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Von ihm gibt es noch immer kein Lebenszeichen: Hamed Abdel-Samad.

Kein Lebenszeichen von Abdel-Samad

Kairo - Die Sorge um den in Kairo entführten Autor Hamed Abdel-Samad wächst. Die Polizei geht verschiedenen Spuren nach. Islamisten hatten den Deutsch-Ägypter bedroht. Aber auch von einem Streit mit Geschäftspartnern ist die Rede.

Von dem in Kairo verschwundenen deutschen Autor Hamed Abdel-Samad fehlt weiter jede Spur. Ein Bruder des Schriftstellers, der zuletzt mit Theorien zum „religiösen Faschismus“ von sich reden gemacht hatte, sagte dem ägyptischen Sender ON TV, als Täter kämen entweder radikale Islamisten infrage oder eine Gruppe von Ägyptern, mit denen sein Bruder Geschäfte gemacht habe. Das Innenministerium wollte sich nicht dazu äußern, welche Spur die Polizei verfolge.

Die Geschäftspartner hätten sich wegen einer gemeinsamen Investition und ausstehender Schecks überworfen. Der Streitfall beschäftige bereits ein Gericht in dem Kairoer Vorort Al-Chanka. Angeblich soll es dabei um einen Betrag von etwa 240 000 Euro gehen, den die Geschäftspartner Abdel-Samad schuldeten.

Abdel-Samad, der in Deutschland als Autor und Gast zahlreicher Talkshows bekannt ist, war am vergangenen Sonntag vor dem Al-Azhar-Park in Kairo verschleppt worden. Die Polizei geht von einem Entführungsfall aus. Aus Sicherheitskreisen hieß es, an dem Ort, an dem Abdel-Samad verschwunden sei, gebe es keine Überwachungskameras.

Im vergangenen Juni hatten mehrere radikale Geistliche den Deutsch-Ägypter wegen seiner Kritik am politischen Islam zum „Vogelfreien“ erklärt. Später erhielt er Morddrohungen, weshalb er in Ägypten fast immer von einem Leibwächter begleitet wurde. Dieser war zum Zeitpunkt seines Verschwindens allerdings nicht bei ihm gewesen.

Das Arabische Netzwerk für Menschenrechtsinformationen (ANHRI) erklärte, es sei sehr besorgt um das Leben von Abdel-Samad. Sein Verschwinden erinnere an die Serie von Angriffen islamistischer Extremisten auf Intellektuelle Anfang der 90er Jahre.

dpa

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