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Es hätte so schön sein können, dann kam es für das "GayVillage" doch ganz anders.

Wütende Reaktionen

Kein Dorf nur für Homosexuelle

Tilburg - In den Niederlanden sollte ein Dorf nur für Homosexuelle als Zeichen gegen Intoleranz entstehen. Nach hitzigen Debatten gibt es eine überraschende Wendung.

Die Pläne sorgten für eine hitzige Debatte: Im niederländischen Tilburg sollte ein Dorf ausschließlich für Homosexuelle entstehen. Am Tag nach Bekanntwerden des Projekts stellte sich am Donnerstag heraus, dass es sich bei dem Vorhaben um einen Scherz handelte - wenn auch mit politischem Hintergrund. Hinter dem "GayVillage" steht ein Homosexuellen-Bündnis, das auf diese Weise ein Zeichen gegen Intoleranz setzten wollte.

Die Gruppe "Rosa Montag" wertete die teils wütenden Reaktionen auf den angeblichen Bau des Dorfes als Erfolg. "Wir sind froh, dass die Leute denken, dass ein Dorf für Homosexuelle eine verrückte Idee ist", teilten die Aktivisten mit.

Mehrere einheimische und internationale Medien wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua und der britische "Independent" hatten die Geschichte aufgegriffen und über das "GayVillage" berichtet. In den sozialen Netzwerken kritisierten Nutzer die Idee eines "Ghettos für Homosexuelle". Der Bürgermeister von Tilburg, Peter Noordanus, beteiligte sich an der PR-Aktion und äußerte sich erfreut über die geschützte Wohnanlage für Schwule, Lesben, Bi-Sexuelle und Transgender, die angeblich am Rand seiner Stadt entstehen sollte.

Der niederländische Fernsehsender NOS und die Tageszeitung "NRC" reagierten am Donnerstag empört auf die ausgeklügelte Aktion der Aktivisten, die auch dank einer eigenen Website und Werbevideos für glaubwürdig gehalten wurde. "Wir sind äußerst verärgert über die Art, mit der der Stadtrat von Tilburg mit der Sache umgegangen ist", erklärten NOS und "NRC" in einem gemeinsamen Protestbrief. Die Presse sei bewusst in die Irre geführt worden.

Bürgermeister Noordanus beteuerte, dies sei nicht seine Absicht gewesen. Er räumte aber ein, die "Wirkung meines Zitats" unterschätzt zu haben. Sein Ziel sei es gewesen, auf die Rechte von Homosexuellen aufmerksam zu machen.

dpa

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