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Nach über 50 Jahren: Alpen-Gletscher gibt abgestürztes Flugzeug frei

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Von: Vinzent Fischer

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Teile eines Flugzeugwracks wurden im Eis des Schweizer Aletschgletscher entdeckt.
Teile eines Flugzeugwracks wurden im Eis des Schweizer Aletschgletscher entdeckt. © dpa-Bildfunk

In den Schweizer Alpen kam es zu einem kuriosen Fund. Ein Bergführer entdeckte Teile eines Flugzeugwracks. Die Maschine war 1968 abgestürzt.

Fieschertal - 30. Juni 1968: Ein Lehrer, ein Arzt und dessen Sohn machen sich auf zu einem Flug über die Schweizer Alpen. Doch sie werden nie an ihrem Zielort ankommen. Denn die Piper Cherokee stürzt mitten in den Walliser Alpen ab. Die drei Leichen werden geborgen, doch das Flugzeugwrack kann wegen der eingeschränkten technischen Möglichkeiten nicht abtransportiert werden.

Viel Zeit vergeht, und das zertrümmerte Kleinflugzeug wird vom Eis des Aletschgletschers umschlungen. Doch jetzt, nach über 50 Jahren, sind Teile des Wracks an der Oberfläche aufgetaucht. Das teilte die Kantonspolizei Wallis mit. Der Fundort befindet sich demnach zwischen Jungfraufirn und Konkordiaplatz auf etwa 2.800 Metern Höhe. Ein Bergführer habe Teile der Piper Cherokee in den vergangenen Tagen gefunden, sagte Stefan Gafner von der nahe gelegenen Konkordiahütte der dpa am Samstag.

Flugzeugwrack in den Schweizer Alpen: Klimawandel macht auch vor dem Aletschgletscher nicht Halt

Es sei bekannt gewesen, dass unter Eis und Schnee ein Wrack verborgen liege, sagte Gafner. Durch die Sommerschmelze seien Überreste auf einer Fläche von rund 40 mal 200 Metern freigegeben worden. Jetzt soll die Bergung nach über 50 Jahren nachgeholt werden. Doch der Hüttenwirt befürchtet, dass unter der Eisschicht noch weitere Überreste des Wracks verborgen sind. „Da müssen noch mehr Teile zum Vorschein kommen“, so Gafner.

Auch vor den Gletschern in den Alpen macht der Klimawandel offensichtlich nicht Halt, ganz im Gegenteil. Besonders die Schweizer Alpen sind von der Erderwärmung betroffen. Die Gletscherschmelze beginnt deutlich früher, die Eismasse geht rapide zurück. Das sorgt im Tal für erhöhte Hochwasser-Gefahr und in den Bergen für Gletscherstürze. Wohl auch durch den Klimawandel konnte das Wrack jetzt wieder entdeckt werden.

Im Video: Erste Hitzewelle - Dramatische Gletscherschmelze in den Alpen

Grund zur Freude sollte das aber nicht sein. So warnt etwa der Ökonom Klaus Wiegand vor den dramatischen Folgen des Klimawandels. „Es betrifft uns alles. Direkt vor der Haustür“. so der Experte im Interview. (vfi mit dpa)

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