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Der kubanische Kardinal Jaime Ortega y Alamino ist offen gegenüber der Presse, wie hier im Jahr 2010.

Ein Kardinal plaudert aus

Flammende Rede machte Franziskus zum Papst

Havanna - Unter 115 stimmberechtigten Kardinälen setzte sich Jorge Bergoglio durch - und wurde Papst Franziskus. Wie ihm der Wahlsieg gelang, hat jetzt ein kubanischer Kardinal verraten

Vor seiner Wahl hat der neue Papst Franziskus nach Darstellung eines kubanischen Kardinals heftige Kritik am Zustand der katholischen Kirche geäußert. Diese sei zu sehr mit sich selbst beschäftigt und müsse sich wieder mehr nach außen orientieren, gab Kardinal Jaime Ortega die Worte wieder, die Franziskus vor seiner Wahl noch als Kardinal Jorge Bergoglio vor seinen Mitkardinälen sprach.

Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus

Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus

„Die Kirche ist aufgerufen, aus sich selbst herauszugehen und sich an die Ränder zu bewegen - nicht nur an die geografischen, sondern an die existenziellen: die der Sünde, des Leidens, der Ungerechtigkeit, der Ignoranz und der Distanz von Religion, des Denkens und des Leids“, habe Bergoglio gesagt. Später habe ihm Bergoglio eine handgeschriebene Version seiner Bemerkungen gegeben und ihm erlaubt, sie zu verbreiten, sagte Ortega dem katholischen Magazin „Palabra Nueva“.

Der Papst bei der Amtseinführung: Mitten unter den Gläubigen

Amtseinführung: Papst badet in der Menge

Kardinal Ortega fügte hinzu: „Kardinal Bergoglio hat eine Rede gehalten, die ich für meisterhaft, aufschlussreich, mitreißend und wahr hielt.“ Diese Bemerkungen zeigten die Richtung, in die der neue Papst die Kirche führen wolle. Bergoglio habe auch vor der Gefahr der Stagnation, vor Selbstbezogenheit und „theologischem Narzismus“ gewarnt.

Ortega hatte Bergoglios Äußerungen bereits am Wochenende in einer Messe enthüllt. Sie wurden am Dienstag auf der Webseite von „Palabra Nueva“ veröffentlicht. Der Argentinier Bergoglio war am 13. März vom Konklave der Kardinäle zum neuen Pontifex bestimmt worden.

AP

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