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Prinz Andreas von Sachsen-Coburg und Gotha

Kaum blaues Blut aus Deutschland bei Williams Hochzeit

London - Deutsche Adelshäuser sind mit dem britischen Thron eng verbunden. Wenn es ums Feiern geht, ist die Erinnerung an die deutsche Verwandtschaft bei den Windsors aber eher schwach.

Wenn am 29. April in London die Hochzeit des Jahres von Prinz William und Kate Middleton steigt, werden Politiker, Prominente und vor allem gekrönte Häupter aus aller Welt erwartet. 1700 bis 1800 Gäste erwartet das Paar zur Trauung in der Westminster Abbey. Auch Bundespräsident Christian Wulff, glaubt die Londoner Historikerin und Adelskennerin Karina Urbach, darf auf einen Trip an die Themse hoffen - anders als Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Für den Großteil der blaublütigen deutschen Verwandtschaft der Royals ist nach Lage der Dinge weder in der Westminster Abbey noch beim anschließenden Empfang der Queen im Buckingham Palast ein Platz reserviert. “Wir haben keine Einladung erhalten“, sagt Otmar Fugmann von der Verwaltung des Hauses Sachsen-Coburg und Gotha. Von dem Adelsgeschlecht von der fränkisch-thüringischen Grenze stammt Prinz William in direkter Linie ab. Sowohl Queen Victoria als auch ihr Cousin und Ehemann Prinz Albert waren Coburger. Der Chef des Hauses, Prinz Andreas, ist wie Queen Elizabeth ein Ururenkel von Victoria und Albert.

Bis 1917 war Saxe-Coburg-Gotha der offizielle Familienname der Royals, ehe sie sich wegen anti-deutscher Stimmung im Lande in Windsor umbenannten. “Die Verbindungen zum britischen Teil der Familie sind aber nicht mehr besonders eng“, sagt Fugmann.

Auch im hohen Norden Deutschlands hat offenbar niemand von den Windsor-Verwandten einen Flug nach London gebucht. Elisabeth Prinzessin zu Schleswig-Holstein, sagte der dpa, auch ihre Familie habe bisher keine Einladung bekommen. Sie hat gemeinsame Vorfahren mit Prinz Philip, dem Großvater Williams.

Von den deutschen Blaublütern könnte sich höchstens Ernst August Prinz von Hannover, der die Bezeichnung Prinz von Großbritannien und Irland im Namen führt - vielleicht an der Seite von Prinzessin Caroline - in die Gästeliste eintragen. Das Haus Hannover hat verwandtschaftliche Beziehungen nach Großbritannien seit 1714, als Georg I. von Hannover auch in London auf den Thron stieg.

Auf Anfrage ließ die Agentur des Hauses jedoch offen, ob der Welfenprinz den Weg ins Königreich seiner Vorfahren antreten wird: “Seine Königliche Hoheit (S.K.H.) Erbprinz Ernst-August von Hannover versteht sich ausschließlich als Privatperson und wünscht nicht, seine persönlichen und privaten Termine der Öffentlichkeit mitzuteilen.“ Ernst August war - zumindest unter “ferner liefen“ - lange Zeit in der Liste möglicher britischer Thronfolger geführt worden. Wegen seiner Heirat mit der katholischen Caroline von Monaco ist ihm diese theoretische Möglichkeit inzwischen genommen.

Von Michael Donhauser, dpa

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