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Kardinal Joachim Meisner winkt am Sonntag in Köln nach seinem Abschiedsfest vor dem Dom.

Abschied als Erzbischof

Kardinal Meisner feierlich in Köln verabschiedet

Köln - Mit einem großen Festakt und einem Gottesdienst ist Kardinal Joachim Meisner am Sonntag als Kölner Erzbischof verabschiedet worden.

Gefeiert wurde auch sein 80. Geburtstag an Weihnachten und sein 25-jähriges Ortsjubiläum in Köln am 12. Februar. Papst Franziskus hatte den Kardinal Ende Februar wunschgemäß in den Ruhestand versetzt. Er dankte Meisner in einem Schreiben für seinen bischöflichen Dienst.

In seiner Predigt im Kölner Dom appellierte Meisner noch einmal leidenschaftlich für ein Leben mit Gott. „Wenn beim Menschen das Bewusstsein der Gegenwart Gottes schwindet, dann büßt er sein Bestes ein“, sagte der emeritierte Erzbischof.

An dem Gottesdienst nahmen rund 50 Bischöfe teil, davon 15 aus Osteuropa. Gekommen waren auch der Präfekt des Päpstlichen Hauses, Kurienerzbischof Georg Gänswein, und der neue Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic. Zu den Gästen zählten Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und ihre Stellvertreterin, Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne). Limburgs Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, der wegen des Bauprojekts auf dem Domberg in die Kritik geraten ist, war trotz Einladung nicht gekommen.

Papst Franziskus: Gemeinsamer Auftritt mit Benedikt XVI.

Papst Franziskus: Gemeinsamer Auftritt mit Benedikt XVI.

Papst Franziskus erinnerte in seinem Schreiben daran, dass der Kardinal noch zu Zeiten des geteilten Deutschlands von Papst Johannes Paul II. von Berlin in den fernen Westen berufen wurde. „Du bist im Gehorsam aufgebrochen, gleichsam als Vorbote der Wende in Deinem Heimatland“, so der Papst.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, würdigte Meisner als „entschiedenen Kämpfer für eine Kultur des Lebens“ von der Zeugung bis zum Tod. Die bitter erfahrenen Repressalien in der DDR hätten Meisner dazu bewegt, für die Achtung der Menschenrechte einzutreten. „Bei Deinen öffentlichen Ansprachen versteckst Du Dich nicht hinter diplomatischen Floskeln und vorsichtigen Formulierungen“, so Zollitsch am Ende des Gottesdienstes.

An dem Festakt im Gürzenich nahmen rund 900 Gäste aus Kirche und Politik teil. Die Feier zeichnete in Form von Gesprächen mit Wegbegleitern und Videos das Leben Meisners von Breslau über Erfurt nach Berlin und Köln nach.

Der Prager Kardinal Dominik Duka dankte Meisner für seine Hilfe für die Kirche in Tschechien vor und nach der Wende. In kommunistischer Zeit habe er 50 Männer im Untergrund zum Priester geweiht. Löhrmann nannte Meisner einen streitbaren Geist, der Freude an der Auseinandersetzung bewiesen und Widerspruch ausgelöst habe.

Meisner wurde in Breslau (Wroclaw) geboren und kam 1945 nach Thüringen. 1975 wurde er Weihbischof in Erfurt, fünf Jahre später Bischof von Berlin. 1983 erhob ihn Johannes Paul II. zum Kardinal. 1989 wechselte er als Nachfolger von Kardinal Joseph Höffner nach Köln.

kna

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