Kein schnelles Urteil für Berliner "Feuerteufel"

Berlin - Nach der Festnahme eines Berliner Serien-Autobrandstifters ist nicht mit einer schnellen Anklage zu rechnen. Warum der 27-jährige Arbeitslose so schnell nicht veruteilt werden wird:

Zunächst müsse jede gestandene Brandstiftung des 27-Jährigen mit Beweisen und den Tatorten abgeglichen werden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag. “Wir stützen uns nicht allein auf die Angaben des Beschuldigten.“ Geprüft werde auch, ob er für weitere Brandstiftungen verantwortlich ist.

Die Polizei hatte den Mann am Freitag gestellt, nachdem Bilder von Videokameras an einem U-Bahnhof die Ermittler auf seine Spur gebracht hatten. Er gestand, zwischen Juni und August dieses Jahres 67 Autos angezündet zu haben. Gegen ihn wurde Haftbefehl wegen schwerer Brandstiftung erlassen. Der Maler und Lackierer gab unter anderem Frust über seine Arbeitslosigkeit als Motiv an. Verbindungen zur linksextremistischen Szene gibt es der Polizei zufolge nicht.

Indes wurde in der Nacht zum Montag erneut ein Auto angezündet. Im Stadtteil Lichtenberg brannte ein Fahrzeug vollständig aus. Ein daneben parkendes Auto wurde beschädigt. Bisher wird ein politisches Motiv für die Brandstiftung ausgeschlossen. Die Polizei betonte, die nächtlichen Streifen würden nicht eingestellt. In diesem Jahr wurden in Berlin bereits mehr als 550 Fahrzeuge angezündet oder beschädigt. Etwa die Hälfte soll auf das Konto linksextremistischer Täter gehen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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