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Kanzler kämpfte mit den Tränen

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- München - So betroffen hat man den Kanzler lange nicht gesehen: Gerhard Schröder kämpfte sichtbar mit den Tränen, als er in Berlin den Stand der Dinge bilanzierte: 26 identifizierte Leichen von Deutschen, rund 1000 deutsche vermisst. Es sei "eine der schlimmsten Katastrophen seit Menschengedenken".

Der Kanzler dürfte richtig liegen: Die offizielle Opferzahl lautet nun 69 000, das Rote Kreuz rechnet mit 100 000. Und die WHO glaubt sogar, dass sich die Zahl nochmals verdoppelt, wenn Seuchen und Krankheiten ausbrechen.

In Indonesien wird das ganze Ausmaß der Katstrophe erst allmählich klar: Bei über 45 000 Opfern liegt hier die Zahl inzwischen. Betroffen ist vor allem die Bürgerkriegsregion Aceh, die die Regierung wieder für Ausländer geöffnet hat. Nur so können Hilfsteams die Menschen in den teilweise völlig verwüsteten Landstrichen versorgen.
Die meisten deutschen Opfer sind in Thailand zu beklagen. Die Botschaft in Bangkok sprach von 600 Vermissten. Besonders betroffen waren Phuket die Region Khao Lak.

Alle internationalen Hilfsorganisationen arbeiten unter Hochdruck daran, die Menschen vor allem mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Zwei Teams des Technischen Hilfswerks mit Wasser- und Bergungsexperten trafen in Thailand und Sri Lanka ein. Eine dritte Gruppe reiste gestern nach Indonesien. Die "fliegende Intensivstation" der Bundeswehr, ein mit medizinischer Technik ausgerüsteter Airbus, soll acht Schwer- und 40 Leichtverletzte nach Deutschland bringen.

Schröder rief die Deutschen zum Spenden auf - so deutlich wie wohl noch nie ein Kanzler zuvor. Die Bürger sollten geben - "alles, was sie mobilisieren können". Trotz seiner Probleme sei Deutschland, verglichen mit den von der Katastrophe betroffenen Staaten, "ein sehr, sehr reiches Land".

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