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Tausende nahmen an der Prozession am Freitag teil

Tausende bei Karfreitags-Prozession in Jerusalem

Jerusalem - Am Karfreitag gedenken Christen weltweit des Todes Jesu. In Jerusalem schreiten die Gläubigen traditionell den Leidensweg ab, den Christus auf dem Weg zur Kreuzigung vor fast 2000 Jahren gehen musste.

In der Altstadt von Jerusalem haben sich am Karfreitag tausende Gläubige und Schaulustige an der traditionellen Prozession durch die Via Dolorosa beteiligt. Nach altem Brauch wurde der Zug von Franziskaner-Mönchen angeführt. Die Gläubigen empfinden bei der Prozession den Leidensweg Jesu nach. Einige trugen ein Stück der Strecke große Holzkreuze, die dem Kreuz, an das Jesus vor fast 2000 Jahren geschlagen wurde, nachempfunden waren. Die anderen Teilnehmer führten kleine Nachbildungen mit.

Jesus wurde nach christlichem Glauben am Karfreitag verurteilt und auf dem Hügel Golgatha gekreuzigt. 14 Stationen auf dem Leidensweg markieren die Stellen, an denen er unter dem Gewicht des schweren Holzkreuzes zusammenbrach. Dort verharrten die Gläubigen jeweils für ein Gebet. Die Prozession endete in der Grabeskirche. Die Basilika steht der Überlieferung nach an der Stelle, an der Jesus Christus gekreuzigt und dann begraben wurde.

Prozessionen am Karfreitag in Jerusalem und weiteren Städten

Prozessionen am Karfreitag in Jerusalem und weiteren Städten

“Ich bin sehr ergriffen und glücklich, dass ich Jerusalem besuchen und die Orte sehen kann, an denen Jesus leiden musste“, sagte die französische Pilgerin Christine der Nachrichtenagentur dpa. Gregg McIntyre aus den USA kommt nach eigenen Angaben fast zu jedem Osterfest nach Jerusalem. “Es ist eine glückliche Zeit für mich“, sagte er, während er mit seiner Frau an der Prozession teilnahm. Der Deutsche Stan war als Zuschauer dabei: “Ich bin das erste Mal in der Altstadt von Jerusalem“, erzählte er.

Am Morgen hatte der lateinische Patriarch Fouad Twal in der Grabeskirche die religiösen Feierlichkeiten zum Karfreitag im Beisein von mehreren hundert Gläubigen begonnen. Am Nachmittag war dort traditionell eine symbolische Grablegung Jesu geplant.

Die israelischen Sicherheitskräfte waren in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. Auch das Westjordanland wurde abgeschottet. Grund war nicht nur das christliche Osterfest, sondern vor allem das jüdische Pessach-Fest. Dabei erinnern die Menschen an die Befreiung der Juden aus der Gefangenschaft in Ägypten.

Nach Angaben der israelischen Behörden erhielten 500 palästinensische Mitglieder der kleinen und bedrängten christlichen Gemeinde im Gazastreifen sowie 20 000 palästinensische Christen aus dem Westjordanland Sondergenehmigungen für die Einreise nach Israel, um an den Osterfeierlichkeiten teilnehmen zu können.

dpa

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