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Kevin starb laut Gerichtsmedizin an Misshandlungen

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- Bremen - Der zweijährige Kevin aus Bremen ist in seinem kurzen Leben schwerst misshandelt worden. "Wir können jetzt erahnen, welches Martyrium das Kind durchgemacht hat, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Dietrich Klein zum Ergebnis der Obduktion.

Kevins Leiche war im Oktober 2006 im Kühlschrank seines Ziehvaters gefunden worden. Das Kind habe Rippenbrüche und Verletzungen am Geschlechtsteil erlitten. Sein Kopf sei auf eine harte Fläche geschlagen worden. Der Tod war nach weiteren Angaben direkte Folge der Knochenbrüche. Ob der Ziehvater wegen Mordes oder wegen Totschlags angeklagt wird, wird derzeit geprüft.

Bereits am Mittwoch hatte "Radio Bremen" vorab Details aus dem Bericht genannt, der am Donnerstag offiziell bekannt gemacht wurde. In dem Medienbeitrag hieß es, Kevin habe kurz vor seinem Tod fünf Knochenbrüche erlitten. Dies soll eine Embolie ausgelöst haben, die Lunge versagte.

Zudem sei das Kind mangelernährt gewesen, heißt es. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bremen wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

Kevin ist dem Bericht zufolge vermutlich zwischen Ende April und Anfang Mai 2006 gestorben. Der Todeszeitpunkt könne laut Gutachten nicht mehr genau ermittelt werden.

Kevin, der unter der Obhut des Jugendamtes stand, war am 10. Oktober tot im Kühlschrank seines drogensüchtigen Ziehvaters entdeckt worden. Sein Tod hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. Die damalige Sozialsenatorin Karin Röpke (SPD) trat zurück, und gegen Mitarbeiter der Sozialbehörde wurden disziplinar- und strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet. Ein Untersuchungsausschuss nimmt die schweren Behörden-Pannen in dem Fall unter die Lupe.

Das Gutachten der Gerichtsmediziner wurde gemeinsam von der Rechts- und Verkehrsmedizin des Klinikums Bremen-Mitte und des Instituts für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Hamburg- Eppendorf erarbeitet.

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