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Prozess in der Schweiz

Keine Geburtstagsgrüße: Todesdrohung auf Facebook

Lausanne - Aus Wut über ausgebliebene Glückwünsche zu seinem Geburtstags hat ein Schweizer seine Facebook-Freunde mit dem Tod bedroht. Das fanden nicht alle lustig. Es kam zum Prozess.

"Freut sich heute niemand, dass ich geboren worden bin?", hatte der 25-Jährige laut blick.ch im Jahr 2012 auf dem sozialen Netzwerk geschrieben. "Ich schwöre, ich zahle es Euch allen zurück!! Es ist keine Frage von Höflichkeit, sondern von Respekt und Ehre. Ich vernichte Euch alle, ihr werdet es bereuen, dass Ihr mir nicht on den A... gekrochen seid, denn jetzt kann Euch niemand mehr schützen." Die Drohung endete mit „Pow!!!!Pow!!!!Pow!!!!“.

Weil das wohl nicht alle seiner 290 virtuellen Freunde als Scherz empfanden, kam es zum Prozess vor dem Obergericht Zürich. Es verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe von 45 Tagesätzen zu je 10 Franken (9,60 Euro), die teilweise zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Wegen „Schreckung der Bevölkerung“ kann der Mann jedoch nicht bestraft werden. Das oberste Gericht der Schweiz kam nun zu Schluss, dass es dazu "nur kommen kann, wenn sich eine Drohung tatsächlich gegen die Bevölkerung richtet“, berichtete die Schweizer Nachrichtenagentur sda. Der Freundes- oder Bekanntenkreis einer Person im virtuellen oder reellen Leben könne nach Ansicht des Bundesgerichts selbst dann nicht als „Bevölkerung“ angesehen werden, wenn er beinahe 300 Menschen umfasse.

Mit dieser am Mittwoch veröffentlichten Begründung hob das Bundesgericht in Lausanne das Urteil einer unteren Instanz auf und sprach den Angeklagten frei.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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