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Keine heiße Spur im Munch-Kunstraub

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- Oslo - Auch in der Nacht haben massive Polizeikräfte in Norwegen die flüchtigen Räuber der weltberühmten Gemälde «Der Schrei» und «Madonna» von Edvard Munch gejagt. Alle Grenzübergänge zu den skandinavischen Nachbarländern wurden streng überwacht.

Der Chef des Munch-Museums, Ginnar Sørensen, sagte am Sonntagabend: «Wir wissen absolut nichts über den Zustand der beiden Bilder.» Er äußerte die Befürchtung, dass beide Bilder durch die «brutale Behandlung» bei dem Raubüberfall zerstört sein könnten. Sørensen meinte weiter: «Im Leben eines Museumsmannes ist das eine Tragödie. Viele Menschen kommen zu uns, um genau dieses beiden Bilder anzusehen. Das sind Kunstwerke, die der ganzen Menschheit gehören.»

Nach Angaben der Polizei waren zwischen 50 und 70 Besucher zum Zeitpunkt des Diebstahls im Munch-Museum. Keiner von ihnen wurde direkt bedroht. Unter den Museumsbesuchern war kurzfristig Panik ausgebrochen, weil sie zunächst an einen Terrorakt glaubten.

Kunstexperten äußerten sich entsetzt über die Entfernung der beiden Bilder aus ihrem jeweiligen Rahmen. Dabei seien die Gemälde mit einer nicht geringen Gewahrscheinlichkeit stark beschädigt worden, hieß es in Oslo.

Bisher konnten das Fluchtauto der Räuber sowie die Bilderrahmen gefunden werden. Die Ermittler erhoffen sich wichtige Erkenntnisse von den Aufnahmen der Überwachungskameras im Osloer Munch-Museum sowie der Auswertung der zahlreichen Zeugenaussagen. Aber auch dies dürfte schwer werden: Die Täter hatten bei ihrem Coup Masken getragen.

Am Sonntagvormittag waren zwei der maskierten Täter in das Museum gestürmt, hatten einer Wärterin eine Pistole an die Stirn gehalten und die Bilder von der Wand gerissen. Danach flüchteten sie mit einem wartenden Helfer in einem schwarzen Audi.

Beide gestohlenen Gemälde gelten als unverkäuflich. Allein der Wert des Bildes «Der Schrei» wird in Oslo auf 450 Millionen Kronen (54 Millionen Euro) geschätzt. Das Bild wurde im Jahr 1893 gemalt und gilt als eines der bedeutendsten Gemälde der Kunstgeschichte. Insgesamt hat Munch vier Versionen des berühmten Gemäldes geschaffen. Vor zehn Jahren war bereits eine andere Version gestohlen worden; sie tauchte später jedoch wieder auf.

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