einem Kondolenztelegramm an den kanadischen Premier Justin Trudeau vom Montag. Den Verletzten wünschte die Kanzlerin eine schnelle Genesung.

Blutbad in Kanada: Polizisten bereiten sich darauf vor, an einer Tankstelle einen Verdächtigen in Gewahrsam zu nehmen.

Amoklauf in Kanada: Weitere Details über Opfer und Tathergang bekannt

Update um 13.08 Uhr: Nun werden weitere Details zu den Opfern des Amoklaufs in der kanadischen Provinz Nova Scotia bekannt. Laut Informationen der Nachrichtenagentur AFP befindet sich unter den insgesamt 17 Getöteten eine Polizistin, die seit 23 Jahren im Polizeidienst stand und zwei Kinder hinterlässt. Zudem wurde ein anderer Polizist bei der Bluttat verletzt. Laut Polizeiangaben waren seine Verletzungen aber nicht lebensgefährlich. 

Auch zum Tathergang und Täter gibt es neue Informationen. Demnach benutzte der 51-jährige Tatverdächtige für seine Flucht mehrere Fahrzeuge. Unter anderem auch eines, dem das Aussehen eines Polizeifahrzeugs verliehen worden sei, sagte der Chef der Polizeibehörde RCMP in Nova Scotia, Chris Leather (wir berichteten). 

Blutbad in Kanada: Tatverdächtiger wählte Opfer teilweise zufällig aus

Das Motiv des Täters wurde zunächst noch untersucht. Allerdings gebe es bislang keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund, sagte die nationale RCMP-Chefin Brenda Lucki dem Sender CBC. Der Täter war von Beruf Zahntechniker. Wie Leather weiter berichtete, habe er seine Opfer zumindest teilweise anscheinend zufällig ausgewählt.

Erstmeldung vom 20. April 2020:

Ottawa - Das ganze Ausmaß des mutmaßlichen Amoklaufs eines 51-jährigen Tatverdächtigen sei noch nicht abzusehen, es werden noch mehr Opfer befürchtet, sagte Ermittler Chris Leather am Sonntagabend bei einer Pressekonferenz in der ländlichen Provinz Nova Scotia im Osten von Kanada. Wenige Stunden später sprach Kanadas oberste Polizeichefin, Brenda Lucki, beim Sender CBC von 13 Toten. Unter den Opfern ist eine langjährige Polizistin. Später wird die Zahl nach oben korrigiert. Mindestens 17 Menschen sind bei dem Blutbad ums Leben gekommen. Zudem ist der mutmaßliche Schütze tot.

Der 51-Jährige war am Sonntagmittag nach einer langen Verfolgungsjagd an einer Tankstelle von der Polizei gestellt worden. Er sei dabei getötet worden, sagte Leather.

Blutbad in Kanada: „Chaotische Szenen“ in kleinem Ort

Die Ermittlungen in diesem „tragischen Vorfall“ befänden sich in einer frühen Phase, erklärte der Polizist. Auf einen Schlag habe sich das Leben vieler Familien und Opfer für immer verändert. Sichtlich betroffen sprach er von einer „chaotischen“ Szene, die sich den Polizisten schon Samstagnacht in einem kleinen Ort geboten hätte.

Per Notruf hatte die Royal Canadian Mounted Police Hinweise auf einen bewaffneten Angreifer in der kleinen Ortschaft Portapique erhalten. In einem Haus und auf dem umliegenden Grundstück hätten sie mehrere Leichen vorgefunden, von dem Täter keine Spur. Das führte zu einer 12-stündigen Verbrecherjagd quer durch Nova Scotia. Opfer seien an mehreren Tatorten in der Atlantik-Provinz gefunden worden. An einigen Stellen seien Feuer auf Grundstücken gelegt worden.

Kanada: Mann richtet Blutbad an - mindestens 17 Tote

Zu dem Motiv des Schützen machten die Ermittler zunächst keine Angaben. Leather zufolge deutet vieles darauf hin, dass der tatverdächtige Mann das Blutbad plante, dabei aber auch Menschen tötete, die er nicht kannte. Der kanadische Premierminister Justin Trudeau sprach am Sonntagabend von einem Akt „sinnloser Gewalt“.

Augenzeugen berichteten von heulenden Sirenen, Schüssen und anderen Schreckensmomenten. Die Polizei hatte Anwohner aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben und ihre Türen abzuschließen. Die Behörde warnte unterdessen vor einem Schützen, der möglicherweise eine Polizei-Uniform trage und mit einem Fahrzeug unterwegs sei, das einem Streifenwagen glich. Leather bestätigte später, dass der Mann tatsächlich versucht habe, sich als Polizist zu tarnen.

Blutbad in Kanada: Mindestens 17 Tote nach mutmaßlichem Amoklauf 

Anders als im Nachbarland USA sind die Waffengesetze in Kanada vergleichsweise streng. Der bisher schwerste Amoklauf ereignete sich in Kanada 1989, als der 25-jährige Marc Lepine an einer Hochschule in Montréal 14 Frauen erschoss und 13 weitere Menschen verletzte, bevor er sich selbst das Leben nahm. In einem Schreiben nannte er seinen Hass auf Feministinnen als Motiv.

In Starnberg bei München hatte kürzlich ein junger Mann einen Amoklauf geplant. Um nicht aufzufliegen, tötete er zuvor drei Menschen. Das berichtet Merkur.de*. Im Februar wurden bei einem Amoklauf in Thailand 26 Menschen getötet. 

dpa,AFP

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © AFP / TIM KROCHAK

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