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Ein Kruzifix an Karfreitag.

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Karfreitag: Diese Bedeutung hat der Feiertag vor Ostern

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München - Am Karfreitag gedenken Christen der Kreuzigung Jesu. Wo ist der Tag ein Feiertag? Warum wird heute kein Fleisch gegessen? Alle Informationen zu Karfreitag 2017.

Auf welches Datum fällt der Karfreitag 2017?

Karfreitag ist immer der Freitag vor Ostern. Das Osterfest fällt heuer auf Sonntag, 16. April. Somit ist das Datum für den Karfreitag der heutige 14. April 2017.

Was ist die Bedeutung von Karfreitag?

Am heutigen Karfreitag gedenken die Christen des Todes Jesu Christi am Kreuz. Karfreitag ist einer der wichtigsten Feiertage der katholischen und der evangelischen Kirche. Der Name Karfreitag stammt aus dem Althochdeutschen, dort bedeutet das Wort "Kara" soviel wie Trauer, Kummer und Klage.

In welchen Bundesländern ist Karfreitag 2017 heute ein gesetzlicher Feiertag?

Karfreitag gilt als „bundeseinheitlicher Feiertag“ und ist heute somit in allen 16 deutschen Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag.

In welchen Bundesländern sind heute die Geschäfte an Karfreitag 2017 geschlossen?

Da der Karfreitag ein bundeseinheitlicher Feiertag ist, haben die Geschäfte heute auch in allen Bundesländern geschlossen. Auch die Behörden sind an diesem Feiertag nicht geöffnet. An Karfreitag gilt in ganz Deutschland auch von 0.00 bis 22.00 Uhr ein Lkw-Fahrverbot.

In welchen Bundesländern ist an Karfreitag 2017 schulfrei?

In 15 der 16 Bundesländer fällt der Karfreitag 2017 in die Osterferien. Somit haben die Schüler an diesem Tag ohnehin frei. Nur Hamburg kennt keine Osterferien. Da der Karfreitag dort aber auch ein gesetzlicher Feiertag ist, haben heute auch in der Hansestadt die Schüler frei.

Was hat es mit dem Tanzverbot am heutigen Karfreitag auf sich?

Da der Karfreitag ein stiller Feiertag ist, gilt in ganz Deutschland ein Tanzverbot. Das ausgelassene Tanzen und Feiern gilt zum Gedenken an die Kreuzigung von Jesus als unangemessen. Das Tanzverbot wird in Deutschland mit dem Gesetz über den Schutz der Sonn- und Feiertage geregelt, dessen konkreten Inhalt jedes Bundesland selbst bestimmen darf. In Bayern beginnt das Tanzverbot in der Nacht auf Karfreitag um 2.00 Uhr und endet um Mitternacht am Karsamstag. In Berlin wurde das Tanzverbot am Karfreitag auf 4 bis 21 Uhr begrenzt, in Bremen auf 6 bis 21 Uhr. Hamburg und Schleswig-Holstein verkürzen das Tanzverbot an Karfreitag um 2 Stunden, es gilt zwischen 2 und 24 Uhr.

An Karfreitag sind auch öffentliche Veranstaltungen entweder gar nicht oder nur eingeschränkt erlaubt. Auch Sportveranstaltungen wie Spiele der 1. und 2. Fußball-Bundesliga sind an diesem Feiertag verboten.

Warum wurde Jesus an Karfreitag gekreuzigt?

Um die Liturgie und Bräuche der Kirchen am heutigen Karfreitag verstehen zu können, sollte man wissen, was die Passionsberichte der Evangelien (also die Berichte über Leiden und Sterben Jesu) überliefern.

Vorab gilt es zu klären, warum Jesus eigentlich mit dem Todesurteil Kreuzigung bestraft wurde. Da gibt es mehrere Dimensionen zu beachten:

  • Für die Römer galt Jesus als Aufwiegler, als Terrorist. Der „Messias“, der das Reich Gottes ausrief, schien sich zur Bedrohung für ihre Herrschaft über die Juden bzw. für ihre Herrschaft in der Provinz Syrien zu entwickeln. Jesus galt den Römern als politischer Anführer und Rebell.
  • Für die jüdischen Religionsführer wog eine andere Sache schwerer: Jesus hatte sich mit seinem Anspruch, der Sohn Gottes zu sein, der Blasphemie schuldig gemacht. Etwa durch seine Vergebung von Sünden, die nach der jüdischen Lehre allein Gott vorbehalten ist. Nur: Der "Hohe Rat" der Juden, das obersten Regierungs- und Richterkollegium, war allein für religiöse Fragen zuständig. Die Römer hatten ihnen das Recht genommen, Todesstrafen zu verhängen. Deswegen mussten sie Pilatus dazu bringen, Jesus zum Tod zu verurteilen. So beschuldigen sie ihn der politischen Aufwiegelei.
  • Bleibt noch die theologische Dimension der Kreuzigung Jesu. Durch seinen Kreuzestod erlöst Jesus die Menschen von der Sünde, die jeden von Gott trennt. Durch seinen Tod am Kreuz nimmt Jesus die Sünden aller Menschen auf sich. Mit seinem Tod und seiner Auferstehung ebnet er den Weg zu Gott und damit zum ewigen Leben. Der Kreuzestod steht zum einen für die Erkenntnis, wie schwer die Sünden wiegen. Braucht es doch den Tod des Sohnes Gottes, um diese zu sühnen. Zum anderen steht der Kreuzestod als Zeichen für die übergroße Liebe Gottes zu den Menschen, der als Mensch gewordener Gott die Strafe für deren Sünden - nämlich den Tod - selbst auf sich nimmt. Das Kreuz ist auch eine Erinnerung daran, was die äußerste Konsequenz der Sünde ist, nämlich Gewalt, Unrecht und Mord. So betont der Theologe Klaus Berger im Interview mit der Tagespost, was viele Leute am Kreuz irritiert: „Es stört, weil es daran erinnert, wie die Natur des Menschen ist, nämlich auch gewalttätig. Das Kreuz stellt dar, was wir Menschen so alles anrichten. Das wollen heute viele nicht mehr wahrhaben.“ Und nicht zuletzt: Gott nimmt am Leiden der Menschen teil, er durchlebt in Jesus Christus Todesangst, Schmerzen und Tod selbst. So betont der englische Erzbischof von Canterbury Justin Welby: „Ich denke, das Kreuz ist genau der Punkt, wo Schmerz und Leid, Folter, Versuchung und Sünde und Dreck der Welt auf den Schultern Gottes endeten, aus Liebe zu uns.“  

Was passierte an Karfreitag? Die Berichte des Neuen Testamentes

Die Passionsberichte zu Karfreitag (die jeweils verschiedene Perspektiven auf das Geschehen eröffnen) findet man in diesen Evangelien:

Aber was passierte genau an Karfreitag? Der renommierte katholische US-Theologe Jimmy Akin (der gerne jedes erdenkliche Thema in Listen zusammenfasst), bietet auch einen Überblick zu den Geschehnissen an Karfreitag:

Vorab sollte man wissen: In der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag wurde Jesus von seinem Apostel Judas verraten, von der Tempelpolizei festgenommen und vor die Hohenpriester Kaiphas und Hannas gebracht. Laut den Evangelien passierten diese Dinge an Karfreitag.

Jesus

  • wurde am Morgen vor den römischen Präfekten Pontius Pilatus geschleppt.
  • wurde von Pilatus (weil er Galiläer war) zu Herodes Antipas geschickt, der ihn verspottete und zu Pilatus zurückschickte.
  • wurde verspottet und ausgepeitscht.
  • sah, wie der Verbrecher (es handelte sich wohl um einen politischen Aufrührer) Barabbas an seiner Stelle freigelassen wurde.
  • wurde mit Dornen gekrönt.
  • wurde zum Tod verurteilt.
  • trug das schwere Kreuz zu seiner Hinrichtungsstätte.
  • sagte den weinenden Frauen, dass eine tragische Zukunft auf sie und ihre Kinder wartet („Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich; weint über euch und eure Kinder!“).
  • wurde zwischen zwei Verbrechern gekreuzigt.
  • vergab denen, die ihn kreuzigten.
  • überantwortete die Jungfrau Maria dem Apostel Johannes.
  • versicherte dem reumütigen Verbrecher (“Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan.“) seine Rettung (“Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“)
  • sagte seine berühmten „sieben letzten Worte“.
  • starb mit einem Todesschrei.

Neben der Kreuzigung passierte das an Karfreitag

  • Eine Dunkelheit kommt über das Land.
  • Die Erde beginnt zu beben.
  • In der Sekunde des Todes Jesu reißt im Tempel der Vorhang von oben bis unten entzwei.
  • Viele Heilige des Alten Testamentes erheben sich aus ihren Gräbern.
  • Ein Soldat rammt einen Speer in Jesu Seite, aus der Blut und Wasser fließen.
  • Josef aus Arimathäa und Nikodemus gehen zu Pilatus und bitten um die Herausgabe des Leichnams Jesu.
  • Der Leichnam wird im Grab des Joseph von Arimathäa bestattet.
  • Eine Wache wird vor das Grab beordert.
  • Freunde und Familie von Jesus beklagen seinen Tod mit tiefer Traurigkeit. 

Gottesdienste an Karfreitag: So begehen die Kirchen heute den Feiertag

In den katholischen Kirchen beginnt der Gottesdienst am heutigen Karfreitag um 15.00 Uhr, laut den Evangelien der Todeszeitpunkt Jesu. Auf liturgische Eröffnung und Weihrauch wird verzichtet. Die Glocken bleiben bis zur Osternacht stumm, weil der Karfreitag (und Karsamstag) ein stiller Feiertag ist. Nicht nur in den Diskos, sondern auch in der katholischen Kirche ist an Karfreitag Lärm tabu. „Die Glocken fliegen bis Ostern nach Rom“, sagt der Volksmund. Kreuze werden verhüllt und Triptychen (aufgeklappt Altargemälde) werden zugeklappt. Der Altar ist an Karfreitag schmucklos, und es brennt kein ewiges Licht. Der Wortgottesdienst enthält an Karfreitag die Passion und die Großen Fürbitten. Eine Eucharistiefeier findet nicht statt. Dafür wird eine vorgeweihte Kommunion ausgeteilt. Die Kommunionspendung am Karfreitag wird damit begründet, dass es an diesem Tag nicht nur um Jesu Tod am Kreuz gehe, sondern um die ganze Erlösung. Zudem ermögliche dies die sakramentale Vereinigung der Gläubigen mit dem leidenden und sterbenden Christus. Jeder einzelne Katholik kann natürlich für sich selbst entscheiden, ob er an Karfreitag die Kommunion in Empfang nehmen möchte oder darauf verzichtet.

Viele Gemeinden gestalten auch Gebetsstunden vor dem Heiligen Grab. In Rom betet Papst Franziskus den Kreuzweg am Karfreitag im römischen Kolosseum. Christen aus den Krisengebieten der Welt begleiten den Papst auf seinem Weg und tragen das Kreuz von Station zu Station. Der Kreuzweg mit dem Papst aus Rom wird an Karfreitag 2017 ab 21.10 Uhr im Bayerischen Fernsehen live übertragen. Den Kreuzweg aus Rom kann man auch im Live-Stream in der BR-Mediathek sehen. Für das Streaming auf mobilen Endgeräten (Smartphones und Tablets) gibt es zudem die kostenfreie App in der BR-Mediathek. Diese App mit dem Live-Stream zum Kreuzweg am Karfreitag wird zum Download im iTunes Store (für Apple Geräte) oder im Google Play Store (für Android-Geräte) angeboten.

In evangelischen Gottesdiensten - und zunehmend auch bei den Katholiken - wird oft ein Passionsoratorium (also ein Gesang) aufgeführt. Statt der Glocken rufen Ratschen oder Klappern zum Gottesdienst. In einigen Regionen sind Karfreitagsprozessionen üblich. 

Fastengebote am Karfreitag: Was ist heute erlaubt? Was darf man nicht essen?

„Am Karfreitag feiert die Kirche ihren leidenden und gekreuzigten Herrn“, heißt es in einer Katechese der katholischen Karl-Leisner-Jugend zum Thema „Fastenzeit“. „Verbunden mit dem Herrn begeht sie diesen Tag als Tag der Buße und des strengen Fastens. In der Feier vom Leiden und Sterben Christi gedenkt sie des seligmachenden Todes ihres Erlösers. Die Kirche empfiehlt, das Fasten des Karfreitags auf den Karsamstag auszudehnen.“ Im „Gedenken an das Leiden und Sterben des Herrn“ ist der Christ zu einem Freitagsopfer verpflichtet.

Der heutige Karfreitag und der Aschermittwoch gehören zu in der katholischen Kirche zu den zwei vorgeschriebenen strengen Fasttagen. An beiden Tagen darf man sich nur einmal sättigen (Fasten), wobei zwei kleine Stärkungen erlaubt sind. Am Karfreitag (wie auch am Aschermittwoch) darf kein Fleisch gegessen werden. Zudem soll am Karfreitag kein Alkohol genossen werden. Das Gebot der "einmaligen Sättigung" gilt für Christen ab dem 18. bis zum 60. Lebensjahr, der Verzicht auf Fleischspeisen und Alkohol für alle Christen. Kranke sind davon ausgenommen. Auch in der evangelischen Kirche essen viele Gläubige an Karfreitag Fisch.  

Aber wo kommt der Verzicht auf Fleisch und der Verzehr von Fisch an Karfreitag eigentlich her? Das hat zweierlei Gründe: Früher galt Fleisch als Luxusprodukt, das in vielen Familien nur am Sonntag oder zu hohen Feiertagen auf den Tisch kam. Fisch war die bescheidene Alternative, also ein Zeichen des Verzichts. Diese Zeiten sind vorbei. Heute gehört Fleisch zum Alltag und kommt jeden Tag - sogar mehrmals auf den Tisch. 

Der Fisch symbolisiert auch christlichen Glauben. "Fisch" heißt auf griechisch "Ichtys". Und diese Buchstaben stehen schon seit dem Urchristentum für diese Abkürzung: I steht für Jesus, Ch für Christus. T, Y und S bedeuten: Gottes Sohn, der Erlöser. Also ein Glaubensbekenntnis in Kurzform: Ich glaube an Jesus Christus, den Sohn Gottes und Erlöser.  

Ist für evangelische Christen der Karfreitag der höchste Feiertag des Jahres?

Nein. Auf der Seite der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) heißt es zu dieser Annahme: „In den Medien wird fälschlicherweise immer wieder darauf hingewiesen, Karfreitag sei der höchste Feiertag in der evangelischen Kirche. Diese Einschätzung gründet sich darauf, dass Protestanten den Karfreitag als ganz besonderen Feiertag betrachten. Doch ist für sie wie für die ganze Christenheit Ostern, die Feier der Auferweckung Jesu, das höchste Fest.“

Christi Himmelfahrt: Alles zu diesem Feiertag finden Sie hier.

fro

 

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