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Kapitän Francesco Schettino hatte Tränen bei seiner Erklärung vor dem Gericht.

"Bin auch ich zum Teil gestorben"

"Costa Concordia"-Kapitän vor Urteil in Tränen

Grosseto - Unmittelbar vor dem Urteilsspruch im "Costa Concordia"-Prozess hat Kapitän Francesco Schettino unter Tränen an das Gericht appelliert, ihn nicht zum einzigen Verantwortlichen zu machen.

Der Angeklagte Francesco Schettino hat sich kurz vor dem Urteil im Prozess um die Havarie der „Costa Concordia“ gegen die Vorwürfe gewehrt. „An diesem 13. Januar 2012 bin auch ich zum Teil gestorben“, sagte der 54-Jährige in seiner Erklärung vor dem Gericht in Grosseto, an deren Ende er in Tränen ausbrach. „Es ist schwierig, das ein Leben zu nennen, was ich lebe.“ Er sei nach dem Unglück vor gut drei Jahren oft falsch in der Öffentlichkeit dargestellt worden.

Anschließend zog sich das Gericht zur Beratung zurück. Es will um 19 Uhr bekanntgeben, ob es dann sein Urteil verkündet oder weitere Zeit für die Entscheidung benötigt. Schettino ist der einzige Angeklagte, ihm wird unter anderem mehrfache fahrlässige Tötung vorgeworfen.

Die Anklage hat eine Haftstrafe von 26 Jahren und drei Monaten gefordert. Bei der Havarie der „Costa Concordia“ vor der Mittelmeer-Insel Giglio starben 2012 insgesamt 32 Menschen, darunter 12 Deutsche.

Schettino betonte, es stimme nicht, dass er kein Mitgefühl mit den Opfern gezeigt habe. „Ich bin überzeugt, dass man Schmerz nicht zeigen sollte, um ihn nicht zu instrumentalisieren“, sagte er. Sein Anwalt Domenico Pepe hatte zuvor erklärt, Schettino sei selbst Opfer der Schiffskatastrophe. „Er wurde gedemütigt, verspottet, vor Gericht beleidigt und von der Presse verfolgt.“

Bilder aus dem Inneren der "Costa Concordia"

Bilder aus dem Inneren der "Costa Concordia"

dpa

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