Fragwürdige Szenen bei Junior-Marathon

Foto sorgt für Wirbel: Ehrgeizige Eltern zerren Kinder ins Ziel

Linz - Als die Dreikäsehochs in Linz an den Start des Junior-Marathons gingen, sollten sie einfach nur Spaß haben. Doch was sich dann auf dem Sportplatz in Österreich abspielte, machte viele fassungslos.

Sport soll Kindern vor allen Dingen eines: Spaß machen. Das sahen die Eltern der Teilnehmer eines Junior-Marathons in Österreich aber offenbar anders. Ein Fotograf knipste im richtigen Moment - und sorgt mit seinem Bild für Aufregung und Wut.

Was war geschehen? Bei dem Junior-Marathon sollten die Drei- und Vierjährigen im Stadion gemeinsam mit den Eltern eine Strecke von 40 Metern zurücklegen, wie die Wiener Zeitung Kurier berichtet. Einfach nur so, aus Spaß an der Bewegung und am Sport. Völlig klar, dass es den Dreikäsehochs noch lange nicht darum geht, als erster die Ziellinie zu überqueren.

Doch einigen Eltern der Kleinen offenbar schon. Vom falschen Ehrgeiz geritten, packten sie ihre Kinder an Hand oder Arm und zerrten sie über die Tartanbahn. Ihnen war dabei völlig egal, ob ihre Kinder das Gleichgewicht verloren, hilf- und bewegungslos in der Luft baumelten und sogar vor Schreck losweinten.

Bild von Junior-Marathon löst Wut in Sozialen Netzwerken aus

Die fragwürdige Szene wurde von dem Sportfotografen Manfred Binder festgehalten und löste in den Sozialen Netzwerken Wut und Fassungslosigkeit aus. User kommentierten mit Worten, wie: "Da stellen sich mir die Nackenhaare auf" oder: "Dieses Elternpack gehört angezeigt! Das ist Gewalt an Kindern."

Traurig: Es ist offenbar nicht das erste Mal, dass es bei dem Junior-Marathon zu solchen Szenen kam. "Leider hat der übertriebene und falsche Ehrgeiz der Erwachsenen von Jahr zu Jahr zugenommen", sagte der Organisator der Veranstaltung, Ewald Tröbinger dem Kurier

Der Fotograf selbst sagte dem Standard: "Das ist noch eines der harmloseren Bilder." Er sei zufällig im Zielbereich gewesen und habe zu seiner Kamera gegriffen. Auf anderen Fotos seien die Kinder an den Händen der Eltern einen halben Meter hoch durch die Luft gezogen worden. "Da wollten die Eltern gewinnen. Die Kinder haben geweint."

Auch auf Facebook äußerten sich die Veranstalter: „Unser Ziel ist es mit dem Junior-Marathon, die Kinder zum Laufen zu bringen und ihnen Freude an der Bewegung zu schaffen.“ Die Platzierung sollte dabei eigentlich nicht im Vordergrund stehen. „Wir arbeiten allerdings auch hier an einer Lösung, um allen Kids ein lustiges Lauffest zu bieten.“

Ob die Kinder-Veranstaltung am Rande des Linz-Marathons, an dem am Sonntag mehr als 20.000 Läufer teilnahmen, auch 2017 stattfindet, steht noch nicht fest. Aber Tröbinger würde ihn eigentlich gerne weiterhin ausrichten: "Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer hält sich an die Regeln. Es wäre schade, den Kindern den Lauf nicht mehr anzubieten. Die können ja nichts dafür."

mes

Rubriklistenbild: © Screenshot Twitter/Martin Niewendick

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