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Verteidigt den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst: Kölns Kardinal Joachim Meisner (Foto).

Debatte um Bischof Tebartz-van Elst

Kardinal Meisner verteidigt Limburger Bischof

Köln - Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst verteidigt. Es sei unbegreiflich, „dass sich da so eine Wolke über ihn gelegt hat“, sagte Meisner am Freitag dem Kölner „domradio“.

Die Medien hätten sich geradezu gegen den Limburger Bischof verschworen. Der Erzbischof fügte hinzu: „Und ich bin entsetzt, dass hier nicht mehr bischöfliche Brüderlichkeit auch in der Öffentlichkeit sichtbar wird.“

Meisner warf den Medien vor, nur über 4.500 Unterschriften von Kritikern des Bischofs zu berichten, nicht aber über die Liste von 5.000 Befürwortern. „All die Dinge mit Flügen und dem Bau eines Hauses, das sind alles für mich nur Vorwände“, so der Kölner Kardinal. Wahrscheinlich gehe es einzig und allein um die theologische Haltung von Tebartz-van Elst und seinen Stil der Verkündigung. Dessen Predigten, Aufsätze und pastorale Modelle spiegeln nach Ansicht Meisners „eine theologische Tiefe und eine katholische Ausrichtung“, die vorbildlich sei.

Auf den Hinweis des Interviewers, dass der Münchner Kardinal Reinhard Marx den Limburger Bischof indirekt in Frage gestellt habe, antwortete Meisner: „Da hat er keine Ahnung!“ Bischöfe sollten vorsichtiger sein, solche Urteile zu fällen, „die sehr glatt und einsichtig klingen, die aber doch der Realität entbehren“. Marx hatte in einem Interview mit der „Zeit“ Einschätzungen widersprochen, dass nur die Medien den Bischof in Bedrängnis gebracht hätten. Medienkampagnen liefen ins Leere, „wenn da nichts ist“, sagte Marx. Zugleich betonte er, dass auch für Bischöfe die Gebote von Transparenz und Wahrhaftigkeit gälten.

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Meisner begrüßte die derzeit laufenden Gespräche von Kurienkardinal Giovanni Lajolo in Limburg: „Wenn etwas so verwickelt ist, haben wir den Heiligen Stuhl.“ Bei dem brüderlichen Besuch Lajolos handele es sich aber nicht um eine Visitation. Diese habe Rom abgelehnt, „weil eine solche Visitation nur vorgenommen wird, wenn ein Bischof Dreck am Stecken hat!“ Der Leiter der vatikanischen Bischofskongregation habe Meisner gesagt, dass diese hinter Tebartz-van Elst stehe. Hier seien nur äußere Dinge zu regeln, aber keine Verfehlungen, die die moralische Integrität berührten, so Meisner.

Er sprach von einer „gefährlichen Situation“, die aber nicht dem Bischof zuzuschreiben sei. Der Kardinal bekundete die Hoffnung, dass mit Lajolos Hilfe wieder „ein gedeihliches Miteinander“ möglich werde. Lajolo führt seit Montag in Limburg Gespräche mit dem Bischof und den Bischöfen benachbarter Bistümer, mit dem Limburger Domkapitel sowie mit Priestern und Laien.

Tebartz-van Elst wird unter anderem mangelnde Kommunikation vorgeworfen. Kritik entzündete sich auch an den Baukosten für das neue Diözesane Zentrum und bischöfliche Haus neben dem Limburger Dom.

KNA

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