Kapitän: Zufällig in Rettungsboot gestürzt

Giglio - Der Kapitän der „Costa Concordia“ wehrt sich gegen die Vorwürfe, er habe das havarierte Kreuzfahrtschiff nach dem Unglück einfach verlassen. Seinen Schilderungen zufolge, sei er "unfreiwillig von Bord gestürzt".

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Hausarrest für Kapitän nach Schiffshavarie

Der Kapitän der „Costa Concordia“ hat ein technisches Problem bei der Evakuierung für sein Verlassen des havarierten Kreuzfahrtschiffs verantwortlich gemacht. Vor einer Richterin sagte Francesco Schettino laut italienischen Medienberichten vom Mittwoch: „Ich wollte nicht abhauen, sondern habe Passagieren geholfen, ein Rettungsboot ins Wasser zu lassen.“ Als der Absenkmechanismus blockierte, plötzlich aber wieder ansprang, „bin ich gestrauchelt und lag plötzlich zusammen mit den Passagieren im Boot“. Daraufhin habe er nicht mehr auf das Schiff zurückkehren können, weil sich dieses schon zu sehr in Schräglage befunden habe.

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Die Tageszeitungen „Corriere della Sera“ und „La Repubblica“ zweifeln diese Version der Ereignisse an, vor allem weil sich in dem Rettungsboot von Schettino auch der zweite Offizier Dimitri Christidis und der dritte Offizier Silvia Coronica befunden hätten.

Die Staatsanwaltschaft von Grosseto wird gegen den Hausarrest für Schettino Einspruch einlegen. Das kündigte Staatsanwalt Francesco Verusia am Mittwoch im italienischen Radio an, wie die Nachrichtenagentur ANSA meldete. Der Kapitän des am Wochenende havarierten Kreuzfahrtschiffes “Costa Concordia“ war am Dienstagabend unter Hausarrest gestellt worden und muss nicht weiter in Untersuchungshaft bleiben. Anders als die Staatsanwälte sah die zuständige Richterin von Grosseto, Valeria Montesarchio, keine Fluchtgefahr bei Schettino. Wohl aber bestehe die Gefahr der Manipulation von Beweisen, so die Richterin.

Darüber hinaus erklärte Montesarchio, der Kapitän habe zwar das Schiff verlassen, sei aber einige Stunden auf einem Felsen nahe des Luxuskreuzers geblieben. Die Staatsanwaltschaft wirft Schettino mehrfache fahrlässige Tötung, Havarie und das Verlassen des Schiffes mitten in der Evakuierung vor.

Suche im Schiff unterbrochen

Die Suche nach Eingeschlossenen in dem havarierten Kreuzfahrtschiff “Costa Concordia“ vor der toskanischen Insel Giglio ist zum Schutz der Helfer erneut unterbrochen worden. Das Wrack sinke weiter ab, dadurch seien die notwendigen Sicherheitsbedingungen nicht gegeben, sagte der Sprecher der Rettungseinheiten, Luca Cari, am Mittwoch. Unter den insgesamt noch 28 Vermissten aus sieben Ländern befinden sich nach einer jüngsten Bilanz der italienischen Behörden 13 Deutsche. Unterdessen sorgte der Kapitän der “Costa Concordia“ mit einer neuen Begründung für sein vorzeitiges Verlassen des Unglücksschiffes für Aufsehen.

dpa

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